Autor Ralf Kramp bei „Kultur im Rathaus“
Der „Thermomix“ als Mordwaffe
Die Geschichten aus dem Werk „So tot wie nie“ sorgten für jede Menge Lacher
Ringen. Wenn die Gemeinde Grafschaft zur „Kultur im Rathaus“ bittet, ist Abwechslung garantiert. Ob Ausstellung, Vortrag oder Lesung – das Programm ist überaus facettenreich. Mit Ralf Kramp gastierte im Rahmen eben jener „Rathauskultur“ unlängst ein prominenter Künstler im Sitzungssaal der Ringener Gemeindeverwaltung. Kramp, in Euskirchen geboren und im Vulkaneifelstädtchen Hillesheim wohnhaft, ist als Autor, Zeichner, Gastronom und Verleger ein wahres Multitalent. Dabei bewies er auch auf der Grafschaft, dass Krimilesungen keinesfalls nur blutig oder gar langweilig sein müssen – im Gegenteil. Kramp ist, wie das Online-Portal „Der Westen“ einst schrieb, „Deutschlands bester Fun-Crime-Schreiber“. Die Mischung aus skurrilem Krimi und vor allem ganz viel Komik – auch aus der Situation heraus – sorgte beim restlos besetzten Saal für jede Menge Spaß und beste Unterhaltung. Ralf Kramp las dabei nicht nur Kurzgeschichten aus seinem neuesten Kurzgeschichten-Werk „So tot wie nie“, sondern zauberte auch jede Menge andere Storys hervor. Ein Beispiel ist hier die Geschichte vom verzweifelten Ehemann, der mit Hilfe von Eifel-Apotheker Leo seine Ehefrau beseitigen möchte. Für den Apotheker entpuppt sich das Passbild der Gattin schließlich als Rezept zur Herausgabe des gewünschten Gifts. Richtig auf den Kopf stellte Kramp den Märchenklassiker Rotkäppchen, bei dem sich die Hauptfigur als liebestolle Nymphomanin erweist, die zuerst den vegan lebenden Wolf und dann den Jäger vernascht. Gleich ein ganzes Gedicht widmete Ralf Kramp dem Küchengerät „Thermomix“, nicht ohne selbiges zur explosiven Mordwaffe umzufunktionieren. Apropos Mordwaffe: Ein im Rücken des Mannes befindliches Messer regte dessen Frau zum Zitat „In jedem Mann steckt doch etwas Gutes“ an. Und auch die äußeren Bedingungen passten zum Auftritt des Autors: Dank der liebevollen Dekoration wirkte das gesamte Rathaus wie ein großer Tatort. Dafür, dass auch der kulinarische Aspekt nicht zu kurz kam, sorgte der Grafschafter Männerkochclub – passenderweise mit delikaten „Mordshappen“.
