Kölner Kult-Band „Brings“ war nach 2015, 2017 und 2019 erneut auf dem Mendiger Gambrinus-Fest zu Gast
Der „Tanz auf dem Vulkan“ - Teil vier
Zweieinhalb Stunden lang heizten die fünf Musiker in ihren rotkarierten Schotten-Hosen den 1200 Besuchern im pickepackevollen Festzelt ein
Mendig. Zum vierten Mal nach 2015, 2017 und 2019 war die Kölner Kult-Band „Brings“ auf dem Mendiger Gambrinus-Fest zu Gast, zum vierten Mal gab es einen „Tanz auf dem Vulkan“ im wahrsten Sinn des Wortes. Zweieinhalb Stunden lang heizten die fünf Musiker in ihren rotkarierten Schotten-Hosen den 1200 Besuchern im pickepacke vollen Festzelt ein. „Es war wieder mal eine grandiose Veranstaltung“, stand Jürgen Mittler beim Auftakt des 25. Gambrinus-Fests am vergangenen Mittwoch die Freude im Gesicht geschrieben. „Wir waren frühzeitig ausverkauft und hätten sicherlich noch mehr Karten an den Mann oder die Frau bringen können, mehr als 1200 Leute durften wir aus Sicherheitsgründen allerdings nicht in das Festzelt lassen.“
Gabriele Vogt (55), die sich an ihr erstes Brings-Konzert nicht mehr erinnern konnte, und Astrid Oster (37), die die Band schon über 20mal live erlebte, gehörten zu den Glücklichen, die sich im Vorfeld ein Ticket sichern konnten. Die beiden Frauen aus dem knapp zehn Kilometer entfernten Ochtendung, die sich nach einem Konzert „immer glücklich fertig fühlen“, hatten ihr Urteil bereits gefällt: „Die Jungs reißen einen mit, sie bringen es einfach rüber. Sie haben keinerlei Starallüren und sind keinesfalls überheblich. Vorbildlich ist ihr soziales Engagement. Zudem fühlen sie sich politisch verantwortlich und zeigen klare Kante.“
Premiere in Mendig feierten Simone (43) und Jörg Nonn (47) aus dem nahen Nickenich, und dies nur 24 Stunden nach ihrem 19. Hochzeitstag. Der Ehemann hatte den Fahrdienst übernommen, schließlich stand am nächsten Tag der Vatertag auf dem Programm. „Fünf bis sechs Brings-Konzerte kommen bei uns schon zusammen“, meinte sie. „Die Musikrichtung spricht uns ebenso an wie die Kunst, politische Themen in ihre Songs einfließen zu lassen.“
Angela (62) und Achim Mosen (63) aus Mendig hatten das Ehepaar Steffi (52) und Mike Greve (50) aus Plaidt zu Besuch. „Diese rockige kölsche Musik hat uns von Anfang an fasziniert“, übernahm die Familie Mosen die Sprecherrolle. „Die Band bringt Lebensfreude rüber, der Rhythmus passt. Es ist immer wieder zu beobachten, dass sie Spaß haben an dem, was sie tun.“
Dabei stand der Auftritt von „Brings“ kurzzeitig auf der Kippe. Zwei längere Staus auf der A61, möglicherweise dem Anreiseverkehr zum 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring geschuldet, brachten den Zeitplan gehörig durcheinander. Der Einlass verschob sich um eine halbe Stunde, das Konzert begann mit leichter Verspätung. Der 58-jährige Frontmann Peter Brings (Gesang), Namensgeber und das Gesicht dieser Band, sein ein Jahr jüngerer Bruder Stephan Brings (Bass), Kai Engel (Keyboard), Harry Alfter (Gitarre) und Christian Blüm (Schlagzeug) zeigten sich davon aber unbeeindruckt. „Schau nicht auf deinen Atlas, verzichte auf deinen Kompass“, heißt es sinngemäß in ihrem Hit „Wir sind ohne Zweifel mitten in der Eifel“. Vielleicht hätten sie besser das Navigationssystem eingeschaltet, dann wären ihnen einige Unannehmlichkeiten erspart geblieben.
Dicht gedrängt: Mit 1200 Gästen war das Festzelt pickepacke voll.
Gambrinus Tim Herrmann und der Präsident des Festkomitees, Jürgen Mittler, durften das Konzert der Kult-Band auf der Bühne ankündigen.
Simone und Jörg Nonn aus Nickenich feierten ihren 19. Hochzeitstag nach.
Eine rotkarierte Ausstattung war auch bei Gabriele Vogt (links) und Astrid Oster aus Ochtendung angesagt.
Frontmann Peter Frings war in seinem Element.