GEK proklamierte Prinz Christian I. (Eisele) vor neuer Kulisse
Der Flecken wird wieder von einem Dreigestirn regiert
Engers. Nach Heimbach-Weis und Gladbach komplettierte die Große Engerser Karnevalsgesellschaft am Samstagabend den Reigen der Neuwieder Tollitäten. In der Mehrzweckhalle des Heinrich-Haus empfing eine komplett neue Bühnendeko „Engersch Helau“ mit allen Wahrzeichen des Fleckens die Fastnachtsgecken.
Unter riesigem Jubel proklamierte GEK-Präsident Ansgar Schunkert Prinz Christian I. (Eisele) zum neuen Regenten im Flecken. Zuvor hatte Vorgänger Thomas I. (Haacke) abgedankt. Er sprach von einer Sinfonie in Doll und blickte auf viele Gänsehautmomente zurück. Emotionen pur folgten, als der über 90-jährige Werner Scheidweiler das individuell geschnitzte Holzzepter überreichte. „Dieses Zepter ist etwas unverwechselbares“, bedankte sich Prinz Christian I. voller Rührung. Er gestand, zuvor Befürchtungen gehabt zu haben, mit einer „gekauften Prinzenklatsche“ auskommen zu müssen.
Prinz Christian I. ist kein unbeschriebenes Blatt. Schon als Kind feierte er Karneval und Kirmes in Engers. Später schloss er sich der GEK an und war acht Jahre im Elferrat. Als Präsident trat er 2009 für zwei Jahre die Nachfolge von Rolf Arzdorf an. Beruflich zog es Prinz Christian I. dann aus Engers fort. Bei der Rückkehr 2014 blieb ihm als Betreiber der Schlossschenke keine Zeit mehr für aktive Vereinsarbeit. Weil das Herz aber immer noch karnevalistisch schlug, findet in der Schlossschenke jedes Jahr eine Kneipensitzung statt. Zum zehnten Mal in diesem Jahr. Und zwar im ganz klassischen, ursprünglichen Stil mit jeder Menge Büttenreden. Eine Prinzessin gibt es in dieser Session nicht. Die Engerser werden von einem Dreigestirn regiert.
Als Christian Eisele vor zwei Jahren beim Mülhofener Karnevalszug die Freude des Dreigestirns erlebte, fiel der Entschluss. Rasch bildeten die umstehenden Freunde das Team und somit stehen Jungfrau Wolline (Wolfgang Geil) und Bauer Erich (Erich Günther) dem Prinzen zur Seite. Freunde und Familien runden den Hofstaat ab. Im Einzelnen: Die Hofdamen Svea Wejmelka, Fenja Wejmelka, Svenja Eisele, Beate Nilges, Angela Seeberg, Mago Schmitz, Elena Sidiropoulos und Gerlinde Wittlich. Als Adjutanten stehen Jürgen Wittlich, Karlfried Nilges und Christoph Seeberg dem Dreigestirn zu Seite. Zum zweiten Mal überhaupt präsentierte die GEK ein Dreigestirn. Premiere war vor 11 Jahren. Prinz seinerzeit: Wolfgang Geil. Der damalige und heutige Prinz haben noch mehr Gemeinsamkeiten. Mit dem Weinbüdsche bzw. der Schlossschenke sowie dem Organisieren des Nussknackermarktes, kümmern sie sich auch außerhalb des Karnevals um Frohsinn und Geselligkeit.
Rasantes Programm mit Überraschungen
Wie das so in Engers ist: Nicht Kirmes oder Karneval, sondern beides muss man feiern. Insofern war es keine Überraschung, dass es sich des Prinzen grün/weißer Kirmesjahrgang 1979/80 nicht nehmen ließ, mit einer Tanzdarbietung zu gratulieren. Der Kirmesjahrgang 2005/06 versorgte derweil den Saal mit Getränken. Zwar erst am kommenden Samstag in Amt und Würden aber mit einem Wortvortrag gratulierte Obermöhn Claudia II. von Zahn und Seide (Claudia Kirchhof-Verrelli) dem Prinzen. Die Adjudanten verlasen den Lebenslauf des Prinzen. Mit Mülhofen ist Engers im Karneval eng verbandelt. Sowohl die Showtanzgruppe Fanta 10 als auch die Möhnen begeisterten mit ihren Auftritten. Zu den Überraschungen des Abends zählten No Gravity.
Aus dem jungen Verein „Mir Pääntz vom Wasserturm“ erst im Vorjahr hervorgegangen, rockte die Formation ihr Gastspiel. Auf heimischen Parkett ritten auch die Prinzengarde sowie ihre Showtanzgruppe auf einer Woge der Begeisterung. Keine Neuwieder Tanzgruppe hätte am Samstag besser nach Engers gepasst als die Moonlight Dancer. In dieser Session tanzen die Feldkirchener in barocken Kostümen. Fast so, als wären sie gerade aus dem benachbarten kurfürstlichen Jagd- und Lustschloss herüber spaziert. Blue Infinity aus Bendorf rundeten den Reigen der traumhaften Showtänze ab. Niemals geht man so ganz und in diesem Sinne liefen Ex-Prinz Thomas I. und Gefolge im Laufe des Abends noch einmal zu einer Gesangsdarbietung auf. Mit dem Panama Lied, sozusagen der Engerser Hymne, bei der man das Gemeinschaftsgefühl und die Heimat hochleben lässt, endete das Programm. Aber nach diesem großartigen Finale war noch lange nicht Schluss. Auf Wunsch des Prinzen hatte das Programm früh begonnen, so dass noch viel Zeit zum ausgelassenen Feiern blieb.
FF
Als Prinz Christian I. regiert Christian Eisele den Flecken in dieser Session.
Bauer Erich (Erich Günther) bekommt den Rathausschlüssel überreicht.
Seit Jahrzehnten einmalig in Engers: Werner Scheidweiler überreicht das individuell geschnitzte Zepter.
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