Allgemeine Berichte | 03.12.2021

Caritas trotzt Nachwuchssorgen und Corona-Pandemie und wirbt für ehrenamtliches Engagement

Das Ehrenamt bleibt unersetzlich

Gemeindecaritas-Referent Rainer Lehmler (li.) beim Besuch im Anziehpunkt in Montabaur. Gemeinsam mit der neuen Leiterin Vera Zimmermann (re.) und deren Stellvertreterin Birgit Kaiser berät er, wie man neue Ehrenamtliche für den Secondhandladen gewinnen kann. Insbesondere männliche Helfer werden im Anziehpunkt Montabaur dringend gesucht. Aktuell gehören zu dem Team, das aus rund 40 Ehrenamtlichen besteht, gerade einmal drei Männer.Quelle: Caritasverband Westerwald-Rhein-Lahn e. V.

Westerwaldkreis. In Deutschland sind viele Millionen Menschen ehrenamtlich aktiv. Die meisten davon in Sportvereinen. Viele Ehrenamtliche unterstützen in ihrer Freizeit aber auch die Arbeit in anderen Bereichen, etwa bei Wohlfahrtsverbänden wie der Caritas oder in Kirchengemeinden. Als ein besonderes Zeichen der Wertschätzung für das Engagement der vielen freiwilligen Helfer, die sich für die Gesellschaft einsetzen, haben die Vereinten Nationen (UN) 1985 den Internationalen Tag des Ehrenamtes ins Leben gerufen. Er steht jährlich am 5. Dezember im Kalender.

„Ehrenamtliches Engagement ist und bleibt unersetzlich, da es eine Nähe zum Menschen vor Ort schafft, die hauptamtliche Arbeit schwer leisten kann“, sagt Rainer Lehmler. Der 53-jährige Arzbacher muss es wissen: Seit 2012 ist Lehmler als Referent für den Bereich Gemeindecaritas beim Caritasverband Westerwald-Rhein-Lahn tätig und somit erster Ansprechpartner für die vielen Frauen und Männer, die sich ehrenamtlich bei der Caritas engagieren. Die Stabsstelle Gemeindecaritas wurde 2012 vom Caritasverband geschaffen, um das ehrenamtliche Engagement zu fördern, bestimmte Projekte zu begleiten, aber auch, um die Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden zu stärken. „Die Gemeindecaritas leistet einen Beitrag in der Diakonie der Kirche, indem sie berufliche und ehrenamtliche Aktivitäten der Caritas vernetzt und damit ein wesentliches Bindeglied zwischen gemeindlicher und verbandlicher Caritas ist“, erklärt Lehmler. Er ist nicht nur Ansprechpartner für die Ehrenamtlichen innerhalb der Caritas, sondern unterstützt auch die Arbeit der Ehrenamtlichen in den Pfarreien und anderen Bereichen. Dazu zählt unter anderem die Flüchtlingshilfe auf kommunaler und kirchlicher Ebene im Westerwald.

Weiterhin bietet der Referent für Gemeindecaritas regelmäßig Angebote für Ehrenamtliche an, beispielsweise die Einkehrtage sowie verschiedene Ehrenamtstreffen. Mit den Aktiven der CKD (Caritas-Konferenzen Deutschland e.V. - das Netzwerk von Ehrenamtlichen für Ehrenamtliche) organisiert Lehmler außerdem die CKD-Bezirkskonferenzen sowie Infoveranstaltungen und Fortbildungen zu unterschiedlichen gesellschaftlichen Themen.

Aktuell engagieren sich rund 260 Frauen und Männer ehrenamtlich in den Einrichtungen, Gremien und Diensten des Caritasverbandes Westerwald-Rhein-Lahn. Sie sind unter anderem tätig als Familienpatinnen, organisieren und begleiten beispielsweise Gottesdienste und andere Aktionen im Bereich der Behindertenhilfe oder bieten Betreuungsangebote wie Sitztanz und Spielkreise in den Altenzentren an. Mit den Caritas-Sozialsprechstunden in Höhr-Grenzhausen und Ransbach-Baumbach sind jüngst ganz neue Aufgabenfelder für Ehrenamtliche entstanden. Als positives Beispiel für gelebtes Ehrenamt nennt Lehmler außerdem die Caritas-Anziehpunkte in Montabaur und Lahnstein. „Die Secondhandläden wären ohne die Unterstützung der Ehrenamtlichen undenkbar“, sagt er. In beiden Einrichtungen sind jeweils rund 40 Ehrenamtliche tätig und kümmern sich um das Aus- und Einsortieren der Ware, das Auszeichnen, das Lager, den Verkauf und vieles mehr.

