Eine Woche rund um die Kunst von Beate Heinen
Der Bad Breisiger Literaturkreis würdigt ihre Werke
Bad Breisig. Wenig bemerkt von der großen Öffentlichkeit wirkt in der Quellenstadt schon lange eine aktive Gruppe von Bewahrern wichtiger kultureller Güter. Bemerkenswertes in dieser Hinsicht tut sich seit Jahrzehnten in der Gruppe rund um Friedhelm Fink aus Oberbreisig. Im Jahr 1995 war der dynamische „Macher“ nach Aufgabe eines Wirtschaftsunternehmens aus Koblenz nach Oberbreisig verschlagen worden. Fink hatte schon immer - auch während seiner stressigen Tätigkeit als Großhandelskaufmann - eine Liebesbeziehung zur Deutschen Literatur.
Kaum dass er in Bad Breisig Fuß gefasst hatte, übernahm er die damals etwas vernachlässigte Pfarrbücherei von St. Viktor und brachte sie auf eine viel beachtete Höhe. Außerdem gründete er den „Bad Breisiger Literaturkreis“, in dem er ähnlich Interessierte um sich scharte und mit ihnen monatliche Treffen veranstaltete; dabei wurden deutsche Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt vorgestellt, Literatur diskutiert und Leseabende neben Geselligkeit organisiert. Zuletzt belebte man die Treffen der Kulturfreunde immer häufiger durch ins Zentrum gestellte Beispiele darstellender Kunst; Gemälde oder Plastiken, deren Schöpfer vorläufig anonym gehalten wurden, hat man gemeinsam besprochen und diskutiert. Irgendwann kam aus den Teilnehmern die Idee, auch bekannte Künstler zu ihren Werken Stellung beziehen zu lassen. So reifte im „Literaturkreis“ der Gedanke, der über die Region hinaus berühmten Künstlerin Beate Heinen im Bad Breisiger Jugend- und Kulturbahnhof ein Forum zur Präsentation ihrer Malerei zu bieten, aber zugleich ihr Oeuvre zu analytischer Betrachtung und Besprechung vorzustellen.
Zur vom Literaturkreis organisierten Vernissage des Schaffens von Beate Heinen hatten sich viele interessierte Bürger, aber auch Kunstinteressierte aus der Nachbarschaft im Bad Breisiger Jugend-und Kulturbahnhof eingefunden, an der Spitze Bürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch. Ihr blieb es vorbehalten, die Ausstellung zu eröffnen. In ihrer sehr persönlichen Rede kam zum Ausdruck, dass sie eine große Beziehung zur Kunst Beate Heinens hat, und sie sehr davon angetan ist, die Präsentation von deren besonderer Malerei in Bad Breisig zu wissen. Die vielfältigen religiösen Bezüge in den Bildern machten den Bahnhof vorübergehend zu einem Ort der Besinnung; jedoch komme bei allen geistlichen Motiven in den Bildern und begleitenden Sprüchen auch der erdverbundene Humor der Künstlerin nicht zu kurz. Friedhelm Link, der Organisator und unermüdlicher Ideengeber des Literaturkreises, dankte der Stadt für die Unterstützung dieses nicht alltäglichen Projektes. Der Künstlerin Beate Heinen zur Seite stand ihr Bruder Ulrich. Als ihr ständiger Beobachter, Kenner und Begleiter sprach er eindrucksvoll über ihren Arbeitsstil und die Wirkung ihres Schaffens. In der Folge beantwortete die Künstlerin selbst einigen Besucherinnen und Besuchern geduldig die Fragen zu ihrer Kunst, und sie erzählte viel Interessantes zu ihrer Vita - ein Leben mit nicht immer leichten Abschnitten. Ihr Dasein sei geprägt von der Liebe zur Kunst, aber auch zu Gott, und schließlich zu ihrer Familie. Es wurde ein langes Gespräch, das die Persönlichkeit Beate Heinens nahe brachte.
Autoren setzten sich mit den Werken auseinander
Der folgende Sonntag wurde zu dem, was sich der Literaturkreis von dem Treffen versprochen hatte: Eine Auseinandersetzung von Autoren mit der Kunst der Beate Heinen und den religiösen Inhalten ihrer Gemälde. Aber sie hat nicht nur christliche Themen bildlich umgesetzt: Auch Sujets aus ihrem alltäglichen Umfeld hat sie auf mit hoher künstlerischer Inspiration die Leinwand gebracht.
Vier Autoren hatten sich mit ausgestellten Gemälden befasst und lasen aus ihren Betrachtungen und Interpretationen: Marie-Louise Schallenberg, Claus Dreesbach, Kurt Wahl und Gerd Küppers.
Sie hatten sich aus dem Werk der Beate Heinen einige Bilder herausgesucht, zu denen ihnen besondere Interpretationen in den Sinn kamen. Claus Dreesbach hatte sogar seine Gedanken und die einiger Mit-Autoren in seiner Broschüre „...aber natürlich“ mit Abbildungen von Gemälden der Künstlerin zusammengefasst, Kurt Wahl legte ein eigenes Büchlein „Bilder einer Ausstellung“ vor, in dem er mit bemerkenswerter Lyrik auf den Inhalt der abgedruckten Gemälde einging.
Etwa zwei Dutzend Leute des Literaturkreises diskutierten anschließend mit den Autoren über deren Analysen - der Nachmittag war ein lebendiger Gedankenaustausch. Dr. Dirk Pollerberg lockerte am Piano mit eigenen kurzen Klavierstücken die Atmosphäre auf, und schließlich fanden die Gespräche mit Beate Heinen am runden Tisch bei Kaffee und Gebäck ihre Fortsetzung - womit der Veranstalter mit dem Begriff „Literatur - Kreis“ seine veritable Bestätigung fand. Die Ausstellung des Oeuvres von Beate Heinen ist nun bis zum 24. September täglich von 16 bis 18 Uhr geöffnet.
FA
