Großes Fest vom Hillscheider Limesturm bis zum Kleinkastell
Das antike Rom hautnah erlebt
Hillscheid. Der Limes war früher militärisches „Frühwarnsystem“ und Grenze des römischen Wirtschaftsgebietes, er prägte in seiner fast fünfhundertjährigen Geschichte zahlreiche Kulturlandschaften und bildete die Keimzellen vieler bedeutender Städte. In Hillscheid war die antike Grenzanlage am letzten Sonntag wieder ein Platz zum Feiern, alle zwei Jahre präsentiert sich der kleine Ort in der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen ganz im Zeichen der alte Römer und feierte in diesem Jahr bereits das 7. Limesfest. Die Veranstaltung hat sich mittlerweile auch überregional einen Namen gemacht, dementsprechend wurde der Platz am Hillscheider Limesturm den ganzen Tag von einer Vielzahl von Besuchern aus nah und fern frequentiert. Die Organisatoren hatten auch viel zu bieten, seit Wochen waren viele Helfer unermüdlich mit den umfangreichen Vorbereitungen für die Festivitäten beschäftigt und boten den Besuchern am Sonntag ein attraktives und abwechslungsreiches Programm vom Limesturm bis zum Römerkastell mit vielen informellen, kulturellen und sportlichen Aktivitäten.
Rund um den Limesturm hatte die Kohorte XXVI ihr römisches Lager aufgeschlagen und den Platz um den Turm in die Römerzeit zurückversetzt, sie gewährten hier den Besucher tiefe Einblicke in das römische Lagerleben. Hin und wieder gab es plötzlich und unerwartet das Signal ‚Milites Ad arma‘ was so viel bedeutet wie „Soldaten an die Waffen“, dann zeigte die Gruppe dem staunenden Publikum ausgefeilte Marsch- und Kampfübungen. Im Lager der „7. Prätorianer Kohorte (Cohors VII Praetoria), zur Regierungszeit von Kaiser Augustus eine römische Elitetruppe zum Schutze des Kaisers, demonstrierten die „Soldaten“ Exerzierübungen und Schaukämpfe. Drüber hinaus fanden sich rund um das Lager eine Reihe von Verkaufsständen, an denen das römische Handwerk aus nächster Nähe betrachtet werden konnte. Neben Vorführungen und Workshops zum römischen Schuhmacherhandwerk gab es Schaukästen mit Keltischen Schmuckmaterialien zu sehen, weiter wurden in Anlehnung an antike Vorbilder Schmuckstücke aus versilbertem, vergoldeten oder kupfernen Schmuckdraht entworfen und alleine oder mit Schmucksteinen zu Ketten, Armbändern und Ohrringen gestaltet.
Weiter gab es eine interessante Glasperlvorführung mit einem Propangasbrenner zu sehen, die vor allem die Kinder begeisterte. In einer römischen Küche zeigten Küchenhelfer in historischen Gewändern den Besuchern anschaulich, wie zu Zeiten der Römer bestimmte Gerichte zubereitet wurden und was ein Imperator, ein Soldat und ein „einfacher Bürger“ zur damaligen Zeit speisten, auch den Ursprung der in dieser Zeit bevorzugten Lebensmittel und deren Transportmöglichkeiten wurden eindrucksvoll vorgeführt.
Bürgermeister Rath eröffnete die feierlichkeiten
Bürgermeister Andreas Rath eröffnet die Feierlichkeiten und konnte unter den Gästen neben Verbandsgemeindebürgermeister Thilo Becker und dem Kreisbeigeordneten Kurt Schüler auch Dr. Andreas Nick (MdB) sowie Josef Dötsch (MdL) in Hillscheid begrüßen. Nach einem kleinen Überraschungsgastspiel von Asterix und Obelix nahm der römische Führer „Claudius“ Bürgermeister Rath und seine Gäste mit auf einen ausgedehnten Rundgang über das Festgelände und ließ dabei die Geschichte der Römer wiederaufleben. Später konnte Jedermann seinen Geschichtskenntnissen bei vielen Führungen im Limesturm lauschen.
Mittlerweile hatten die sehr interessanten Vorführungen an der fußbetriebenen Töpferscheibe des Keramikmuseums Westerwald begonnen und ein tolles museumspädagogisches Angebot speziell für Kinder wartete dort auf die Besucher. Spannende Details aus dem Alltag in der Provinz wurde beim Klatsch und Tratsch im alten Rom erzählt, daneben kam auch der Mathematik nicht zu kurz. Ein kompetenter „römischer Mathematiker“ zeigte dem Publikum, wie im alten Rom gerechnet wurde, da staunten auch die kleinen Besucher.
Zwischen dem Limesturm und dem Kleinkastell Hillscheid bot der Westerwald-Verein geführte Wanderungen an, auf der Strecke verkehrte zusätzlich ein Shuttlebus. Am Kleinkastell gab es für Groß und Klein Gelegenheit zum Bogenschießen, dort hatten die Bogensportfreunde Kannenbäckerland einiges vorbereitet. So gab es noch viele Darbietungen und Ausstellungen, bei denen hingeschaut und mitgemacht werden konnte.
Die Organisatoren wurden für ihre wochenlangen Mühen mit einem herrlichen Spätsommertag belohnt, der unzählige Gäste in die Stadt und auf die Festplätze am Limesturm und am Kleinkastell lockte. Am Ende des Tages war sich Bürgermeister Rath mit vielen Besuchern einig, dass sich die intensiven Vorbereitungen gelohnt haben, alle freuen sich schon auf das nächste Limesfest in zwei Jahren.
Handgemachter römischer Schmuck.
Ein römischer Legionär.
Überall waren römische Soldaten zu erblicken.
Ein aktuelles Video zu diesem Thema finden Sie im Internet unter: www.blick-aktuell.tv Reinschauen lohnt! Viel Spaß.
