Allgemeine Berichte | 09.07.2019

Ohne festgeschriebenes Programm wurden verschiedene Fotos aus früheren Zeiten vorgestellt

Der erste Verzellovend war ein voller Erfolg

Die nächste Veranstaltung findet am Mittwoch, 21. August um 19 Uhr statt

Das Bild zeigt den verschollenen Bischofskopf. Fotos: privat

Erpel. Kürzlich hatte Heribert Siebertz zum ersten Verzellovend ins Neutor eingeladen. 14 Personen waren der Einladung gefolgt, mehr oder weniger gespannt, wie ein Abend ohne Programm und für alle Gespräche offen ablaufen würde.

Im Vorfeld des Abends hatte Edgar Neustein auf einen verschollenen Bischofskopf hingewiesen, über den eine aktuelle Anfrage bei ihm eingegangen sei.

Dieser Bischofskopf aus dem 13. Jahrhundert aus dem Besitz von Julius Ritter und im alten Kirchenführer beschrieben, war von Herrn Ritter an Experten aus dem Kreismuseum zur Untersuchung ausgeliehen worden.

Bereits ab dem Jahr 1952 hat er wiederholt um die Rückgabe ersucht, was ihm auch immer wieder zugesagt wurde, aber nie erfolgt ist. Sein Bürgermeisternachfolger Heinz Schmitz hat ebenfalls weitere Versuche unternommen, den Bischofskopf zurückzuerhalten, aber ohne Erfolg.

Sein Sohn Heino Schmitz hat durch die Unterlagen seines Vaters 2008 nochmals versucht, über die einschlägigen Museen etwas über den Verbleib zu erfahren, ohne Erfolg. Margit Bündgen-Stockhausen meinte sich als Kind an den Bischofskopf in der Werkstatt ihres Vaters, Steinmetz Mathias Stockhausen, zu erinnern. Nach Durchsicht des vorangegangenen Schriftwechsels muss es sich um eine andere Statue in der Werkstatt ihres Vaters gehandelt haben.

Nach nun über einem Jahrzehnt taucht die Frage um den Verbleib in einem Schreiben von Herrn Dr. Custodis, bei Edgar Neustein, auf. Diese Frage wurde von allen Beteiligten des Verzellovends mit Interesse wahrgenommen. Die wenigsten wussten etwas über den Bischofskopf.

Die Flügel des heiligen Michaels

Da die Gespräche sich nun um die Erpeler Pfarrkirche drehten, wurde auch die Frage nach den fehlenden Flügeln der Holzfigur des heiligen Michaels gestellt. Er steht heute über der Eingangstüre zur Pfarrkirche, jedoch ohne Flügel.

Zur früheren Zeit stand er mit Flügel über dem Predigtstuhl auf der linken Seite der Kirche.

Dieses wusste Mathias (Thiss) Ott zu berichten. Edgar Neustein meinte, dass die Flügel erst in der Barockzeit an die Statue angebracht wurden und nach der Kirchenrenovierung wieder entfernt wurden. Nach den Gesprächen über die Pfarrkirche war man sich sicher, dass ein eigener Abend über dieses Thema abgehalten werden sollte.

Heribert Siebertz reichte ein Foto aus den Jahren 1938 bis 1942 in die Runde, das auf dem geschmückten Erpeler Marktplatz einige Leute und ein Segelflugzeug zeigt. Ingrid Bonn wusste, dass ihr Mann Mathias (Korri) Bonn als Junge mit einem solchen Segler geflogen sei und das Leistungsabzeichen – mit einer Schwinge – erworben hatte.

Der einige Jahre ältere Julius Ott, Bruder von Mathias Ott, habe auf diesem Fluggerät das Abzeichen mit drei Schwingen erworben. Zu diesem Thema wurde weitererzählt, dass auf der Hauptstraße unter der Leitung von Jupp Harth, als Leiter der Jugendgruppe, an Segelflugzeugen gearbeitet wurde.

Eine Frage ließ die jüngeren Besucher aufhorchen: Wie war das mit dem Bau einer Sesselbahn auf die Erpeler Ley? Die Planung und Genehmigung im Jahre 1954 waren so weit abgeschlossen, die Grundstücke für die Talstation auf der Bergstraße bereits durch die Gemeinde erworben. Danach kam durch mehrere Proteste das Aus für das Projekt.

Große Aufregung herrschte ebenfalls 1954 in Erpel, als umfangreiche Bauarbeiten am hinteren Tunnelausgang ohne Information an die Gemeindeverwaltung Erpel durch die französische Militärregierung begannen.

Es wurden Sprengkammern zur Sprengung des Tunnelausganges eingebaut.

Hiernach eilte Heino Schmitz nach Hause, um seinen Fundus an Erpeler Bildern zu holen und die Veränderungen am Erscheinungsbild Erpels zu dokumentieren.

Einige Exponate aus der guten Stube im Neutor wurden noch hinterfragt, u.A. der Stammtischwimpel der Kyffhäuserkameradschaft. Diese Kameradschaft unterhielt bis in die 1960er Jahre eine Schießabteilung für Luftgewehr Schießwettbewerbe.

Die Frage führte automatisch zu Dr. Ludwig Noll, der in seinem Buch „Erpeler Balladen“ die Feierlichkeiten des Erpeler Kriegervereines zum Sedantag beschrieben hat.

Über den Namen Ludwig Noll wusste fast jeder etwas zu berichten. Er hat vieles an Bildern, Schriften und Skulpturen hinterlassen.

Der nächste Verzellovend

So wurde zum Abschluss des ersten Verzellovends ein neuer Termin für einen weiteren Abend am Mittwoch, 21. August mit dem Schwerpunkt Hinterlassenschaften von Dr. Ludwig Noll, vereinbart.

Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Damit die verschiedensten Exponate nicht ins Neutor hochgeschleppt werden müssen, findet der Abend im Garten von Heribert Siebertz in Erpel in der Heisterer Straße 25 statt. Hier ist es auch möglich, dass Personen die die steilen Treppen im Neutor vor Probleme stellen, am Verzellovend teilnehmen können.

Früher hatte der heilige Michael Flügel.

Früher hatte der heilige Michael Flügel.

Die Flügel wurden wahrscheinlich nach der Kirchenrenovierung abgenommen.

Die Flügel wurden wahrscheinlich nach der Kirchenrenovierung abgenommen.

Das Bild zeigt den verschollenen Bischofskopf. Fotos: privat

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