Allgemeine Berichte | 01.04.2021, 15:37 Uhr

Ökumenischer Gottesdienste mit Dekanin Weigel und Bezirksdekan Sturm erinnert auch an Verstorbene

Den Menschen Trost in schwerer Zeit schenken

„Was mich tröstet“ – unter diesem Motto gestalteten Dekanin Renate Weigel und Bezirksdekan Armin Sturm einen ökumenischen Gottesdienst, der von der katholischen Kirche St. Martin in Lahnstein aus auch ins Internet übertragen wurde.Foto: privat
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Rhein-Lahn-Kreis. Hände desinfizieren, Adressen registrieren, weit auseinander liegende Sitzplätze, auf denen im riesigen Gottesdienst noch keine 30 Personen mit Mund-Nasen-Schutz saßen – Corona war in dem ökumenischen Gottesdienst in der katholischen St.-Martin-Kirche Lahnstein unübersehbar präsent. Und doch kam das Wort selbst in der Feier mit dem katholischen Bezirksdekan Armin Sturm und der evangelischen Dekanin Renate Weigel kaum vor. Stattdessen standen auf den Stufen zum Altarraum 100 brennende Kerzen zur Erinnerung an die Verstorbenen des vergangenen Jahres und deren Angehörige. Worte und Sologesang waren auf Trost und Hoffnung ausgerichtet.

„Wo kann ich am Ende des Tunnels Licht sehen?“, fragte Sturm zu Beginn des Gottesdienstes in die Kirchenreihen sowie an die Bildschirme zuhause, denn die Andachtsstunde war auch live im Internet zu verfolgen. „Was mich tröstet“ war der Abend überschrieben, und Weigel hatte dafür eine Kindheitserinnerung parat: Auf der Straße hatte sie sich das Bein aufgeschlagen, verkniff sich aber die Tränen, die erst zuhause auf dem Schoß der Mutter reichlich flossen. Die habe nicht nur gesagt „Ist ja schon gut“; verrückterweise sei es auch gut gewesen, obwohl sich am Knie nichts verändert hatte. „Seitdem weiß ich, was Trost ist: Es gibt einen Ort, wo du dein ganzes Elend raus lassen kannst und gehalten wirst“, so die Dekanin. Und Sturm formulierte: „Trost empfange ich von dem, dem ich vertrauen kann, der mir in Treue verbunden ist. Er reißt mich aus meiner Trostlosigkeit und macht mich getrost.“ Das sei Gott für ihn.

Und Trost brauche es nicht nur in den Folgen der Corona-Pandemie, auch Tod, erschütternde Krankheitsdiagnosen, der Bruch von Beziehungen und Partnerschaften wurden genannt. An stärkende Bibelverse erinnerten die beiden Theologen, die Geschichte vom kranken Lazarus, der sich vergeblich Heilung wünschte und den Vers „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“. Die stärkende Nähe Gottes und von Menschen wurde nicht nur mit Worten beschrieben. Sopranistin Manuela Kühnau schenkte mit ihrer wundervollen Stimme den Gästen in Kirche und am Bildschirm trostreichen und erhellenden Gesang mit passend ausgewählten Liedern und Chorälen. Am Ende konnten die Besucher ein Kerzenlicht mit nach Hause nehmen, auch eine Form des Trostes zur Erinnerung an geliebte verstorbene Menschen.

Der Gottesdienst war ein weiterer Meilenstein innerhalb des Rhein-Lahn-Kreises auf dem Weg zum 3. Ökumenischen Kirchentag, der von Frankfurt aus vom 13. bis 16. Mai vor allem digital auch in die Gemeinden des katholischen Bezirks Rhein-Lahn und des evangelischen Dekanats Nassauer Land kommen soll. Ralf Skähr-Zöller und Ökumene-Pfarrerin Antje Müller aus dem Vorbereitungskreis warben am Ende des Abends noch einmal für das Event, das die Menschen statt in der Rhein-Main-Metropole dezentral und digital zusammenbringen möchte.

Wer den ökumenischen Gottesdienst verpasst hat, kann ihn unter der Website evangelisch-nassauer-land.de noch einmal im Internet sehen.

„Was mich tröstet“ – unter diesem Motto gestalteten Dekanin Renate Weigel und Bezirksdekan Armin Sturm einen ökumenischen Gottesdienst, der von der katholischen Kirche St. Martin in Lahnstein aus auch ins Internet übertragen wurde.Foto: privat

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