Allgemeine Berichte | 26.09.2018

Festakt zum Doppeljubiläum in Rheinbach

Das Jubiläumsjahr verleiht Flügel

Rheinbacher Glasfachschule wurde 70 und Rheinbacher Glasmuseum 50 Jahre alt – Festakt mit Moderator Konrad Beikircher und Bildungsministerin Yvonne Gebauer

Fröhliche Gesichter beim Doppeljubiläum von Glasfachschule und das Museum in Rheinbach (von links): Bundestagsabgeordneter Norbert Röntgen, Schulleiter Walter Dernbach, Kulturdezernentin Melina Kabarett, Bürgermeister Stefan Raetz, Museumsdirektorin Dr. Ruth Fabritius, Fördervereins-Vorsitzender Joachim Strasdas, Moderator Konrad Beikircher, Landtagsabgeordneter Jörn Freynick, Bildungsministerin Yvonne Gebauer und Landtagsabgeordneter Oliver Krauß.

Rheinbach. Laut, witzig und unkonventionell feierten die beiden großen Rheinbacher Glasinstitutionen ihr Doppeljubiläum. Der Festakt zum 70. Geburtstag der Glasfachschule und zugleich zum 50. Geburtstag des Glasmuseums sprengte den Rahmen im bis zum letzten Stehplatz gefüllten Ratssaal des Himmeroder Hofes, das Geschehen wurde sogar, von drei Kameras aufgezeichnet, auf mehreren Monitoren in den historischen Innenhof übertragen, wo sich ebenfalls noch zahlreiche Besucher eingefunden hatten. „Es formiert sich etwas Neues, das Jubiläumsjahr verleiht uns Flügel und gibt uns neue Impulse“, zeigte sich nicht nur Museumsdirektorin Dr. Ruth Fabritius begeistert von dem Zuspruch, den die zahlreichen Veranstaltungen im Rahmen der Jubiläumswochen bei der Rheinbacher Bevölkerung gefunden hatten.

Interviews und Rockmusik

Zweieinhalb Stunden lang dauerte der Festakt, doch langweilig wurde es nie, dafür sorgte schon Kabarettist Konrad Beikircher als humorvoller Moderator. Zwischen seinen Interviews mit zahlreichen Protagonisten der Glasszene ließ es die Band „Celements“ der Glasfachschule so richtig krachen mit einem großartigen Potpourri aus fünf Jahrzehnten Rockmusik mit donnerndem Schlagzeug, kreischenden Gitarren und einer stimmgewaltigen Sängerin.

„Denkt man an Rheinbach, denkt man sogleich auch an der wunderbaren Werkstoff Glas, an unsere Glasfachschule und unser Glasmuseum, die uns den Namen Glasstadt eingebracht haben“, machte Bürgermeister Stefan Raetz schon in seiner Begrüßung klar, wie wichtig das Thema für die Stadt sei. Ihren Ursprung habe die Glastradition in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als Vertriebene aus dem Sudetenland den Weg nach Rheinbach fanden. „Im Gepäck waren auch Hoffnung und Lebensmut, die ihnen einen Neuanfang ermöglichten“, so Raetz. Die Neubürger, meist aus Steinschönau und Haida, seien sofort daran gegangen, mit viel Engagement, Kreativität und Improvisationsvermögen schon 1948 den ersten Ausbildungsjahrgang auf den Weg zu schicken, und im Laufe der Zeit habe sich die Glasfachschule in Rheinbach fest etabliert. Sie sei mittlerweile weit über die Grenzen Rheinbachs hinaus bekannt, dort würden die Grundtechniken des Glashandwerks, der Grafik und der Gestaltung vermittelt.

Glasmuseum in sechs Monaten aus dem Boden gestampft

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Glasfachschule habe man 1968 einen Förderverein gegründet mit dem schönen Namen „Freunde edlen Glases“, der in nur sechs Monaten das heutige Glasmuseum „aus dem Boden stampfte“, so der heutige Vorsitzende Joachim Strasdas. Mit Spenden, Leihgaben und Geschenken habe man die erste Ausstellung organisiert, nach und nach mit eigenen Mitteln zahlreiche interessante Exponate hinzugekauft und mit Unterstützung der Stadt und des Beirates das Museum zu seiner heutigen Bedeutung weiterentwickelt. „Glas ist ein Werkstoff, der auch in Zukunft noch von großer Bedeutung sein wird“, sagte Strasdas voraus.

„Glas ist allgegenwärtig und banal, besitzt aber tolle Möglichkeiten“, ergänzte Museumsleiterin Dr. Ruth Fabritius. Das Doppeljubiläum sei ein wichtiger Schritt, Glas und Glaskunst näher an die Menschen in der Stadt heranzubringen und erfahrbar zu machen. Dass dies durchaus gelingen könne, habe man beim Bau des historischen Brennofens gesehen, dessen Inbetriebnahme am Glaspavillon zu einem wahren Volksfest ausgeartet sei.

