Deutsch-Texanischen Gesellschaft Montabaur - Fredericksburg
Der lange Weg ins Weiße Haus
Wie wählen die Amerikaner ihren Präsidenten?
Montabaur. Das US-Wahlsystem und die Präsidentschaftswahl 2016 standen im Mittelpunkt eines Vortrags der Deutsch-Texanischen Gesellschaft Montabaur - Fredericksburg (DTG), der zahlreiche interessierte Gäste in die Bürgerhalle des historischen Rathauses der Stadt Montabaur lockte.
Unter den Zuhörern konnte der Vorsitzende der DTG, Gerhard Wick, auch den Vorsitzenden des Deutsch-Amerikanischen Clubs Koblenz, Hans Dieter Werner und den stellvertretenden Vorsitzenden der Partnerschaft Koblenz - Austin, Christian Schmitz, begrüßen.
Im Vortrag des Referenten Dr. Michael Krekel, der sich als langjähriger Mitarbeiter der US-Botschaft und Dozent an der Universität Bonn seit mehr als drei Jahrzehnten mit den Besonderheiten des amerikanischen Wahl- und Parteiensystems befasst, ging es zunächst um Grundlegendes: um verfassungsrechtliche Bestimmungen und formale Kriterien, die ein Bewerber um das Präsidentenamt erfüllen muss, um das – im Vergleich zu unserem System andersartige - Regierungs- und Parteiensystem in den USA, auch um Fragen der Wahlkampffinanzierung.
Im zweiten Teil nahm Krekel das Wahlverfahren in den Blick, das sich über fast zwei Jahre hinzieht und in vier Stufen entfaltet. Der „lange Weg ins Weiße Haus“ beginnt mit dem innerparteilichen Ausleseprozess in Form der Vorwahlen, mit der Nominierung der jeweiligen Kandidaten der Demokraten und Republikaner auf den Parteitagen (National Conventions), erreicht seinen Höhepunkt in der heißen Phase des Wahlkampfes beziehungsweise der Wahl im November und findet seinen Abschluss mit der Bestätigung der Wahl durch das sogenannte Wahlmännergremium und der Vereidigung des neuen Präsidenten (Amtseinführung) am 20. Januar 2017.
Im letzten Teil des Vortrags richtete sich der Blick auf die beiden Kandidaten Donald Trump und Hillary Clinton. Krekel fragt nach deren Wahlchancen am 8. November und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Er nennt Trump einen „Populisten“, der derzeit in den Umfragen zurückliege, gleichwohl aber nicht chancenlos sei. Am Ende wird nicht entscheidend sein, wer heute bei nationalen Umfragen vorne liegt. Der Wähler entscheidet am Wahltag, und er entscheidet, wie das Beispiel des Brexit zeigt, zuweilen gegen den vermeintlichen Trend.
