EIN-Spruch: Kaffeesatz
Es gibt eine Rubrik der kuriosen Feiertage, die im Internet abrufbar ist und für jeden Tag im Jahr eine Vielzahl interessanter oder auch nur amüsanter Feiertage auflistet. Für den 28. Juli wird in dieser Liste der Tag des Kaffeesatzes ausgewiesen, der bundesweit seit 2021 begangen wird. Ob es sich wirklich um einen Feiertag handelt oder nicht doch um einen initiierten Gedenktag, da nicht alle Kaffee trinken , das sei dahingestellt. Doch für viele bedeutet die tägliche Tasse Kaffee ein Genuss, der selbstverständlich geworden ist und auf den sie nicht verzichten möchten - ich gehöre auch zu dieser Gruppe.
Dass jedoch dem Kaffeesatz ein Gedenktag gewidmet wird, finde ich bemerkenswert, da er den Blick auf die Begleiterscheinung der Kaffeezubereitung richtet. Es gibt eben nicht nur den gebrühten Kaffee, wie immer er auch zubereitet sein mag, es gibt eben auch den Satz. Diese an sich banale Feststellung mag auch uns daran erinnern, dass auch unser Leben und Handeln nie nur das erstrebte Ziel, sondern auch eine Vielzahl von Begleiterscheinungen nach sich ziehen kann. Ich denke in diesem Zusammenhang an den regelmäßigen Einkauf, um sich gut zu versorgen und den leidigen Nebeneffekt des stetig zunehmenden Verpackungsmülls.
Der Tag des Kaffeesatzes mag anspornen, die Begleiterscheinungen unseres Tuns aufmerksamer wahrzunehmen. Gibt es auch andere Möglichkeiten mit dem „Kaffeesatz“ unseres Lebensstils umzugehen als wir es bisher getan haben? Dem klassischen Kaffeesatz z.B. liegt ein Potential zum Düngen inne! Ich bin gewiss, dass ein kreativer Blick auf die Begleiterscheinungen unseres Handelns ähnliches ermöglicht. Ein verantwortungsvoller Umgang mit den Gütern dieser Erde und Kreativität in unseren Fähigkeiten und Talenten schaffen Voraussetzungen, zusammen mit anderen das Leben gemeinschaftlicher und erfüllender zu gestalten. Es bleibt zu hoffen, dass dies nicht nur ein frommer Wunsch ist oder gar zur Kaffeesatzleserei verkommt, sondern vielleicht bei einer Tasse Kaffee mit anderen erörtert werden und zur Tat reifen kann.
Weitere Informationen
Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel, Kooperator im Pastoralen Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler. Seit April 2019 in der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler als Seelsorger tätig.
Dies ist ein Beitrag der katholischen Kirche in Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel. Foto: privat