Bildungsministerin sammelt Römergläser

Mit der nordrhein-westfälischen Bildungsministerin Yvonne Gebauer als Schirmherrin hatte man einen guten Griff gemacht, sammelt sie doch selbst schon seit vielen Jahren Römergläser in allen Variationen und hat nicht nur dadurch eine enge Beziehung zum Glas. Das Land als Schulträger sichere die Zukunft der Glasfachschule, stellte sie klar. „Wir sorgen für die bestmögliche Ausstattung der Schule und für die bestmögliche Förderung der Schüler“, versprach sie und wusste: „Ein guter Unterricht steht und fällt mit der adäquaten Lehrerversorgung.“ Dazu gehört es auch, alle Schulen im Land bis 2022 an ein leistungsfähiges Netz anzuschließen, denn man könne nicht auf Dauer an Maschinen von gestern die Berufe von morgen lehren. Glasfachschul-Leiter Walter Dernbach wies auf die Vielfalt der Berufe und Ausbildungswege hin, die an der staatlichen Glasfachschule gelehrt werde. Hier könne jeder individuell zwischen Handwerk, Kunst und Kunsthandwerk seinen Weg finden. Die berufliche Zukunft der Schüler sah er überaus positiv, „wenn sie mobil sind“, denn die glasverarbeitenden Unternehmen in ganz Deutschland nähmen die Absolventen mit Handkuss.

Glasmuseum mit Spirit und Idee dahinter

Dem Glasmuseum prophezeite Milena Karabaic, die Kulturdezernentin des Landschaftsverbandes Rheinland, eine blühende Zukunft, „denn sie haben eine Story in Rheinbach und sind sehr gut in das Netzwerk der Glasmuseen integriert.“ Für den Erfolg sei ohnehin nicht die Größe eines Museums ausschlaggebend, „sondern der Spirit und die Idee dahinter.“ Dazu gehöre es auch, die Fragen der Zukunft in den Blick zu nehmen und die Vermittlung von Wissen auf die Bedürfnisse der modernen Menschen abzustimmen. „Nutzen Sie die Möglichkeit der Digitalisierung und erzählen Sie Geschichten zum Glas, denn das macht das Thema interessant“, so ihr Ratschlag. Eröffnet wurde auch die Ausstellung „50 Jahre – 50 Gläser“, eines der zentralen Projekte des Jubiläumsjahrs, die die Entwicklung der Sammlung anhand von Schlüsselwerken in den Fokus rückt. „Damit soll die Geschichte des Rheinbacher Glases, dessen Anfänge mit immer noch aktuellen Themen Flucht, Vertreibung und Neuanfang verknüpft sind, für die jüngere Generation neu erzählt werden“, so Fabritius. Zur Ausstellung gibt es einen interessanten Katalog mit Beiträgen von 50 Rheinbacher Persönlichkeiten zu 50 ausgewählten Glasobjekten, die einen Querschnitt der Sammlung darstellen und ein Schlaglicht auf die Geschichte des Museums von seinen Anfängen bis heute werfen.

JOST

Die Geburtstagstorte schnitten (von links) Schulleiter Walter Dernbach, Museumsdirektorin Dr. Ruth Fabritius, Fördervereins-Vorsitzender Joachim Strasdas und Bürgermeister Stefan Raetz an.

Die Geburtstagstorte schnitten (von links) Schulleiter Walter Dernbach, Museumsdirektorin Dr. Ruth Fabritius, Fördervereins-Vorsitzender Joachim Strasdas und Bürgermeister Stefan Raetz an. Foto: Photographer: Volker Jost Auf de

Das Jubiläumsjahr verleiht Flügel

Foto: Photographer: Volker Jost Auf de

Das Jubiläumsjahr verleiht Flügel

Foto: Photographer: Volker Jost Auf de

Fröhliche Gesichter beim Doppeljubiläum von Glasfachschule und das Museum in Rheinbach (von links): Bundestagsabgeordneter Norbert Röntgen, Schulleiter Walter Dernbach, Kulturdezernentin Melina Kabarett, Bürgermeister Stefan Raetz, Museumsdirektorin Dr. Ruth Fabritius, Fördervereins-Vorsitzender Joachim Strasdas, Moderator Konrad Beikircher, Landtagsabgeordneter Jörn Freynick, Bildungsministerin Yvonne Gebauer und Landtagsabgeordneter Oliver Krauß. Foto: Photographer: Volker Jost Auf de

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