Patrique Friesenkothen ist der neue Geistliche für die evangelische Kirchengemeinde Dierdorf
Der Pfarrer, der zimmern und Kanu fahren kann
Pfarrer Patrique Frisenkothen will Jugendliche für die Kirche begeistern
Dierdorf. Die pfarrerlose Zeit in Dierdorf ist vorbei. Mit einem Einführungsgottesdienst vor Weihnachten begrüßte die evangelische Kirchengemeinde ihren neuen Pfarrer Patrique Frisenkothen und Pfarrer Friesenkothen begrüßte die Gemeinde. Der 1977 in Essen geborene und dort groß gewordene neue Geistliche tritt die Stelle von Pfarrerin Birgit Otto an, die um ihre Versetzung in eine großstädtische Gemeinde gebeten hatte. Sowohl beim Einführungsgottesdienst wie auch in den Weihnachtsandachten war die evangelische Kirche jeweils gut mit Besuchern gefüllt. Pfarrer und Synodalassessor Detlef Kowalski aus Neuwied, der auch stellvertretender Superintendent der evangelischen Kirche ist, stellte Patrique Friesenkothen den Gemeindemitgliedern vor und begrüßte seinen jungen Kollegen an dessen neuer Wirkungsstätte. Pfarrer Friesenkothen wohnt auch bereits in Dierdorf, seine Lebensgefährtin ist Pfarrerin im benachbarten Raubach, beide werden sich in der Ausübung ihrer Ämter auch gegenseitig vertreten.
„Seid begrüßt, ihr Begnadeten!“
Mit den Worten „Seid begrüßt, ihr Begnadeten! Fürchtet euch nicht. Ihr habt Gnade vor Gott gefunden“ begann Pfarrer Friesenkothen seine Predigt, in der er die Begegnung Marias mit dem Erzengel Gabriel in den Mittelpunkt seiner Weihnachtsgeschichte stellte. Unter Einbeziehung aktueller Ereignisse endete Friesenkothen mit dem Satz: „Die Botschaft Gottes ist friedlich und menschenfreundlich. Und zugleich revolutionär und erschreckend!“ Vom Posaunenchor unter der Leitung von Klaus Groth sowie dem Kirchenchor „Con Alegia“ unter Leitung von Nadine Kraft wurde der Gottesdienst musikalisch untermalt. Anschließend trafen sich alle Gottesdienstbesucher zum Empfang im Gemeindehaus, wo kleine Snacks, Getränke sowie Kaffee und Kuchen gereicht wurden.
Zur Person Patrique Friesenkothen
Patrique Friesenkothen wurde 1977 in Essen geboren, „unweit der Zeche Zollverein“, wie er selbst erwähnt. Bis zum Abitur 1996 lebte er dort. Danach arbeitete er 13 Monate als Zivildienstleistender auf einer christlichen Farm in Georgia/USA. Schon als Konfirmand hatte er beschlossen, Theologie zu studieren. Seine Erfahrungen in den USA hatten diesen Wunsch zwar bestärkt. Dennoch fühlte sich der damals 20-Jährige zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage, sieben Jahre zu studieren. Deshalb reiste er zunächst per Anhalter durch einige Länder Europas und entdeckte dabei seine Leidenschaft für die Zimmerei. Wieder in Essen angekommen, machte Patrique Friesenkothen eine Ausbildung zum Zimmerer und flog anschließend nach Kanada. Seine Tätigkeiten dort und die Zeit danach beschreibt der Pfarrer so: „Dort zimmerte ich ein wenig, paddelte auf dem Yukon von Carmacks nach Dawson City, um letztlich wieder auf die christliche Farm Koinonia zu kommen. Auf der Farm baute ich weiter Dächer, war zwischenzeitlich Chocolatier und vieles mehr. Im Sommer 2002 begann ich mein Studium der Theologie in Bonn. Nach dem Hauptstudium in Halle an der Saale, kam ich zurück ins Rheinland nach Wuppertal und legte 2009 mein 1. Examen ab. Das Vikariat absolvierte ich dann an der Marktkirche in Neuwied und konnte anschließend in der Feldkirche als Pfarrer zur Anstellung viele gute Erfahrungen machen. Da ich in unserem Kirchenkreis viel Potenzial mit einem kollegialen Team erlebe, suchte ich bald das Gespräch mit unserem Superintendenten Pfarrer Eickhoff. Über sein Angebot, im Falle der Versetzung von Pfarrer Horn dessen Stelle zu übernehmen, musste ich nicht lange nachdenken und sagte zu. Auf diese Zusage folgten zweieinhalb sehr bereichernde und prägende Jahre in Raubach. Neben meiner Arbeit als Gemeindepfarrer bin ich in der Notfallseelsorge aktiv und bilde mich in der Klinischen Seelsorge fort. Nach zwölf Wochen Grundkurs bin ich zur Zeit im Aufbaukurs mit dem Fernziel des Supervisors.“ Seit Mitte September wohne Patrique Friesenkothen mit seiner Freundin Katrin Koelmann in Dierdorf im Ober-Beckers-Garten 11. In seiner Freizeit ist er gerne sportlich aktiv, zum Beispiel beim Joggen. Die Menschen in Dierdorf habe er als sehr aufgeschlossen und kontaktfreudig erlebt, sagte der neue Pfarrer im Gespräch mit „BLICK aktuell“. Seine ersten Ziele werden sein die Neuwahl des Presbyteriums zu begleiten und dann verstärkt Jugendliche für die Mitwirkung im Kirchenleben zu begeistern. Der evangelischen Kirche in Dierdorf gehören momentan etwas mehr als 2.000 Menschen an.
