Allgemeine Berichte | 05.06.2018

Kaiserin Augusta - Das Fest in den Rheinanlagen Koblenz

Der Kaiserin zur Ehr wurde Welterbe erlebbar

Gruppenbild mit zwei Vertretern der „Légion de Mayence“, Königin Therese, König Ludwig I,Kaiserin Augusta, Kaiser Wilhelm, Margit Theis-Scholz und Manfred Gniffke. Fotos: BSB

Koblenz. Bei herrlichstem Sommerwetter war das traditionell am deutschlandweit begangenen UNESCO-Welterbetag stattfindende Kaiserin-Augusta-Fest in den Koblenzer Rheinanlagen dieses Jahr wieder ein starker Besuchermagnet. Mit dem Fest ehren die Koblenzer die 1811 in Weimar geborene Augusta, die Begründerin der 1856 bis 1861 errichteten Rheinanlagen, die sie 1865 der Stadt Koblenz stiftete. Von 1850 bis 1858 lebte Augusta zusammen mit ihrem Gatten, dem Generalgouverneur des Rheinlandes und späteren Kaiser Wilhelm I, im Koblenzer Schloss. Bis wenige Wochen vor ihrem Tod besuchte sie sogar danach noch regelmäßig ihr „rheinisches Potsdam“ und engagierte sich hier in vielfältigen Bereichen.

Gestaltung des linken Rheinufers

Die Gestaltung des linken Rheinufers in Koblenz übernahmen die beiden größten preußischen Gartenkünstler: Peter-Joseph Lenné, beraten durch Hermann Fürst von Pückler-Muskau. Vor diesem Hintergrund organisiert die Koblenz-Touristik mit ihren Kooperationspartnern seit dem Jahr 2006 das Fest, das dazu einladen soll, sich ein wenig in die Zeit der Kaiserin zurückversetzen zu lassen. Auf der Promenade begegnen den Besuchern Personengruppen in historischen Kostümen und Männer in schmucken Uniformen. Dazu präsentieren sich mehr als dreißig Institutionen und Vereine mit Informations- und Verkaufsständen, mit musikalischen Darbietungen, Lesungen und Schauspiel.

Die offizielle Eröffnung des Festes oblag natürlich Kaiserin Augusta (dargestellt von Sabine Schmidt), die von Kaiser Wilhelm I (Günter Gebhard) und Gefolge begleitet wurde. Zudem hatte sie als royale Gäste, eine Abordnung des Bad Kissinger Rakoczy-Festes, Königin Therese, König Ludwig I und Prinzregent Luitpold aus Bayern mitgebracht. Standesgemäß erreichten die Regenten aus Preußen und Bayern per Pferdekutsche das 1896 zu Ehren der Kaiserin eingeweihte und zum Großteil von der Bevölkerung gespendete Augusta-Denkmal, wo sie schon ungeduldig von unzähligen Bürgern der Stadt erwartet wurden. Schnell war „Bornheims Steff“ (Manfred Gniffke) als Altstadtbürgermeister zur Stelle, um der ehrenwerten Gesellschaft beim Aussteigen behilflich zu sein, während die Pfaffendorfer Turmbläser ein musikalisches Willkommen darboten.

Authentische Kostüme ließen die Besucher in die alte Zeit eintauchen

Die schönen Kostüme weiterer Gruppierungen wie der Koblenzer Stadtsoldaten, Mitglieder des Fördervereins „Lesen und Buch“ oder einer kleinen Abordnung der „Légion de Mayence“ aus Mainz schmückten das Gruppenbild am Denkmal. Dieses bezeichnete die Koblenzer Kulturdezernentin, Dr. Margit Theis-Scholz, in ihrem Grußwort als eines der beeindruckendsten Wahrzeichen in Koblenz. Erneut rief sie ins Gedächtnis, was es mit dieser Augusta auf sich hatte, deren Einfluss und Wirken für Koblenz bis heute nicht verblasst seien. Das Fest zu ihren Ehren in dem besonderen Ambiente der Rheinanlagen habe sich zu einem Familienfest entwickelt, das entsprechend der UNESCO-Idee auf Begegnung und kulturellen Dialog setze.

