Wertvolle Malereien sollen wieder sichtbar werden
Der Lack muss ab
Engers. Unter weißen Lack verborgen befinden sich im Gartensaal von Schloss Engers wertvolle Gemälde aus der Gründerzeit. Während der Nutzung von Schloss Engers als Orthopädische Klinik, wurden aus Hygienegründen alle Türen und die Wandpaneele mit Lack überstrichen.
Im Saal der Diana im ersten Obergeschoss wurden sie bereits vor der Inbetriebnahme der Ausbildungsstätte für hochbegabten Musiknachwuchs der Villa Musica Freigelegt. Dies geschah unter der damaligen Bauleitung von Thomas Metz, dem Direktor von ‚Burgen, Schlösser, Altertümer‘, heute ‚Generaldirektion kulturelles Erbe‘, der sich mit dem Umbau von der Klinik zum Musentempel große Verdienste erworben hat bei der Wiederherstellung von Schloss Engers. In dem Führungsheft Nr. 22 ‚Schloss Engers‘, lässt er ausdrücklich vermerken: „Eine Türfüllung und ein Paneel wurden im Vorgriff auf eine Gesamtfreilegung bereits sichtbar gemacht.“
Doch diese ‚Gesamtfreilegung‘ wurde, nach nunmehr dreißig Jahren weder von der Eigentümerin des Schlosses, dem Land, noch von der Nutzerin, der ‚Villa Musica‘ vorgenommen.
Und genau hier setzen die Bemühungen vom ‚Arbeitskreis Heimat + Tourismus Engers‘ ein, der fordert, dass Schloss Engers wieder in seinen Urzustand gesetzt wird und die wertvollen Gemälde im Gartensaal von ihren Lackschichten befreit werden. „Der Lack muß ab“ sagt der Vorsitzende des Arbeitskreises Josef Kretzer und er weiß damit alle Mitglieder des Arbeitskreises hinter sich.
Schon einmal hat der Arbeitskreis sich erfolgreich stark gemacht bei der künftigen Wiederherstellung des Ehrenhofes und dem Aufstellen aller Skulpturen auf die Pfosten der Umrandung. Diese sollen die alte Pracht des Vorhofes mit originalgetreuen Nachbildungen der von dem berühmten Bildhauers Joseph Feill geschaffenen Sandsteinskulpturen wieder herstellen. Vor einigen Tagen wurden zu diesem Zweck das Buschwerk an der äußeren Umfassungsmauer entfernt, damit die Pfosten auf ihre Standfestigkeit von einem Statiker überprüft und gegebenenfalls neu aufgebaut werden, um einen sicheren Stadtplatz für die Skulpturen zu schaffen. Bald wird sich der Schlosshof wieder in seiner ursprünglichen Pracht präsentieren.
Auch hier ging die Initiative vom Engerser Arbeitskreis aus und das Land und der Bund haben die Kosten übernommen.
Doch auch diese Finanzierung fiel zunächst der Schuldenbremse zum Opfer, weil man mit den Arbeiten noch nicht begonnen hatte. Doch nach der Schuldenbremse wurde neue Anträge auf den Weg gebracht, die auch erfolgreich waren.
Gleiches fordert nun der Arbeitskreis für die Malereien unter dem Lack auf den Türen und Paneelen, so wie dies von Thomas Metz vorgesehen war. Wer ein historisches Bauwerk erwirbt, muß auch für dessen Unterhaltung sorgen.
Pressemitteilung Arbeitskreis
Heimat + Tourismus Engers
