Gottfried Groß im Alter von 82 Jahren verstorben
Der Wacholderfürst hört seine Heide-Lerchen nun nicht mehr singen
Langscheid/Vordereifel. Er war mit Fug und Recht gesagt, der „Motor“ im Wacholderland seiner Heimat. Gottfried Groß, wahrlich eine Ikone in Sachen Natur, rund um sein auf den Höhen der Eifel gelegenes Dorf, das er über alles liebte, ist am 21. Juli dieses Jahres, im Alter von 82 Jahren, verstorben. Wer kannte ihn eigentlich nicht, den Ex-Ortschef des kleinen, gerade mal 100 Einwohner zählenden Eifelörtchens Langscheid, liebevoll einst von Landrat, Dr. Alexander Saftig als „Wacholderfürst im Unruhestand“ genannten, Gottfried Groß. Dieses Langscheid war seine Heimat. Ein Dorf, das immer wieder, nicht nur durch die Freundlichkeit seiner Menschen, seiner gesunden Höhenluft, sondern hauptsächlich durch das riesige traumhafte Wacholdergebiet, quasi vor der Haustüre, positiv in die Schlagzeilen gerät. Unzählige Male streifte „Oose Gottfried“ in allen Jahren durch das traumhafte Wacholderareal. Und vor den traditionellen Wacholderfesten bei denen zu Beginn Tausende von Besuchern durch das Flair des Wacholders streiften, kamen ihm immer wieder die Erinnerungen. Und das war voll verständlich. Denn der Mann der ersten Wacholderfest-Stunde hatte die Richtung, die man in Punkto herrlicher Natur und Erlebnisheide einschlagen musste, frühzeitig erkannt und auch akribisch genau, gemeinsam mit vielen Gleichgesinnten und mit Unterstützung der Verbandsgemeinde, den Experten und vor allen Dingen mit den Langscheider Bürgerinnen und Bürgern, in die Tat umgesetzt. Wer also wissen wollte wie das Wacholderareal zu neuem Leben kam, wer weiterhin viel über die Flora und Fauna der Wacholderheide, über Heidekraut, Borstgras, pinus silvestris, die Mondraute, die Wacholderdrossel, über Brutvorkommen, die Heidelerche, die Beweidung, Mulchen und Plaggen, erfahren wollte, dem stand Gottfried gerne voller Stolz Rede und Antwort. „Dieses Gebiet muss Gott in seiner Guten Laune dorthin gezaubert haben“, sagte er einmal. Und der „Ehrenbürger“ seiner Ortsgemeinde war sich nie zu schade, selber tatkräftig Hand anzulegen. So hatte er lange Jahre, als für die Langscheider Kapelle Verantwortlicher, innerhalb der morgendlichen Messfeier beim Fest immer mit dem „Klingelbeutel“ die Runde gedreht, war den vielen Gästen immer ein kompetenter Fremdenführer, oder das Organisationstalent sah bei den lukullischen „Stärkungsstationen“ auf der Festmeile und den Ausstellern bei der Festivität von der Dorfmitte bis zur urigen Wabelsberger Hütte nach dem Rechten. Gottfried Groß hat viel für seine, ihm sehr am Herzen liegende Heimat getan. Überall tauchte sein Name auf, immer dort, wo etwas Positives zu bewirken war. Sei es nun im Verbandsgemeinderat, im Förderverein St. Jost, im Orgel- oder gar im Waldbauverein. Alle Ehrenämter aufzuzählen, würde lange dauern. Der Mann, der von 1974 bis 2009 als Ortbürgermeister fungierte, hatte einst den ehrbaren Beruf des Maurers erlernt, bildete sich weiter zum Polier, zum Techniker und war letztendlich ein angesehener Unternehmer. Der sympathische Langscheider „Rentner im Unruhestand“, war seit 55 Jahren mit seiner Katharina verheiratet und hat zwei Söhne. Sein einziges Enkelkind Luisa liebte er abgöttisch. Fragte man ihn nach seinen Hobbys, dann stand an erster Stelle die Kommunalpolitik. Urlaub hatte er schon da und dort gemacht, aber sein Fazit klang wiederum Heimatverbunden. „Am schönsten ist es hier in Langscheid, bei den Eifelern, bei den Menschen, die so rauh und gleichzeitig herzlich sind wie die Landschaft, in der sie leben. Wenn ich durch die Heide wandere, freue ich mich immer wie ein „Wacholderkönig“, so Gottfried Groß bei vielen Gesprächen mit der Heimatzeitung „BLICK aktuell“. Am 28. Juli wurde er im Familienkreis in Langenfeld beigesetzt. Die Menschen, die ihn kannten und schätzten, werden „ihren Gottfried“ immer in bester Erinnerung behalten.
