Allgemeine Berichte | 10.06.2016

Freundschaftskreis Andernach-Stockerau trauert um Jürgen Wilke

Der „Ehestifter“ der Städtepartnerschaft ist verstorben

Ausflug zur Loreley 2008 (v. l.) Helga Hörnig, Angelika Gremer, Heinz Hörnig, Helene von Damm, Jürgen Wilke und Horst Boeckers. privat

Andernach/Stockerau. Am Freitag, 27. Mai, verstarb in Wien Jürgen Wilke, Intendant, Regisseur und Burgschauspieler an den Folgen eines Sturzes. Wilke war seit Jahrzehnten mit Andernach sehr verbunden.

Eine lange Verbindung

Seinen ersten Auftritt in Andernach hatte er im August 1962, als er bei den Andernacher Burgspielen im Schlossgarten in der Aufführung „Wallenstein“ die Rolle des Butlers spielte. Zwei Jahre später, im August 1964, spielte er wiederum im Schlossgarten in Andernach, und zwar in dem Stück „Der widerspenstigen Zähmung“ die Hauptrolle, unter anderem mit Ellen Schwiers, und 1965 im Stück „Die Komödie der Irrungen“ eine Doppelrolle als Antipholus von Epheseus und Antipholus von Syrakus. 1966 und 1967 übernahm er bei den Andernacher Burgspielen die Intendanz für die Stücke „Lumpazi Vagabundus“ und „Don Carlos“. Zu dieser Zeit entstanden durch Jürgen Wilke die ersten Kontakte zwischen Andernach und Stockerau, denn er strebte eine Zusammenarbeit der beiden Festspielorte an. Er knüpfte als Erster, als „Ehestifter“, wie er sich immer selbst bezeichnete, die Bande vom Rhein an die Donau.

Von 1981 bis 1996 leitete er als Intendant die Stockerauer Festspiele, und als 1984 die Städtepartnerschaft zwischen Stockerau und Andernach offiziell begann, war es zwangsläufig, dass Wilke wieder Kontakt zu Andernach bekam.

Seit 1989 organisiert der Deutsch-Österreichische Freundschaftskreis Andernach-Stockerau unter Führung seines Vorsitzenden Heinz Hörnig und der VHS Andernach, seinerzeit mit Ferdi Argenton und heute mit Günter von Blohn, eine jährliche Bürgerfahrt nach Stockerau, wobei ein Höhepunkt immer der Besuch der Premierenveranstaltung der Stockerauer Festspiele ist, wo die Andernacher Freunde und Wilke wieder ins Gespräch kamen.

Ehrengast beim Jubiläum

Es dauerte jedoch bis 2004, ehe Wilke wieder nach Andernach kam. Zum 20. Partnerschaftsjubiläum zwischen Andernach und Stockerau war er als Ehrengast im Historischen Rathaus eingeladen. Die Erinnerungen an die Andernacher Burgspiele in den 60er-Jahren wurden dabei aufgefrischt, und mit den Freunden des Freundschaftskreises lernte er Stadt und die nähere Region kennen.

Am 11. Januar 2008 las er auf Einladung von Ferdi Argenton und Heinz Hörnig auf Burg Namedy Geschichten von Erich Kästner unter dem Motto „Klein wie ein Punkt ist der Planet“. Mit dabei war seine Lebensgefährtin Helene von Damm, die persönliche Sekretärin von Ronald Reagan von 1981 bis 1982 und US-Botschafterin in Wien von 1983 bis 1985.

Einen Tag später feierte der Deutsch-Österreichische Freundschaftskreis einen Prinzenempfang in den Stockerau-Stuben des Merowinger Hofs. Prinz Lutz I. und Prinzessin Gudrun III. überreichten Jürgen Wilke und Helene von Damm den Prinzenorden, und vom Festausschuss bekamen beide den Sessionsorden 2008. Es waren ihre ersten Karnevalsorden, und sie waren mächtig stolz.

Ehrenmedaille der Stadt

Im Jahr 2009 anlässlich der Feier zur 25 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Andernach und Stockerau waren Wilke und van Damm Ehrengäste. Auf dem Geysirschiff wurde das Jubiläum groß gefeiert, und Wilke erhielt wegen seiner Verdienste um die Städtepartnerschaft die Ehrenmedaille der Stadt Andernach. Im voll besetzten Wintergarten des Parkhotels hielt er eine Matinee mit dem Titel: „Amourös – amüsant – Heiteres!“

2012 waren Wilke und van Damm zum letzten Mal in Andernach, anlässlich des Europafestes stellte er im historischen Rathaus sein neues Buch mit dem Titel „Immer wieder von vorn, mein Leben“ vor.

Es war Wilkes letzter Auftritt in Andernach, denn seine Gesundheit ließ nach. Man sah sich 2013 und 2014 noch auf der Premierenveranstaltung in Stockerau. 2015 stürzte er und brach sich das Bein, anschließend fiel ihm das Gehen schwer.

Vor einigen Tagen stürzte er nun wieder, wobei er sich innere Verletzungen zuzog, an denen er schließlich verstarb. Auf seinen Wunsch hin wird Jürgen Wilke in Laxenburg, eine Marktgemeinde südlich von Wien und eine seiner letzten Wirkungsstätten, beigesetzt.

Der Deutsch-Österreichische Freundschaftskreis trauert um einen Freund und Wegbegleiter der Städtepartnerschaft Andernach-Stockerau. Ende Juni findet die Bürgerfahrt nach Stockerau statt, und Vorsitzender Heinz Hörnig plant dann, im Rahmen des Ausflugsprogramms das Grab von Jürgen Wilke in Laxenburg aufzusuchen und einen Blumenstrauß im Namen der Andernacher Freunde niederzulegen.

Anlässlich der Jubiläumsfeier Jürgen Wilke mit Helga (v. l.) und Heinz Hörnig, Marianne Schneider und Horst Boeckers (r.).

Anlässlich der Jubiläumsfeier Jürgen Wilke mit Helga (v. l.) und Heinz Hörnig, Marianne Schneider und Horst Boeckers (r.).

Auf dem Prinzenempfang im Januar 2004 in den Stockerau-Stuben des Merowingerhofes erhielten von Prinz Lutz I. Helene von Damm und Jürgen Wilke den Prinzenorden.

Auf dem Prinzenempfang im Januar 2004 in den Stockerau-Stuben des Merowingerhofes erhielten von Prinz Lutz I. Helene von Damm und Jürgen Wilke den Prinzenorden.

Eines der letzten Bilder von Jürgen Wilke, aufgenommen Mitte März 2016.

Eines der letzten Bilder von Jürgen Wilke, aufgenommen Mitte März 2016.

Ausflug zur Loreley 2008 (v. l.) Helga Hörnig, Angelika Gremer, Heinz Hörnig, Helene von Damm, Jürgen Wilke und Horst Boeckers. Fotos: privat

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