Allgemeine Berichte | 06.08.2013

Vortrag von Georg Mölich im Odendorfer Zehnthaus

Das Rheinland - Begriff im Wandel der Zeit

Mölich blättert in einer Broschüre des Zehnthausvereins, die ihm Vereinsvorsitzende Dr. Maria Burger überreicht hatte. privat

Swisttal-Odendorf. Wenn die Rede vom Rheinland ist, weiß jeder worum es geht. Doch so klar ist das nicht, denn der Begriff „Rheinland“ hat im Laufe der Geschichte eine Vielzahl von Wandlungen erfahren. Aber auch da war nicht alles so klar, denn nicht immer meinten alle das Gleiche, wenn sie den Begriff benutzten. Das machte der Historiker Georg Mölich vom Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte des Landschaftsverbands Rheinland bei seinem Vortrag deutlich, den er auf Einladung des Vereins Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig hielt. „Das Rheinland - Begriff und Sache in historischer Perspektive“, lautete das Thema, ein Hinweis, dass es nicht nur eine Antwort geben würde. Da gab es Zeiten, in denen als Rheinland die Gebiete beiderseits des Rheins von Basel bis Mainz angesehen wurden. Zur gleichen Zeit meinten andere, das Rheinland reiche von Basel bis zur Rheinmündung. Wie breit dieser „Rheinland-Streifen“ sein sollte, war ebenfalls unklar.

Rheinländischen Identitätsbegriff

Unabhängig davon gab es bis ins 18. Jahrhundert keinen rheinländischen Identitätsbegriff. Der bildete sich erst im 19. Jahrhundert, als 1815 der Wiener Kongress die 1822 als „Rheinprovinz“ bezeichneten Gebiete an Preußen übergab und die preußische Verwaltung formal davon Besitz ergriff. Das hieß aber noch lange nicht, dass sich alle Bewohner als Rheinländer sahen. So gab es in erster Linie Kölner, Bonner oder Aachener, bevor sich einer auch als Rheinländer bezeichnete. Und nicht alles, was die Preußen in der Rheinprovinz einführen wollten, wurde akzeptiert. Ganz im Gegenteil, Vieles wurde aus der französischen Zeit übernommen, Regelungen und Einrichtungen beibehalten. Nach der Reichsgründung 1880/81 war die Rheinschiene entlang eine systematische Schaffung von Nationaldenkmälern zu verzeichnen, die dazu führte, dass sich die Bevölkerung stärker mit dem Deutschen Reich identifizierte, weniger mit Preußen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Rheinland Besatzungsgebiet, erfuhr damit wieder eine Sonderrolle, eine Opferrolle, die das Rheinland als eigenständigen „Geschichtsraum“ sah. Diese ist jetzt im Zeichen der europäischen Einigung nicht mehr existent. Der Rheinlandbegriff und das Zugehörigkeitsgefühl der Bevölkerung würden durch Geschichte, Kultur und Natur geprägt, so Mölich. Zum Schluss seiner Ausführungen lieferte er augenzwinkernd eigene Kategorien von Rheinlandbegriffen, nämlich das Rheinland als Karnevalsrheinland, als politische Realität (Rheinschiene Duisburg bis Bonn), als administrative Ebene (Landschaftsverband Rheinland LVR) und als das Wohlfühlland. Dass die Vielzahl der Rheinlandbegriffe bei den Zuhörern auf reges Interesse gestoßen war, zeigte sich an der intensiven Diskussion, die sich an den Vortrag anschloss. Auf einen gemeinsamen Rheinlandbegriff konnte sich aber nicht geeinigt werden.

Mölich blättert in einer Broschüre des Zehnthausvereins, die ihm Vereinsvorsitzende Dr. Maria Burger überreicht hatte. Foto: privat

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