Allgemeine Berichte | 23.10.2024

Das System der NS-Konzentrationslager unter besonderer Berücksichtigung des KZ-Außenlagers Kochem-Bruttig-Treis

Cochem. Aus Anlass der Auflösung des KZ-Außenlagers CochemBruttig-Treis vor 80 Jahren im Herbst 1944 lädt der Förderverein Gedenkstätte KZ-Außenlager Cochem e.V. am am 19. November um 19 Uhr ins Kreishaus Cochem-Zell, Endertplatz zum Vortrag über das System der Konzentrationslager und des hiesigen KZ-Außenlagers ein. Darin schildert der Referent Joachim Hennig, der seit vielen Jahren in verschiedenen Funktionen in der Gedenkarbeit und auch im Vorstand des Fördervereins ist, die Geschichte der NS-Terrororganisation von ihren Anfängen an: Er spannt den Bogen von den „wilden“ Konzentrationslagern im März 1933 bis zu den Vernichtungslagern im Osten ab Ende 1941. Dabei geht er auf den Funktionswandel der Konzentrationslager als Wirtschaftsunternehmen und die „Internationalisierung“ der Häftlinge während des Krieges ein.

Immer schneller entstanden KZ-Außenlager für die Rüstungsproduktion. Wie Hennig schildert, gab es in den zwölf Jahren der NS-Herrschaft 24 KZ-Hauptlager mit insgesamt etwa 1.000 Außenlagern. Dort wurden die „Schutzhäftlinge“ nicht nur gedemütigt und ausgebeutet, sondern auch „durch Arbeit vernichtet“. Eines dieser Lager war das KZ-Außenlager Cochem-Bruttig-Treis. Es wurde im März 1944 als Außenlager des KZ Natzweiler im Elsass eingerichtet, damit die Firma Robert Bosch AG in dem ungenutzten (Eisenbahn-)Tunnel zwischen Bruttig und Treis Zündkerzen für Flugzeugmotoren produzieren konnte. Dafür mussten die Häftlinge - in der Anfangsphase vor allem französische, dann meist polnische und sowjetrussische - das Lager aufbauen und die Tunnelanlage für die Produktion herrichten. Organisiert wurden die Arbeiten von einem SS-Führungsstab, der seinen Sitz in Cochem hatte. Für den „inneren Betrieb“ der beiden Teillager in Bruttig und in Treis gab es eine SS-Lagerleitung. Die „sicherheitspolizeilichen“ Aufgaben nahm die Gestapo Koblenz wahr. Wie Hennig weiter berichtet, sind nach aktuellem Forschungsstand mehr als 2.400 Häftlinge bekannt, eindeutig nachgewiesen sind 98 Todesfälle. Im Herbert 1944 wurde das Lager vor den vom Westen anrückemden Alliierten aufgelöst. Die Überlebenden verschleppte man in das Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar, um sie dann weiter in das KZ Mittelbau-Dora zu transportieren. Dort mussten sie in einer unterirdischen Stollenanlage nördlich von Nordhausen im Südharz die angeblichen „Wunderwaffen“ V2 und V1 herstellen.

Veranstalter: Kreisvolkshochschule Cochem-Zell in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Gedenkstätte KZAußenlager Cochem e.V. und unterstützt von den pastoralen Räumen Kaisersesch und Cochem-Zell.

Mehr Informationen auf der Homepage des Fördervereins Gedenkstätte https://kz-bruttig-treis.de. Kontakt: gedenken@kz-bruttig-treis.de.

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