Ausflug der Jagdgenossen von Müden
Dem Strom auf der Spur
Diesjährige Informationsfahrt führte zum Pumpspeicherkraftwerk Vianden
Müden. Zu einer Informationsfahrt hatte die Jagdgenossenschaft linke Moselseite geladen, und viele Müdener folgten dieser schon zur Tradition gewordenen Einladung. Mit fast voll besetztem Bus und viel guter Laune fuhr die muntere Gesellschaft in Richtung Eifel – genauer gesagt nach Vianden, eine luxemburgische Gemeinde an der deutschen Grenze.
Bei Vianden arbeitet eines der größten europäischen Pumpspeicherkraftwerke, das Pumpspeicherwerk Vianden. Diese Kraftwerke funktionieren wie riesige Energiespeicher. In Zeiten mit wenig Strombedarf – vor allem nachts – wird mit dem Überschuss an Strom Wasser aus dem Fluss Our in ein Oberbecken gepumpt. Bei Bedarf, in Spitzenzeiten des Stromverbrauchs wird das Wasser über Turbinen abgelassen und schnell Strom erzeugt.
Nach einem einleitenden Film konnten sich Jagdgenossen von der Größe der Anlage überzeugen. Die Kavernen (Bergstollen mit Generatoren) und das Vorhalte-Becken können nämlich besucht werden. So war die Führung in das Innenleben für die Besucher aus Müden eine spannende und informative Angelegenheit. Nur ein paar Zahlen: Das Pumpspeicherwerk Vianden – eine von mehreren Anlagen in Mitteleuropa – bewegt täglich bis zu 7,4 Millionen Kubikmeter Wasser über eine Höhendifferenz von rund 280 Metern, bei der Stromproduktion jagen etwa 40.000 Liter Wasser pro Sekunde durch jede Turbine. Zwar verbraucht das Pumpspeicherkraftwerk mehr Energie, als es erzeugt, im Verbund ist das Kraftwerk aber sinnvoll. Keine andere Technik kann innerhalb kurzer Zeit so viel Strom erzeugen.
Durch den verstärkten Einsatz regenerativer Energien wie Sonnen- und Windkraft mit ihrem mitunter sehr schwankenden Energieangebot werden die Themen Stromspeicherung und Regelenergie in Zukunft an Bedeutung gewinnen.
Nach dieser erkenntnisreichen Führung kam auch der gesellige Teil der Fahrt nicht zu kurz. Nach einer Rast im Müllerthal, einem bei Wander- und Kletterfreunden sehr beliebten Teil der Luxemburgischen Schweiz, fand die Reise ihren Abschluss in Nittel an der Obermosel. Nach einer Führung – verbunden mit Weinprobe – und einem leckeren Abendessen im Weingut Apel ging es anschließend auf die Heimreise. Ein interessanter, aber auch schöner und kurzweiliger Tag, den die Jagdgenossen erlebt haben.
