Stiftslesung mit unterhaltsamer Lektüre und spannender Geschichtsstunde
„Der Sommer, der alles veränderte“
Treis-Karden. Den Auftakt der diesjährigen Stiftslesungen im Museum in Karden macht Ernst Heimes am Freitag, 20. März, 19.30 Uhr, mit seinem jüngsten Roman „Der Sommer, der alles veränderte“.
Es ist bereits die 36. Lesung einer Veranstaltungsreihe der Ortsgemeinde Treis-Karden. Der heute in Löf lebende Autor hat bereits mehrere seiner Werke im Stiftsmuseum vorgestellt.
Zum Inhalt: Im heißen Sommer des Jahres 1976 verlassen Ako, Eddi und Linda in einem klapprigen Fiat 500 die Enge ihrer Heimat an der Mosel, um in Frankreich Freiheit und Unabhängigkeit zu genießen.
Sie sind jung, unternehmungslustig und neugierig. Und tatsächlich gehen viele Erwartungen der drei Freunde in dem packenden Roman in Erfüllung. Sie lassen sich auf das Leben ein und genießen es in vollen Zügen. Was für eine kurzweilige Sommergeschichte mit witzigen Dialogen und heiteren Szenen!
Heimes lässt die wilden 70er Jahre wiederaufleben und nimmt den Leser mit auf die Reise. Das Lebensgefühl einer ganzen Generation flackert hier auf. Die Welt noch einmal mit den Augen eines 20-Jährigen zu sehen, das schafft dieser Roman exzellent. Aber auch junge Leser mit den klassischen Jugendthemen zu fesseln, gelingt Heimes bestens. Von der ersten Seite an nimmt sein Stil den Leser gefangen und ist ein verlässlicher Begleiter bis zum Schluss.
Nach seinem Bucherfolg „Inmitten von allem der Fluss“ hat Ernst Heimes mit diesem Roman mehr als ein mit autobiografischen Zutaten gewürztes Roadmovie geschrieben. In „Der Sommer, der alles veränderte“ erinnert er an die Ideale der 68er-Generation, ohne diese zu verklären und er thematisiert ein Kapitel deutsch-französischer Geschichte, das lange Zeit totgeschwiegen wurde.
Am Ende lässt der Autor in dieser bearbeiteten Neuauflage im zusätzlichen Kapitel „Zurück nach Maillé“ wichtige Teile des Romans noch einmal Revue passieren und schafft einen Ausklang mit besonderer Perspektive. Ein lesenswertes Buch nicht nur im Sommer und nicht nur für die Generation der 68er, sondern vor allem auch für junge Menschen.
Ernst Heimes, Jahrgang 1956, stammt aus einer Cochem-Conder Familie, die über Generationen eng mit dem Weinbau verbunden war. Der Moselaner lebt seit 1984 als freier Schriftsteller in Löf und ist Mitglied im PEN-Zentrum-Deutschland. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit trat er von 1988 bis 2001 mit wechselnden Kabarettprogrammen in Deutschland und im deutschsprachigen Ausland auf. Für sein Schaffen erhielt er verschiedene Stipendien und Auszeichnungen.
Die „36. Kardener Stiftslesung“ findet weiterhin mit Unterstützung des Café Belda in Burgen statt. Auch diesmal wird vor der Lesung, um 18.30 Uhr, ein Museums-Schnupper-Rundgang angeboten. Beides ist im Eintrittspreis (13 Euro Vorverkauf, 15 Euro Abendkasse) enthalten.
Karten sind ab sofort im Café Belda in Burgen, Galerie Lambertz in Cochem sowie in der Tourist-Information Treis-Karden im Bahnhof erhältlich.
