Registrierungsaktion der DKMS im Gymnasium Calvarienberg
„Dein Typ ist gefragt – werde Stammzellenspender!“
Die Veranstaltung war ein voller Erfolg
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Alle 15 Minuten erhält in Deutschland ein Patient die Diagnose Blutkrebs. Unter den Betroffenen sind zahlreiche Kinder und Jugendliche, bei denen die Krankheit mit Abstand die häufigste Krebsart ist. Viele benötigen zum Überleben eine Stammzellenspende, finden aber keinen passenden Spender. Für einige Schüler der Oberstufenklassen des Gymnasiums Calvarienberg gab diese Tatsache den Anlass, an ihrer Schule eine Registrierungsaktion zu starten. Lisa-Marie Radermacher, die die Veranstaltung organisierte, hat dazu eine Referentin der DKMS eingeladen, um die Schüler über die Bedeutung und das Verfahren der Stammzellenspende zu informieren. Anna Lorenz, eine 22-jährige Medizinstudentin, erläuterte zunächst, was Blutkrebs überhaupt ist. Defekte Stammzellen im blutbildenden System verhindern die Bildung neuer roter Blutkörperchen in ausreichender Zahl, weil zu viele weiße Blutkörperchen produziert werden. Dies führt letztlich bei den Patienten zu einem völligen Versagen des Immunsystems. Hier kann durch die Übertragung gesunder Stammzellen von einem Spender ein neues blutbildendes System aufgebaut und der Blutkrebs dauerhaft geheilt werden. Genau an diesem Punkt liegt das entscheidende Problem der Stammzellenspende. Stammzellen besitzen zwölf bestimmte Gewebemerkmale, die zwischen Spender und Empfänger vollständig übereinstimmen müssen.
Derzeit sind circa 15.000 dieser Gewebemerkmale bekannt. Daraus ergeben sich rund 50 Millionen möglicher Kombinationsmöglichkeiten. Die Chance, einen geeigneten Spender zu finden, gleicht also der sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Umso wichtiger ist es, dass sich möglichst viele Menschen registrieren lassen, weil das für die Patienten die Wahrscheinlichkeit erhöht, passende Stammzellen zu erhalten. Bei der DKMS sind in einem weltweiten Netzwerk derzeit neun Millionen Spender registriert, mit anderen Organisationen zusammen sind es 34 Millionen. Ein Betroffener, der selbst schon Stammzellen gespendet hat, trat in einem Wortbeitrag möglichen Befürchtungen entgegen, worauf man sich einlässt, wenn man sich als Spender registrieren lässt.
Wie läuft eine Stammzellenspende ab?
Die Registrierung selbst besteht lediglich aus einem Abstrich im Mundraum und der Erfassung einiger persönlicher Daten. Für die Spende der Stammzellen gibt es zwei Verfahren. Die periphere Stammzellenentnahme, die in 80 Prozent aller Fälle angewandt wird, ähnelt einer Dialyse oder einer Blutspende. Aus dem entnommenen Blut werden die Stammzellen separiert. Dazu muss der Spender über fünf Tage hinweg ein Medikament einnehmen, das das Wachstum der Stammzellen anregt.
Dieses Medikament kann in einigen Fällen grippeähnliche Symptome hervorrufen. Weitere Nebenwirkungen gibt es nicht. Ein stationärer Aufenthalt in einer Klinik ist nicht erforderlich. In Ausnahmefällen wird unter Vollnarkose aus dem Beckenkamm Knochenmark entnommen, das sich beim Spender innerhalb weniger Wochen vollständig regeneriert. Dazu ist ein Klinikaufenthalt von zwei bis drei Tagen notwendig. Das Risiko einer Knochenmarksentnahme ist gering. Es beschränkt sich im Wesentlichen auf das Narkoserisiko. Die Verpflichtungen, die man im Falle einer Registrierung eingeht, sind also überschaubar, zumal die Wahrscheinlichkeit, überhaupt eine Anfrage zur Spende zu erhalten, sehr gering ist und höchstens zwei Mal im Leben erfolgen kann.
Unter welchen Bedingungen kann gespendet werden?
Dem Spender entstehen in keinem Fall Kosten. Registrieren lassen können sich alle Menschen, die zwischen 17 und 55 Jahre alt sind und nicht an einer schwerwiegenden chronischen Erkrankung leiden. Die Oberstufenschüler des Gymnasiums Calvarienberg gingen mit gutem Beispiel voran. Über 70 der etwa 150 Anwesenden, darunter die Schulleiterin Annette Gies, machten von der Möglichkeit, sich vor Ort als Spender registrieren zu lassen, Gebrauch. Weitere Informationen sind unter dkms.de erhältlich.
70 Menschen registrierten sich im Rahmen der Veranstaltung.
