Kunst trifft Politik: „Geh und lebe“
Das Kino kehrt zurück nach Unkel
Unkel. Vor 45 Jahren schlossen die Freiligrath-Lichtspiele wegen Unrentabilität für immer die Pforten. 45 Jahre nach dem letzten Kinofilm, der in Unkel vorgeführt wurde, wird erstmals wieder ein abendfüllender Spielfilm in der kleinen Stadt am Rhein gezeigt.
Kurz nach der erfolgreichen Vernissage der noch bis zum 28. Mai andauernden Kunstausstellung „Jahrmarkt der Menschlichkeit“ in der Innenstadt Unkels zeigt die Unkeler Künstler-Initiative „Kunst trifft Politik“ in Zusammenarbeit mit dem „Kulturkino Unkel“ den vielfach international preisgekrönten Spielfilm „Geh und lebe“.
Wie weit darf eine Mutter gehen, um ihr Kind zu retten? „Geh und lebe...“, mit diesen Worten schickt eine verzweifelte äthiopische Mutter ihren neunjährigen Sohn in eine ungewisse Zukunft. Während sie im von Hungersnot gebeutelten Flüchtlingslager zurückbleibt, darf der Zuschauer dem kleinen Schlomo ins „Gelobte Land“ folgen und erlebt eines der wohl ungewöhnlichsten und emotional berührendsten Coming-of-Age-Dramen der Filmgeschichte.
Die Geschichte des Filmes beruht auf einer wahren, nahezu vergessenen Begebenheit. Mit der „Operation Moses“, einer geheimen Kommandoaktion des israelischen Geheimdienstes, wurden Mitte der 80er Jahre tausende von äthiopischen Juden aus dem Sudan geholt. Diese spektakuläre Aktion ist der Ausgangspunkt für die Geschichte von Schlomo, der sich verstellen muss, um leben zu können. Doch die Last seines Geheimnisses begleitet ihn. Der Tag rückt näher, an dem er sein Schweigen brechen muss, denn auch seine Frau ahnt nicht, wer er wirklich ist.
Behutsam und unaufdringlich, mal humorvoll und mal traurig, widmet sich das mit liebevollem Zeitkolorit versehene Werk dem Schicksal von Schlomo. Ein ausgefeiltes, psychologisch dichtes Drehbuch, ausgezeichnete Darsteller, symbolgeladene Bilder und eine einfühlsame Filmmusik sorgen dafür, dass die Mischung aus zeitgeschichtlichem Politdrama und multikultureller Charakterstudie sich in das Gedächtnis der Zuschauer brennen wird. Ein großartig inszeniertes Epos über die Suche nach der eigenen Identität.
Geh und lebe wird vorgeführt am 24. Mai um 19 Uhr im Katholischen Pfarrheim Unkel, Corneliaweg 3. Der Eintritt ist frei, um Spenden für die Deckung der Kosten wird gebeten.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe folgen weitere außergewöhnliche Filme und Vorträge zum Thema Menschenrechte – mehr unter www.kunst-trifft-politik.de.