Ein Großteil der Ehrenamtlichen – in den Anziehpunkten wie auch in anderen Bereichen - engagiert sich bereits seit vielen Jahren für die Caritas. „Diese Treue steht für Stabilität, aber auch für Verlässlichkeit und Zufriedenheit auf beiden Seiten“, betont Rainer Lehmler. Gleichzeitig gibt er aber auch zu, dass es in der heutigen Zeit leider immer schwieriger sei, Nachwuchs für das Ehrenamt zu finden. „Junge Menschen lassen sich oft schwer für ehrenamtliches Engagement begeistern, was in erster Linie der Tatsache geschuldet ist, dass ihnen aufgrund stetig steigender beruflicher und privater Verpflichtungen einfach die entsprechende Zeit fehlt“, berichtet Lehmler. Viele der Ehrenamtlichen innerhalb der Caritas sind Rentnerinnen und Rentner. Die Gründe für ihr Engagement sind unterschiedlich. „Viele geben an, ein erfülltes Leben gehabt zu haben und wollen der Gesellschaft nun davon etwas zurückgeben“, so der Gemeindecaritas-Referent. Dabei sind die Frauen derzeit deutlich in der Überzahl: „Sie machen rund dreiviertel der Ehrenamtlichen aus“, sagt Lehmler, der sich neben mehr Nachwuchs durchaus auch mehr Männer für das Ehrenamt wünscht.

Nachwuchssorgen und Männermangel

Nachwuchssorgen und Männermangel sind allerdings nicht die einzigen Hürden, die aktuell zu meistern sind. Die Corona-Pandemie stellt das Ehrenamt auf eine besondere Belastungsprobe. Dies gilt für beide Seiten – sowohl für die Ehrenamtlichen selbst wie auch für die Menschen, für die sie sich ehrenamtlich engagieren. „Ehrenamt lebt vom persönlichen Kontakt und dem direkten Austausch der Menschen. Beides konnte in den vergangenen Monaten nur schwer oder zum Teil gar nicht stattfinden“, berichtete Rainer Lehmler. So etwa wurden liebgewonnene ehrenamtliche Angebote in den Caritas-Einrichtungen von den Bewohnerinnen und Bewohnern schmerzhaft vermisst. Gleichzeitig waren die Ehrenamtliche selbst zum Nichtstun verdonnert, etwa aufgrund der zwischenzeitlichen Schließung von Einrichtungen wie den Anziehpunkten. Auch Veranstaltungen für die Ehrenamtlichen konnten nicht stattfinden und liegen teilweise immer noch auf Eis. Rainer Lehmler sieht es dennoch positiv: „Glücklicherweise blieb die Zahl der Ehrenamtlichen im Verband trotz Corona-Maßnahmen und Kontakteinschränkungen relativ konstant“, sagt er und lobt: „Nach dem ersten Lockdown waren alle hoch motiviert und froh, endlich wieder aktiv zu werden.“ Da aber ein Großteil der Ehrenamtlichen aufgrund des Alters selbst zur Risikogruppe gehört, seien viele auch verunsichert und oft zunächst sehr vorsichtig in ihrem Engagement. Für die Zukunft wünscht sich der Arzbacher, „dass neben den bisherigen Engagierten auch neue Interessierte das Ehrenamt mit Leben füllen“.

Weitere Infos rund um das Ehrenamt beim Caritasverband Westerwald-Rhein-Lahn gibt es bei Rainer Lehmler, Referent Gemeindecaritas, unter Tel. (0 26 02) 16 06 69 oder per E-Mail an rainer.lehmler@cv-ww-rl.de.

Pressemitteilung des

Caritasverband

Westerwald-Rhein-Lahn e. V.

Gemeindecaritas-Referent Rainer Lehmler (li.) beim Besuch im Anziehpunkt in Montabaur. Gemeinsam mit der neuen Leiterin Vera Zimmermann (re.) und deren Stellvertreterin Birgit Kaiser berät er, wie man neue Ehrenamtliche für den Secondhandladen gewinnen kann. Insbesondere männliche Helfer werden im Anziehpunkt Montabaur dringend gesucht. Aktuell gehören zu dem Team, das aus rund 40 Ehrenamtlichen besteht, gerade einmal drei Männer.Quelle: Caritasverband Westerwald-Rhein-Lahn e. V.

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