Allgemeine Berichte | 10.08.2019, 12:17 Uhr

Neues Teilhabechancengesetz wird schon erfolgreich umgesetzt

Der Soziale Arbeitsmarkt lebt

Westerwaldkreis. Auch im Westerwald können seit Anfang des Jahres viele Langzeitarbeitslose Hoffnung schöpfen. Grund dafür ist die Umsetzung eines bundesweiten Förderinstrumentes, das 2019 in Kraft getreten ist: das Teilhabechancengesetz. Das Forum Soziale Gerechtigkeit hatte viele Fachleute, Maßnahmeträger, Politiker und Betroffene zu einem Fachgespräch eingeladen, um das neue Projekt vorzustellen und dessen Perspektiven für die Region zu diskutieren. Jetzt stellt der Sprecher des Forums, Uli Schmidt, erfreut fest: Das neue Instrument wirkt und die Langzeitarbeitslosigkeit ist in Jahresfrist im Westerwaldkreis um 27,3 Prozentzurückgegangen. Tatsache ist, dass der Weg zurück in Arbeit desto schwieriger ist, je länger die Arbeitssuche gedauert hat. Eine echte Herausforderung bei den Betroffenen wegen geringer oder ganz fehlender Qualifikation, Krankheit, höherem Lebensalter oder Sprachbarrieren. Dem Forum ist es schon immer ein Anliegen, dass dieser Personenkreis durch einen geschaffene „Sozialen Arbeitsmarkt“ mehr Chancen erhält. Auf Anfrage teilt das Jobcenter Westerwald mit, dass bereits 26 Fälle erfolgreich mit dem Teilhabechancengesetz umgesetzt werden konnten und sich weitere in Anbahnung befinden. „Der Prozess wird intensiv von unseren Betriebsaqusiteuren und Coaches begleitet“, so der Geschäftsführer des Jobcenters, Theo Krayer. Für den Erfolg verantwortlich sei eine breit angelegte Strategie mit den Komponenten Prävention, Integration und sozialer Teilhabe. „In unserer Finanzplanung sind 50 Förderfälle enthalten und es ist teilweise möglich, über den Passiv-Aktiv-Transfer die Optionen noch auszuweiten“, so der Chef des Jobcenters.

Wachstum durch Ausbreiten

Es macht Hoffnung, dass seit Jahresbeginn schon 26 Personen mit den neuen Instrumenten einen Job gefunden haben. Es wird aber noch etwas dauern, bis sich der soziale Arbeitsmarkt richtig etabliert hat und noch mehr Wirkung entfalten kann. „Dazu ist es notwendig“, so Schmidt, „bei privaten Unternehmen weitere geeignete Beschäftigungsverhältnisse zu finden“. Das sei bei der betroffenen Klientel nicht ganz einfach und bedürfe eine intensive Begleitung durch die Coaches. Es mache jedoch Mut, dass bisher 75 Prozent der Förderfälle im Bereich der privaten Erwerbswirtschaft angesiedelt sein. Dem Forum ist bei seiner Forderung, den Sozialen Arbeitsmarkt im Westerwald weiter spürbar auszuweiten, bekannt, dass die Förderungen sehr umfassend und kostenintensiv sind. Da es aber um Menschen geht, die sonst auf dem Arbeitsmarkt kaum eine Chance haben, ist das Geld gut investiert.

Vorteile des Gesetztes

Das Teilhabechancengesetz beinhaltet zwei neue Fördermöglichkeiten, die Langzeitarbeitslosen helfen sollen, auf dem allgemeinen und dem sozialen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Die zwei Förderungen richten sich an verschiedene Zielgruppen, in beiden Fällen aber werden die Arbeitgeber durch hohe Lohnkostenzuschüsse unterstützt. Von der neuen Förderung „Teilhabe am Arbeitsmarkt“ können Menschen profitieren, die über 25 Jahre alt sind, für mindestens sechs Jahre in den letzten sieben Jahren Arbeitslosengeld II bezogen und in dieser Zeit nicht oder nur kurzzeitig beschäftigt waren. Unternehmen, die diese Personen einstellen, können in den ersten beiden Jahren mit einem Zuschuss in Höhe von 100 Prozent des Mindestlohns gefördert werden. Die andere Zielgruppe umfasst Personen, die seit mindestens zwei Jahren arbeitslos sind. Hier erhalten einstellende Unternehmen einen Zuschuss für zwei Jahre. Im ersten Jahr in Höhe von 75 Prozent des regelmäßig gezahlten Lohns, im zweiten Jahr 50 Prozent. Zudem können weitere Qualifizierungsmaßnahmen finanziert werden und bei beiden Förderungen unterstützen „Coaches“ die betroffenen Personen. Die Westerwälder Kommunen haben jetzt die Möglichkeit, mit entsprechenden Angeboten arbeitsmarktferne Leistungsempfänger einzubinden. Zu begrüßen sind die geringen Hürden bei der Förderung von Langzeitarbeitslosen.

Pressemitteilung

Forum Soziale Gerechtigkeit

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Hausmeister, bis auf Widerruf
Wir helfen im Trauerfall
Imageanzeige - Sommeraktion 2+1 - 3. Anzeige o.B.
Ahrweiler Weinwochen
Sonderseiten Mittler/Pfaffinger
Betriebsferien September 2026
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Symbolbild.
2176

Polizeihubschrauber im Einsatz: Keine Gefahr für Anwohner in Koblenz

01.09.: Polizeieinsatz in Koblenz: 63-Jähriger stirbt nach Sturz in Koblenz-Pfaffendorf

Koblenz. Am Dienstag, dem 1. September, wurde der Polizei in Koblenz gegen 15:40 Uhr ein Notruf gemeldet, der von einer blutenden Person in einem Hinterhof in Koblenz-Pfaffendorf berichtete. Zeugen behaupteten, ein schussähnliches Geräusch gehört zu haben. Aufgrund der unklaren Situation und der mangelhaften Informationslage wurden umgehend zahlreiche Einsatzkräfte in das Gebiet entsandt. Für kurze Zeit war auch ein Polizeihubschrauber in den Einsatz involviert.

Weiterlesen

Der WKB sorgt in Mayen weiter für erheblichen Verwaltungsaufwand. Sieben von neun Abrechnungseinheiten stehen noch aus. Die FWM fordert deshalb vor weiteren Schritten eine vollständige Kostenbilanz.
376

Mayen. Zwei von neun Abrechnungseinheiten sind beim wiederkehrenden Straßenausbaubeitrag (WKB) bislang bearbeitet – doch bereits jetzt sorgt das Verfahren für erheblichen Verwaltungsaufwand. Nach Angaben der Freien Wähler Mayen (FWM) sind inzwischen mehr als 500.000 Euro an internen und externen Kosten angefallen. Gleichzeitig gibt es Forderungen nach zusätzlichem Personal, um den entstandenen Bearbeitungsstau abzubauen.

Von Michael Helsper aus Mayen

Weiterlesen