In seiner sehr vergnüglich gespielten Rolle als Altstadtbürgermeister bedankte sich Manfred Gniffke im Namen aller Altstädter bei Augusta für die schönen, für frische Luft sorgenden Anlagen. Mit den Worten „all das hier verdanken wir Ihnen, den Kram haben Sie ja auch mitbezahlt“, überreichte er ihr einen Ring Fleischwurst vom „Päärd“ – das einzige Fleisch, was für die Bürger bezahlbar sei. Dazu schmetterte er ein zur Melodie von „Lili Marleen“ gedichtetes Lied über das Schlangestehen bei Metzger Hillesheim. „Very amused“, zeigte sich darüber die Kaiserin, die die Zeit in Koblenz als „die für mich schönsten Jahre“ bezeichnete. Hier habe sie die Natur und die Nähe zum Wasser genossen, Kraft tanken und einiges bewirken können. „Schützen Sie die Anlage, die Natur, die Umwelt und die Gewässer“, forderte sie, engagiert wie immer, die Koblenzer auf, und eröffnete damit offiziell das Fest.

Auf dem Fest wurde es an vielen Orten musikalisch und künstlerisch

Vielerorts herrschte schon reges Treiben, denn die Stände hatten bereits zwei Stunden zuvor geöffnet. Auf die Bühne am Augusta-Denkmal zog jetzt Chormusik ein. Der gemischte Chor „Musica Miellahno“ aus Miellen wurde bei einigen Liedern begleitet vom Kinderchor „Quodlibetis II“ aus Koblenz-Rübenach. Auch in der Konzertmuschel am Café Rheinanlagen wurde musiziert. Gerade ließ das Orchester „Collegium Musicum Koblenz“ das Menuett von Joseph Haydn vor einer großen Zuhörerschar erklingen. Auf der Bühne an der Moltkestraße präsentierte sich ein wenig später das Quartett „Little Swing & More“, ein aus der Musikschule Koblenz hervorgegangener Bigband-„Ableger“, mit „The Pink Panther Theme“ und James Bond-Filmmelodien.

Neben klingender Kunst bereicherte in diesem Jahr als Novum zusätzlich darstellende Kunst das Fest. Im Hotel „Kleiner Riesen“ war das gerade erst der Öffentlichkeit vorgestellte „Augusta-Porträt“ des anwesenden Künstlers Elias Maya ausgestellt. Modell für seine Augusta stand übrigens die Darstellerin Sabine Schmidt. Mehr über Augusta und die Preußenzeit ließ sich an verschiedenen Ständen in den Rheinanlagen erfahren. Die Österreicher schickten eine „Wienerin“ auf das Augusta-Fest, wo sie auf der Bühne am Luisentempel mit Charme und Schmäh höchst amüsante Geschichten aus den Wiener Kaffeehäusern erzählte und Handkuss und „Bussi-Bussi“ erklärte.

Ließen sich die Besucher weder mit Kunst noch mit Information locken, so gelang das in jedem Fall mit attraktiven Aktionen. Wie am Stand der Koblenzer Ausgabe der Bürgerbewegung „Pulse of Europe“, wo man beim Europa-Quiz sogar eine Reise nach Straßburg gewinnen konnte. Den europäischen Gedanken zum Augusta-Fest trugen auch die benachbarten Stände der Koblenzer Städtepartnerschaften weiter. Großer Beliebtheit erfreuten sich außerdem die Tombolas, wie sie beispielsweise vom Diakonischen Werk des Evangelischen Kirchenkreises Koblenz angeboten wurden. Wie sehr davon auch die Vereine profitierten, beweist der 2.000 Euro-Erlös aus Glücksrad-Aktion und Kuchen-Verkauf des Tierheims Koblenz.

Fleißige Köche und Bäcker sorgten für wahre Gaumenfreuden

An vielen weiteren Ständen sorgten fleißige Kuchenbäcker für wahre Gaumenfreuden. Ergänzend im Angebot waren frische Erdbeeren, Bratwurst, kühle Getränke und Wein von Koblenzer Winzern. Wer Getränke konsumierte, leistete zugleich einen wichtigen Kulturbeitrag und unterstützte die Finanzierung des Augusta-Festes. Denn als Trinkgefäß dienten Becher/Gläser, die zuvor für drei Euro erworben werden mussten.

Altbewährtes, angereichert mit einigen Neuerungen, war auch in diesem Jahr das Erfolgsrezept für das Fest, das Kaiserin Augusta alle Ehre und zugleich Welterbe erlebbar machte. BSB

Am Preußen-Stand erfuhren die BesucherWissenswertes zu Uniformen und Leben in jener Zeit.

Am Preußen-Stand erfuhren die Besucher Wissenswertes zu Uniformen und Leben in jener Zeit.

Die Wienerin demonstrierte, wie ein Handkuss funktioniert.

Die Wienerin demonstrierte, wie ein Handkuss funktioniert.

Gruppenbild mit zwei Vertretern der „Légion de Mayence“, Königin Therese, König Ludwig I, Kaiserin Augusta, Kaiser Wilhelm, Margit Theis-Scholz und Manfred Gniffke. Fotos: BSB

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