Fest lockte Tausende auf den Cochemer Burgberg - Handwerker, Ritter und Gaukler waren in Aktion
Das Mittelalter erwachte wieder auf der Reichsburg
Cochem. Ritter, Knappen, Knechte, Mägde und Zauberer beherrschten wieder das Bild auf der Cochemer Reichsburg: Das alljährliche Burgfest lockte wieder bei besten Wetterbedingungen Tausende auf den Burgberg. Heerscharen von mittelalterlich gekleideten Männer und Frauen zogen mit Kind und Kegel auf das Cochemer Wahrzeichen, um dort das Mittelalter aufleben zu lassen. Eine Zeltstadt am Fuß der Anhöhe zeigte schon weithin, dass rund um das rund 900 Jahre alte Bauwerk einiges los war. Handwerker wie Töpfer, Schnitzer, Lederer, Drechsler, Seiler, Kerzen- und Seifensieder, aber auch Gaukler, Zauberer, Musiker und Artisten zeigten dem staunenden Publikum ihre Kunst. Schmiede ließen den Hammer fliegen, dass die Funken stoben. Musiker mit Schalmeien, Sackpfeifen und Flöten spielten zeitgemäße Stücke, Schwertkämpfer schlugen die Schwerter, dass es klirrte und die „Ahs“ und „Ohs“ des Publikums belohnten die Künstler, die etwa Riesen-Seifenblasen oder artistische Tanz- und Kampfeinlagen boten.
Einblicke in das mittelalterliche Leben
Bestens organisiert lief am Samstag und Sonntag ein Burgfest von Format hoch über dem Moseltal ab, das sich sehen lassen konnte. Nicht ohne Grund war das Publikum international, denn anhand des Sprachgewirrs ließ sich schnell herausfinden, dass neben Deutschen auch Holländer, Belgier, Engländer, Amerikaner, Japaner und Osteuropäer den steilen Weg zur Reichsburg hinaufgekommen waren, um das Flair des Mittelalters zu erleben. Die tschechische Gruppe „Fictum“ bot drinnen in einer spektakulären Show rasanten Schwertkampf und Schlachtgetümmel, die Gruppe „Spectaculatius“ sang Minnelieder, Bänkelsänger intonierten Liebeslieder und die Klänge der Rockband „Arcus“ ließen im Innenhof das ehrwürdige Gemäuer erzittern. Sogar eine Formation einheimischer Ritter, Mägde und Kämpfer aus Cochem, Valwig und Bruttig-Fankel zeigte am Fuß der Reichsburg in Original-Outfits, was damals die Rittersleut´ trugen und wie sie lebten. Mit wildem Geschrei und Gebärden zeigten die gestandenen Kämpfer, wie man mit den Schwertern, Äxten und Lanzen kämpft und siegt.
Kaufleute und Gastronomie waren am Ende des zweitägigen Burgfestes zufrieden: „Das Wetter hat mitgespielt, die Besucherzahl war riesig und die Geschäfte liefen gut“, resümierte ein Aussteller das Ergebnis des Burgfestes.
MT
Töpfer, Steinmetze und Schmiede präsentierten ihre kunstvolle Handarbeit.
Diese fröhliche Truppe stammt aus Cochem, Valwig bzw. Bruttig-Fankel. Foto: Picasa
Liebeslieder und bekannte Weisen trug dieses Duo vor.
Riesen-Seifenblasen verzauberten das Publikum.
