Spontanleseformat bei „Rheinbach liest“
„Der kleine Peng“ zündet auch ohne Probe
Premiere der Veranstaltung „Ohne Probe ganz nach obe“ war ein voller Erfolg
Rheinbach. Bei der Premiere des Spontanleseformats von „Rheinbach liest“ „Ohne Probe ganz nach obe“ in Rheinbach genossen die Besucher im voll besetzten Ladenlokal von Optik Sichtweise einen amüsanten Rundumschlag durch die Vielfalt gedruckter Texte.
„Wir lesen wirklich alles – was habt ihr uns denn mitgebracht?“, ermutigten Eva Marianne Kraiss und Michael Baute das Publikum, und siehe da, schnell kamen zu der Grundausstattung, die die beiden Schauspieler aus Köln bzw. Wuppertal bei ihrer Spontanlesung immer dabei haben, noch einige Druckwerke.
Los ging es mit der Geschichte „Aufstieg und Fall der Dynastie Sprüngli“ aus der Geschichtensammlung „Warum sind die Mönche so dick?“ von Hans Conrad Zander. Allein für diesen schelmisch vorgetragenen Beitrag des eingespielten Duos hätte sich der Eintritt gelohnt. Aber auch die neueste Ausgabe des Geolino („Sechs Tatsachen über Tintenfische“) und ein sprachspielerisches Gedicht des Rheinbacher Autors Günter Detro boten Einsichten und Kurzweil sowie Gelegenheit, das humoristische Talent von Kraiss und Baute im Zusammenspiel mit dem Publikum zu entdecken.
Ein besonderer Höhepunkt war ein illustriertes Bilderbuchmanuskript von Besucherin Ariane Kott. „Der kleine Peng“ schildert die Probleme und dafür mögliche Lösungen, wenn Kinder gerade an besonderen Tagen, beispielsweise an ihrem Geburtstag, außer Rand und Band geraten. Schuld ist natürlich „Herr Peng“, den man aber, wie die Geschichte zeigt, in Schach halten kann. Für die Autorin war es ein besonderer Moment, ihren Text „so toll vorgelesen zu bekommen“. Und Eva Kraiss urteilte: „Dieses Buch braucht einen Verlag!“
Fest zum Repertoire des Vorleseformats, das in Köln monatlich im Literaturcafé „Goldmund“ läuft, gehört das Horoskop aus der aktuellen „Bravo“, eine Zeitschrift, die, wie Baute und Kraiss wortreich erklärten, „wir berufsbedingt im Abo haben“. Es war zum Schreien komisch, als eine ältere Dame, im Sternzeichen Jungfrau geboren und seit 40 Jahren verheiratet, im Horoskop zum Thema Liebe den Rat bekam, sie solle „sich nicht von leeren Versprechungen blenden“ lassen.
Insgesamt zehn verschiedene Texte kamen an die Reihe, und zusammen mit den Einwürfen der beiden Schauspieler entstand eine extrem unterhaltsame Mischung aus Literatur-Lesung und geistreichem Klamauk. Zum Abschluss las Baute noch eine Gruselgeschichte eines seiner Lieblingsautoren, Ray Bradbury, und spätestens jetzt war klar: Diese Premiere schreit nach einer Wiederholung.
„Liebe Esther, du warst mit deiner Gastfreundschaft einmal mehr der Geburtshelfer für ein neues Format“, dankte „Rheinbach liest“-Vize Gerd Engel der Gastgeberin Esther Grote.
Weitere Infos zu Veranstaltungen und Projekten von „Rheinbach liest“ unter rheinbach-liest.de.
Berufsliektüre, so erklärten die beiden Künstler, sei unbedingt die Bravo.
