Allgemeine Berichte | 09.08.2023

Nach 25 Jahren ist auf der röhrig-Kulturbühne Schluss

Das Ende einer Kultur-Ära

Treis-Karden. Es ist schon etwas Besonderes: Kabarett zwischen Holzbohlen und Werkzeug, Musik erklingt zwischen Wandfarbe und Tapeten. Eine Kulturbühne in einem Baumarkt ist nicht nur im Landkreis Cochem-Zell einzigartig. Die Idee dazu hatte Hans Peter Röhrig, der den gleichnamigen Baumarkt in Treis-Karden fast 50 Jahre lang betrieben hat. Mittlerweile hat er das Geschäft an Sohn Volker übergeben.

Sein Herz für Kunst war es, das die Kulturbühne überhaupt erst möglich machte. „Früher gab es kaum Auftrittsmöglichkeiten in der hiesigen Region“, blickt Röhrig heute zurück. „Wir haben uns dann vor 25 Jahren entschlossen, eine Wand einzureißen, Schiebetüren einzubauen und so eine Veranstaltungsbühne zu schaffen.“ 100 Kulturfans haben dort vor der Baumarkt-Bühne gesehen, die seither mindestens genauso vielen Künstlern eine Plattform geboten hat. Der Zuspruch war stets gewaltig und die Zuschauerzahlen groß. Fast alle Shows waren ausverkauft, sodass oft Zusatztermine erforderlich waren oder das Ausweichen auf Veranstaltungsorte mit höherer Kapazität.

Dabei war es am Anfang gar nicht so einfach, Künstler dazu zu bewegen zwischen Brettern und Wandfarbe aufzutreten. Dies änderte sich aber mit der Zeit und die röhrig Kulturbühne wurde immer beliebter. Viele Künstler präsentierten sogar die Premieren ihrer neuen Programme im kleinen Moselort.

Hans Peter Röhrig, heute 75 Jahre alt, hat dabei einige Höhepunkte erlebt, wie er sagt. „Die Weibsbilder waren einfach sensationell.“ Unvergessen bleibt auch „Der Unglaubliche Heinz“, der praktisch in Treis-Karden seine Karriere gestartet hat.

Benefiz im Blut

Nun sind die Herausforderungen für den Betrieb der Kulturbühne größer geworden. Viele Künstler haben während der Corona-Pandemie aufgehört. Und nach der Pandemie kamen immer mehr Vorschriften und Bürokratie hinzu. „Mittlerweile ist die Kulturbühne ein Vollzeitjob“, sagt Röhrig. Das kann und möchte er in seinem Alter nicht mehr leisten – vor kurzem fand der letzte „Kultur“-Treff bei Röhrig statt. So ganz möchte er aber nicht aufhören. Denn Hans Peter Röhrig möchte weiterhin Benefiz-Veranstaltungen machen, gemeinsam mit Reiner Meutsch und dessen Stiftung „Fly & Help.“ Außerdem soll auch weiter der bekannte Röhrig-Kulturnewsletter herausgegeben werden und viele weitere Benefiz-Veranstaltungen in der gesamten Region unterstützt werden.

ROB

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