Heiko Mades - Inhaber von „Mades Outdoor Sport Country“ in Cochem
Dauerlockdown ist kein Allheilmittel und schadet sehr
BLICK aktuell: Der Lockdown geht erneut in die Verlängerung. Wie beurteilen Sie die Maßnahme?
Heiko Mades: Die Maßnahmen, einen Lockdown mit dem Rasenmäher über die ganze Nation vorzunehmen, nach den Erfahrungen des Frühjahrs und den Versprechungen des Gesundheitsministers dieses niemals mehr so durchzuführen, halte ich für schlichtweg nicht zielführend, willkürlich und wettbewerbsverzerrend. Zumal sind gerade die Branchen betroffen, welche besondere Konzepte zur Vermeidung von Masseninfektionen und hierbei wesentliche Investitionen präventiv vorgenommen hatten. Die Entwicklung der Inzidenzzahlen nach dem 16.12.20 haben belegt, dass hier nicht die „Treiber“ getroffen wurden, sondern die Infektionsdynamik mehr dem jahreszeitlichen auf und ab folgte, wenngleich die Maßnahmen als Erfolg verkauft werden. Der Kreis Cochem Zell hatte zu keinem Zeitpunkt ein Problem mir Überlastung der Kliniken und einer erhöhten Sterberate durch das Virus!
BLICK aktuell: Wie hoch sind die finanziellen Einbußen in den letzten Monaten?
Heiko Mades: Die finanziellen Einbußen sind erheblich, bewegen sich im 20 - prozentigen und mehr Bereich über das Jahr verteilt und erhöhen sich täglich. Hier ist mit Sicherheit der Handel und die Gastro- und Beherbergungsbetriebe in touristischen Gebieten besonders betroffen, gerade in der Verlängerung der Maßnahmen ins Ungewisse und Reiseeinschränkungen der Länder.
BLICK aktuell: Wie steht es um die Hilfszahlungen der Politik? Kommen die an und wie hoch sind die bürokratischen Hürden?
Heiko Mades: Außer der einmaligen Überbrückungszahlung im Frühjahr und der Anspruch auf KUG (Kurzarbeitergeld) sind alle versprochenen Maßnahmen für den Handel bisher in keiner relevanten Weise eingetreten, heißt im Klartext, es fließt wenig bis nichts zu den immer stärker notleidenden Unternehmen. Die versprochenen „unbürokratischen Hilfen“ sind mehr oder weniger eine begleitende Utopie als vorläufige Beruhigungspille für die Unternehmen. Hier wird durch hohe Hürden und unklare Formulierungen und Vorgaben der „rettende Korb“ in beträchtlichen Höhen verankert, für die meisten kurzfristig unerreichbar. Bereits jetzt, während der Hochphase des Lockdowns, sind Schreiben der Agentur für Arbeit an die Unternehmen unterwegs, in dem Abschlusskontrollen über den berechtigten Anspruch von KUG über die Behörde angekündigt werden. Die Steuerberater haben noch keine Klarheit über die Vorgehensweisen bezüglich Abschriften von Waren und Fixkostenerstattungen.
BLICK aktuell: Können Sie die Umsatzausfälle kompensieren, zum Beispiel durch ein Onlineangebot?
Heiko Mades: Der Onlinehandel ist für viele ein Notanker und gleichzeitig ein Haifischbecken gegen die übergroßen marktbeherrschenden Größen Amazon und Co. Natürlich kann man hier bei erheblichen Investitionen die Möglichkeiten der digitalen Vertriebswege puschen, allerdings zu einem hohen Preis von oft ineffektivem Wettbewerb, hohen Retourenquoten und neuen erheblicher Kostenstrukturen. Kurzfristig ist hier kaum eine wirkliche Kompensation zu erzielen, wenngleich hier deutlich der zukünftige Fokus im Unternehmen begleitend liegen muss. Click & Collect funktioniert auf niedrigem Niveau, kann allerdings die erheblichen Ausfälle nicht annähernd auffangen. Die Beratung im geöffneten Geschäft mit der gesamten Warenpräsentation und kundenfreundlicher Beratung ist durch kaum eine alternative Maßnahme angemessen für die stationären Händler zu ersetzen, für die Kunden übrigens auch nicht. Die Bundesregierung sollte eilig viele der Maßnahmen überdenken und Dauerlockdowns nicht zum Allheilmittel evtueller Infektionswellen der Zukunft erklären, sondern strukturiert die Risikogruppen schützen, das geht auch anders ohne wirtschaftliches Tabularasa.
Heiko Mades. Foto: Privat
RegioMAGAZIN
Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.
- 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
- Neue Ausgabe jeden Tag
- Für unterwegs gemacht
Früher Morgen in Flammen
Brand im Herzen von St. Goar
St. Goar. Am Morgen des 2. November 2026, gegen 4:00 Uhr, ereignete sich in der Straße „Kirchplatz“ im Ortskern von St. Goar ein Gebäudebrand. Die Ursache des Feuers ist bislang noch ungeklärt. Glücklicherweise gelang es allen Bewohnern, das Haus eigenständig zu verlassen. Sie wurden mit leichten Verletzungen, insbesondere Rauchgasintoxikationen, von den vor Ort befindlichen Rettungskräften behandelt.
Weiterlesen
Feuerwehreinsatz am frühen Morgen
Feuerwehr und Rettungsdienst wegen Gebäudebrandes in Wehr im Einsatz
Wehr. Am Morgen des 02.11.2026 kam es in der Hauptstraße in Wehr zu einem Gebäudebrand. Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei wurden daraufhin alarmiert und rückten zum Einsatzort aus.
Weiterlesen
AWO Adventsbasar Mayen
Adventsbasar im Seniorenzentrum Mayen mit vielfältigen Angeboten
Mayen. Der AWO Ortsverein veranstaltet am Sonntag, 22. November, 12.30 bis 17 Uhr, einen Adventsbasar im Foyer des Seniorenzentrums „Sterngarten“, Pfarrer-Winand-Straße.
Weiterlesen