Rheinufer künstlerisch an Remagens Innenstadt angebunden
Das Künstlerforum initiiert die „Offene Galerie“
40 große Fotos gestalten einen Parcours als Teil des Kultursommers Rheinland-Pfalz
Remagen. In den nächsten Monaten wird Remagen in Sachen Kunst noch mehr als ohnehin zu bieten haben. Das Künstlerforum Remagen (Küfo) beschert der Stadt erstmals sein Projekt „Offene Galerie Remagen“. Überschrieben ist es mit „Der Sommer unseres Vergnügens“, genau wie der Kultursommer Rheinland-Pfalz 2016, was kein Zufall ist. Denn die offene Galerie gehört als geförderte Veranstaltung zum sommerlichen Kulturpaket des Landes.
Unter freiem Himmel trifft das Auge zwischen dem 21. Mai und 30. September auf 40 großformatige Fotoarbeiten von elf regionalen Foto-Künstlern. Für jeden Besucher frei begehbar, schlägt die temporäre Open-Air-Schau eine Brücke der Kunst zwischen dem Rheinufer und der Innenstadt Remagens. „Genau da liegt die Betonung, auf der Anbindung des Rheinufers, wo sich die Besucher tummeln, an die Stadt“, sagt der Küfo-Vorsitzende Horst Peter Vitt bei der Projekt-Vorstellung im Vereinssitz Villa Heros. Die Stadt Remagen fragte sich seit geraumer Zeit, ob Kunst als Innenstadt-Motor funktioniert, und die Händler wussten mitzuteilen, dass sie beim Lebenskunstmarkt, wenn die Kernstadt brummt, die Hälfte ihres Jahresumsatzes verzeichnen. Wohl auch deshalb empfahl die TU Kaiserslautern in ihrem Master-Studienprojekt „Kultur- und Kreativwirtschaft als Entwicklungsstrategie für die Innenstadt-Entwicklung in Remagen“ eine sichtbare künstlerische Verbindung zu schaffen zwischen dem Skulpturenufer, der Rheinpromenade und dem Historischen Dreieck. Das Küfo nimmt sich der Idee an, füllt sie mit Kunst und setzt sie „als ergebnisoffenen Versuch“ um.
Planung und Unterstützung
Nach lockerem Andenken in 2014 hat der Vorstand acht Monate intensiv geplant, das Konzept erstellt, Fördergelder beantragt, Künstler, Arbeiten und Route ausgewählt, Gespräche mit der Stadt und Anwohnern geführt. „Beim Ortsbeirat haben wir kommuniziert“, so Rosmarie Feuser, Zweite Vorsitzende, „dass wir nicht beliebig Exponate aufhängen, sondern uns sehr bewusst ist, Kunst im öffentlichen Raum zu präsentieren“. Einstimmig sprach sich der Beirat für das Projekt aus. Auch freut sich das Küfo über die städtische Kooperation, etwa die Unterstützung durch den Bauhof. Eine große Anerkennung erfährt die Aktion durch die Annahme als Projekt im Kultursommer. „Wir haben die maximale Fördersumme von 4000 Euro erhalten“, so Feuser. „Darüber hinaus sind wir froh, mitvernetzt und überhaupt ein Teil dieses landesweiten Kulturevents zu sein“, betont der Pressewart Dieter Wessinger.
In Straße, Tor und Fenster
Der Parcours der Freiluft-Galerie beginnt an der Rheinpromenade, führt über die Pintgasse in die Neipengasse, läuft vorbei am Römischen Museum und der Kulturwerkstatt bis zum Rathaus und dem Künstlerforum Remagen in der Kirchstraße, wo die Ausstellung endet oder ihren Anfang nimmt. Die Fotokunst, gedruckt auf stabile, wetterbeständige Kunststoff-Trägerplatten, kommt von Hermann Brix, Ellen R. Dornhaus (Wachtberg), Sabine A. Hartert (Berg-Freisheim), Anne von Hoyningen-Huene (Engelskirchen), Günter Karl, (Mannheim), Peter Lüdtke (Remagen), Harald Priem (Mannheim), Till Rachold (Königswinter), Nicola Solodas (Bonn), Daniel Wilmers (Sinzig) und Stefan Zajonz (Bonn). Zum Beispiel sind Lüdtkes neblige Apollinariskirche und rotglühender Rhein zusammen mit zwei Hinweisschildern zu den Stationen des Rundgangs an der Rheinpromenade quer zum Strom anzutreffen. Racholds an sonnigen Tagen aufgenommene Fotos von Menschen in ihrem Umfeld aus Architektur und Landschaft werden in einem Tordurchgang zur Promenade hängen und die beunruhigenden Puppen der Ellen R. Dornhaus aus den Fenstern des Küfo-Domizils schauen.
Begehung mit Musikbegleitung
Außerdem haben die Küfo-Aktiven zur „Offenen Galerie Remagen“ ein umfangreiches Begleitprogramm organisiert. Es wird Musik, Kleinkunst, Puppenspiel und als Küfo-Beitrag zum diesjährigen Kunstsalon am 10. September die Premiere einer „Regionalia“ genannten Ausstellung für Künstler der Region geben. Alle zwei Jahre soll sie aufgelegt werden. Das professionelle Figuren-Theater von Manfred Künster ist ein Geschenk des Künstlerforums für Kinder aus Remagener Kindertagesstätten. Weitere Veranstaltungen sind in Planung und werden zeitnah in der Presse und auf der Website angekündigt. Zur Eröffnung der Galerie am 21. Mai werden Vertreter des Kreises und der Stadt Remagen, die Anrainer des Ausstellungsweges und die teilnehmenden Künstler erwartet. Nach der Begrüßung und einer Einführung von Heike Henze-Bange, Kunstvermittlung Arp Museum, startet die erste Begehung der „Offenen Galerie“ mit musikalischer Begleitung. Zudem lädt das Künstlerforum zu einem Empfang ein. Direkt im Anschluss wird an dem Abend in der Kulturwerkstatt das beliebte Format „Hauffes Salon“ wiederbelebt. Andreas Hauffe präsentiert dort Überraschungsgäste aus Kunst, Musik und Literatur. Bei einer einzigen „Offenen Galerie“ soll es übrigens nicht bleiben. Schon denken jetzt denken Feuser, Vitt und Wessinger, denen die viele Arbeit für Ihr Projekt den Spaß nicht keinesfalls verdorben hat, an Fortsetzungen etwa mit Grafik, Zeichnung, Karikatur oder Lyrik. HG
Die Werke der Künstler werdenin einer „Offenen Galerie“ ins Stadtbild von Remagen integriert
