Impfaktion im Gesundheitszentrum Merl
Das Piksen wie am Schnürchen lief völlig reibungslos über die Bühne
Apotheker Sebastian Groß und die Ärzte Dr. Jörg Quernheim, Dr. Gabriele Grabolle und Dr. Simone Schiller versorgen 300 Meckenheimer mit dem Vakzin von Johnson & Johnson
Meckenheim.Völlig reibungslos wie am Schnürchen lief die Impfaktion der Meckenheimer Schiller-Apotheke von der Arztpraxis Dr. Jörg Quernheim am Samstag im Meckenheimer Gesundheitszentrum in der Heroldpassage ab. Dort ließen sich nicht weniger als 300 Menschen aus Meckenheim und Umgebung gegen das Coronavirus impfen. Fast wie im Akkord setzen die drei Ärzte Dr. Jörg Quernheim, Dr. Gabriele Grabolle und Dr. Simone Schiller in drei zu „Impfkabinen“ umfunktionierten Praxisräumen Spitzen mit dem Vakzine von Johnson & Johnson in die Oberarme der Impflinge.
Der problemlose Ablauf sei sicherlich der geradezu generalstabsmäßig in Vorbereitung zu verdanken, ist sich Apotheker Sebastian Groß von der Schiller-Apotheke sicher, der die Idee zu der Impfaktion hatte und sie auch zusammen mit seiner Frau Irena organisierte. Als pharmazeutischer Leiter des Landesimpfzentrums in Sankt Augustin weiß er schließlich, wie wichtig eine minutiöse Planung ist, damit es am Impftag nicht zu Warteschlangen vor dem Eingang kommt. Zur Sicherheit hatte er dennoch vor der Praxis einen kleinen Warteraum im Freien eingerichtet, um kurze Wartezeiten zwischen der Ankunft und der Impfung zu überbrücken. Die Impflinge waren vorher per E-Mail über ihre persönliche Impfnummer sowie ihren exakten Impfzeitpunkt informiert worden mit der Bitte, genau zehn Minuten vorher da zu sein, um die notwendigen Formalitäten noch zu erledigen. Schließlich mussten die Aufklärungsbögen und Einwilligungen begutachtet, die Krankenversicherungskarten eingelesen und die Identität des Impflings festgestellt werden.
Alle vier Minuten gab es drei Pikse
Alle vier Minuten gab es also drei Pikse, insgesamt 300 der Zeit von 9 bis 14 Uhr. Den Impfstoff von Johnson & Johnson hatte Groß bereits vor zwei Wochen geordert, als der Hersteller unbegrenzte Mengen im Angebot hatte. Mit der Beständigkeit gibt es dabei keine Probleme, denn der Impfstoff ist bis 2023 haltbar, was der Tatsache zu verdanken sei, dass der Impfstoff bereits fertig angeliefert wird und nicht erst noch, wie andere Vakzine, von Pharmazeuten zusammengemischt werden muss. Zudem hat der Impfstoff von Johnson & Johnson auch noch den Vorteil, dass eine einzige Impfung ausreicht. Ähnlich wie bei anderen Impfstoffen ist der maximale Impfschutz dann 14 Tage nach der Impfung erreicht. Der gekühlte Impfstoff wurde von Sebastian Groß und Pharmaziepraktikantin Rahma Taha auf Spritzen gezogen und sofort en gros nach nebenan gebracht.
Nach der Impfung mussten die Teilnehmer noch einmal eine Viertelstunde in einem eigens eingerichteten Freiluft-Wartebereich warten, um eine eventuelle mögliche Nebenwirkung festzustellen. Für den Fall der Fälle, dass bei einem der Impfling der Nebenwirkungen aufgetreten wären, stand ein Krankenwagen des Malteser Hilfsdienstes in Bereitschaft, doch der wurde gottlob nicht gebraucht. Während des Wartens wurden die Daten erfasst, um den digitalen Impfausweis zu beantragen. Dieser wird in den nächsten Tagen automatisch per Post zugesandt.
Erfreulicherweise gab es auch Unterstützung von anderen Geschäften aus der Nachbarschaft, so spendete etwa die Firma Edeka-Breil Getränke und Snacks für die Impfling und für die Mitarbeiter der Impfaktion. „Wir haben ein ganz familiäres Verhältnis, wir kennen uns untereinander und helfen uns gegenseitig“, freute sich Sebastian Groß. JOST
Hochkonzentriert zog Pharmaziepraktikantin Rahma Taha das Vakzin auf Spritzen, die dann nebenan in die Arztpraxis gebracht wurden.
