Wolfgang Gückelhorn referierte beim Kreisvorstand der AG 60plus
Das „Rebstock-Lager“ darf nicht in Vergessenheit geraten
Jahrelang hat er sich mit dem Geschehen des im Ahrtal gelegenen Lagers „Rebstock“, einem Außenlager des KZ Buchenwald, beschäftigt. Dokumente wurden studiert, Betroffene und Zeitzeugen befragt. Was seine Recherchen ergeben haben, ist teilweise erschütternd und macht zugleich nachdenklich. Wolfgang Gückelhorn, Bad Breisiger Bürger und seit Jahrzehnten auf den Spuren historischer Geschehnisse in seiner Heimatregion, war einer Einladung des Kreisvorstandes der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus gefolgt und berichtete den in großer Anzahl erschienenen und interessierten Zuhörern im Rahmen der jüngsten Vorstandssitzung in Bad Breisig seine Forschungsergebnisse. Demnach wurden die zwischen Ahrweiler und Rech gelegenen ungenutzten Eisenbahntunnel zum unterirdischen und damit bombengeschützten Zusammenbau von Abschussvorrichtungen für Hitlers „Wunderwaffe“, die „V-2“-Rakete, von Herbst 1943 bis Ende 1944 genutzt. Bereits ab Frühsommer 1943 wurden die Tunnel durch Fachfirmen hierzu hergerichtet. Im Herbst 1943 kamen erstmals 500 italienische Militärinternierte und 120 Frontarbeiter auf der Baustelle für das Lager „Rebstock“ zwangsweise zum Einsatz. Ab August 1944 wurden weitere 299 niederländische Häftlinge aus dem Polizeidurchgangslager Amersfoort sowie 30 Häftlinge aus dem KZ Buchenwald und im September 183 weitere Häftlinge aus Buchenwald eingesetzt. Am 13.12.1944 musste das Lager „Rebstock“ aufgegeben werden. Die letzten Häftlinge wurden nach Artern in Thüringen deportiert. Grund hierfür war die aus Westen immer näher rückende Front und somit der befürchtete Einmarsch der aliierten Truppen in Deutschland.
Dass in dieser Zeit auch Häftlinge zu Tode kamen ist anzunehmen, aber laut Gückelhorn bisher dokumentarisch nicht belegbar. Eine Leichengrube oberhalb von Dernau und ein später aufgefundener Galgen sind jedoch Indizien für Hinrichtungen. Sadistische Quälereien von Gefangenen durch das Aufsichtspersonal sind bezeugt.
Nach Gückelhorn’s Ausführungen beantwortete er zahlreiche Nachfragen, die letztendlich in der gemeinsamen Feststellung aller Teilnehmer mündete, dass die Initiative zur Errichtung einer Gedenkstätte am Ort des seinerzeitigen Geschehens unterstützt werden müsse. Die SPD-Senioren sprachen sich dafür aus, durch eine damit verbundene Dokumentation das Lager „Rebstock“ und die dort internierten KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Pressemitteilung
SPD AG60plus
