BLICK aktuell besucht „Steps in die Freiheit“
„Das innere Kind lieben lernen“
Seminar des „Freundeskreises für Suchtkrankenhilfe“ in Selters
Selters. In der Reihe „Geschichten die uns berühren“ hat BLICK aktuell in der Ausgabe vom 1. März von der Selbsthilfegruppe „Steps in die Freiheit“ aus Selters berichtet, die dem Landesverband für Suchtkrankenhilfe in Hessen angehört. Vor Kurzem fand ein Seminar der Selbsthilfegruppe statt mit dem Thema „Das innere Kind lieben lernen.“ Hier wurden intime und sehr persönliche Themen angesprochen. In der darauffolgenden regulären Sitzung wurde dieses Seminar eingehend besprochen und BLICK aktuell durfte dabei sein.
Ein Seminar, von dem nicht nur Suchtkranke lernen können
Das Seminar wurde vom Suchttherapeuten Dirk Bernsdorff von der Diakonie aus Altenkirchen geleitet. Um entspannt an das wichtige Thema heranzugehen, fand zunächst ein ausgiebiges gemeinsames Frühstück statt, an welchem zwölf Mitglieder der Gruppe teilnahmen. Dann wurde der Begriff „das innere Kind“ beleuchtet und der Sinn herausgearbeitet. Die Runde kam zu dem Schluss, dass in jedem ein „inneres Kind“ lebt, auch wenn man längst erwachsen ist.
Das „innere Kind“ wird die lebendige Seite im Menschen genannt – dazu gehören Neugier, Offenheit, Begeisterungsfähigkeit und Spontanität. Das „innere Kind“ hat aber auch ein zweites Gesicht: Die Verletzlichkeit und das Suchen nach Anerkennung und Bestätigung. Das „innere Kind“ offenbart sich häufig in den Entscheidungen zwischen Bauchgefühl und Vernunft. Ein Gefühl der Ganzheit entsteht, wenn der reflektierende Erwachsene und das „innere Kind“ im Einklang sind.
Jedes Gruppenmitglied hatte Fotos aus seiner Kindheit und Jugendzeit mitgebracht, konnte so seine Kindheitserlebnisse und Gefühle in Verbindung bringen. Die Gruppe war sich schnell im Klaren darüber, dass bereits Kleinkinder das Bedürfnis haben, von ihren Eltern geliebt zu werden und sie gerne in ihrer Nähe haben. Leider haben nicht alle Kinder das Glück, das so zu erleben. Da es damals keinen Raum für Gefühle gab, mussten diese runtergeschluckt werden. Heute sitzen diese Kinder als Erwachsene auf einem Berg voller Trauer, Wut und Schmerz und haben so keinen Raum für ein friedliches, freudvolles Leben.
Ein liebevoll Erwachsener für das „innere Kind“ zu sein, heißt, dass man in der Lage sein muss, bedingungslos zu lieben. Die Menschen müssen dieser Theorie zufolge lernen, dass sie für sich selbst ein liebevoller Papa, oder eine liebevolle Mama sein müssen, die sie teilweise nie hatten.
Im Kontrast dazu birgt aber der Theorie des „Inneren Kindes“ nach eine behütete und geschützte Kindheit auch die Gefahr und das Risiko, dass man als Erwachsener die Gefahren selbst sucht und dann mit den Folgen nicht klar kommt.
Positives Resümee von „Steps in die Freiheit“
Die Seminarteilnehmer berichteten übereinstimmend, das Seminar mit Dirk Bernsdorff habe darin bestärkt, dass das Auseinandersetzen mit sich selbst, und natürlich mit der Suchterkrankung, der richtige Weg ist, ein suchtfreies Leben zu führen. Der Seminartag war ein sehr effektiver Tag mit sehr vielen Emotionen, aufgrund des Erfolges ist ein Aufbauseminar geplant.
In der nächsten Folge von „Geschichten die uns berühren“, berichtet BLICK aktuell aus der Fachklinik für Suchterkrankungen in Vielbach.
