Bürger- und Junggesellenverein von Unkel feierten drei Tage lang Sankt Pantaleon-Kirmes
Das junge Königspaar Tobias Wallek und Nadja Wester stand im Mittelpunkt
Unkel. Eine Woche nach dem Königsschießen im Gerhardswinkel feierten der Bürger- und der Junggesellenverein von Unkel um ihre Vorsitzenden, Rudolf Zimmermann und Korbinian Wester, traditionell die Pantaleon-Kirmes. Diese begann am Freitagnachmittag mit der Fete „Unkel feiert“, bei der die Band „Stadtrand“ um den deutschen Vertreter beim Eurovision Song Contest 2012 in Baku, den Neustädter Roman Lob, DJ Tenchu mit live Musik unterstützte, nachdem die Junggesellen zuvor den Kirmesmann im Triumphzug durch die Altstadt in das Festzelt auf den Kirmesplatz geleiten hatten, um ihm dann seinen Sitz über der Theke zuzuweisen. Am frühen Samstagsnachmittag trudelten dann elf Fähnriche mit ihren Fanclubs im Festzelt ein, warteten doch die Pokale des Rheinlandmeisters aller Klassen und des Voreifelmeisters sowie der Rhein-Ahr-Wanderpokal auf ihre neuen Besitzer. Unter den fachmännisch-kritischen Blicken von Christian Feltens, Philipp Lehmacher, Florian Paaßen und Martin Schmitz qualifizierten sich die fünf besten für das Stechen, darunter auch der ehemalige Unkeler Fähnrich Lothar Mollberg. Geschlagen geben musste sich der frühere dreimalige Rheinlandmeister, der 2008 und 2010 auch die Bundesmeisterschaft aller Klassen sowie 2012 die Bundesmeisterschaft nach Unkel geholt hatte, seinem aktuellen Nachfolger als Bundesmeister, dem Bruchhausener Fähnrich Philipp Schmitz, der damit zum dritten Mal in Folge die Rheinlandmeisterschaft aller Klassen gewonnen hatte. Damit blieb dem aktuellen Bundesmeister aller Klassen, dem Unkeler Jan-Philipp Wallek, nur der dritte Platz, mit dem er sich aber die Voreifelmeisterschaft sicherte, während der junge Leubsdorfer Fähnrich Lukas Ley auf dem vierten Platz landete und damit den Rhein-Ahr-Wanderpokal in den Süden der Verbandsgemeinde Linz entführte.
Während die Juroren im Cocktailzelt noch die Fehlerpunkte der Finalisten von den Kunstschlägen über Kopf und hinter dem Rücken abzogen und das Ergebnis mit den Punkten für die Haltungsnoten addierten, wartete das designierte Junggesellenkönigspaar, Tobias Wallek und Nadja Wester, mit seinen Ehrenpaaren Sabrina Küpper und Julian Muss, Klara Thelen und Korbinian Wester, Marion Wißmann und Robert Spalting sowie Katrin und Nils Müller, bereits ungeduldig im Königshaus auf die Festgesellschaft. Dort in der Freiligrathstraße 13 hat man schon Erfahrung in der Bewirtung der Kirmesgäste, nicht nur weil im Vorjahr Marion Wallek, die Schwester von Tobias, an der Seite von Christoph Demme Junggesellen-Königin war. Die Eltern der beiden, Doris und Engelbert, waren vor zehn Jahren Bürgerkönigspaar, nachdem sie 30 Jahre zuvor selber den Junggesellenverein als Königspaar repräsentiert hatten.
Außerdem war Tobias Wallek schon vor vier Jahren, an seiner Seite damals noch Anne Stemshorn, Junggesellenkönig, nachdem ihm zum 240. Stiftungsfest seines Vereins der Goldene Schuss gelungen war.
Um ihn und seine Königin samt der Ehrenpaare abzuholen, ließen Hauptmann Georg Schober und Philipp Caster vor dem Kirmeszelt den Königszug antreten, in den sich neben den Junggesellenvereinen aus der Verbandsgemeinde auch eine Delegation aus Ohlenberg einreihte. Musikalischen angeführt vom Unkeler Tambourcorps „Rheinklänge“ und dem Blasorchester Bruchhausen ging es zusammen mit dem noch amtierenden Königspaar bei angenehmen Sommertemperaturen trockenen Fußes durch die Altstadt, um dann vor dem Königshaus aufzuziehen. Während die Offiziere der Vereine in dessen Garten bewirtet wurden, halfen fleißige Freunde der Königseltern erfolgreich, den Durst der Mannschaften und Musiker sowie der zahlreichen Zaungäste auf der Straße zu löschen.
Als dann nach weit über 30 Minuten der Turgauer Marsch ertönte, der die Offiziere zum Ehren-Spalier rief, setzte prompt, wenn auch zunächst nur leicht, Regen ein. Der ließ jedoch nicht noch, sondern wurde noch stärker, sodass sich der Königszug, in den sich auch der Bürgerverein einreihte mit seinem neuen Königspaar, Matthias und Birgit Wester, den Eltern der Junggesellen-Königin, schnell zum Oberen Markt aufmachte, auch wenn die Ehrenpaaren und die Majestäten bestens beschirmt waren. Während sich die Sonnenblumen-tragenden Damen des Junggesellenvereins an der Bühne aufstellten, die vor dem Schutzengelhaus für die Kettenübergabe aufgebaut war, kommandierte Leutnant Phillipp Caster zunächst die Fahnenschützen in Position, bevor Hauptmann Georg Schober nach einem dreifachen „Zicke, zacke, zicke zacke – hoi, hoi, hoi!“, auf die scheidenden Majestäten diese zu ihrem letzten Königswalzer aufforderte. Anschließend befreite er zusammen mit Pfarrer Michael Ottersbach Ex-König Christoph Demme unter den Klängen von Georg Friedrich Händels Chorsatz „Tochter Zion“ von der Königskette, um diese dem neuen Junggesellenkönig Tobias Wallek unter dem frenetischem Jubel der Zuschauer als Zeichen seiner Macht umzuhängen.
„Unser neues Junggesellenkönigspaar, Tobias Wallek und Nadja Wester, es lebe hoch!“, kommandierte Hauptmann Georg Schober dann, bevor die frisch inthronisierten Majestäten einen ersten Königswalzer tanzten. Nach dem erneuten Fahnenschwenken zu ihren Ehren ging es dann durch die Altstadt zum Festzelt, wo schon viele Kirmesgäste vor dem Regen Zuflucht gefunden hatten, sodass es bestens gefüllt war. Erneut traten die Fähnriche in Aktion, bevor Tobias Wallek und Nadja Wester mit dem Königswalzer um die Fahnen der Vereine ihre Krönungs-Ballnacht eröffneten, zu der wie im Vorjahr die Live-Band „Rio5“ aufspielte.
DL
Königsschwester Marion und Königin Nadja schützten Tobias Wallek und Pfarrer Michael Ottersbach bei der Kettenübergabe vor dem Regen.
Noch nicht in Amt und Würden stellte sich das designierte Junggesellen-Königspaar mit seinen vier Ehrenpaaren zum Gruppenfoto vor dem Königshaus auf.
Durch das Spalier der Offiziere und der Sonnenblumen schwenkenden weiblichen Mitglieder des Junggesellenvereins schritten Tobias Wallek und Nadja Wester ins Freie.
