Allgemeine Berichte | 14.06.2019

Förderverein Hospizbewegung Andernach-Pellenz e.V.

Der unsichtbare Schmerz

Bernhard Ickenroth und Dorothee Döring.Foto: privat

Andernach. Der Förderverein Hospizbewegung Andernach-Pellenz in Zusammenarbeit mit der Hospizarbeit in der Stiftung Kirchliche Sozialstation hatte zur ersten Vortragsveranstaltung dieses Jahres ins Pfarrheim Maria Himmelfahrt, Andernach eingeladen.

Über 70 interessierte Zuhörer waren der Einladung gefolgt. Ein Beweis für die Aktualität dieses sensiblen Thema. Als Referentin zum Thema „Der sensible Umgang mit unverarbeiteten Lebenswunden“ konnte Frau Dorothee Döring, Kempen-Tönisberg gewonnen werden. Frau Döring ist Autorin zahlreicher Bücher, Lebens- und Konfliktberaterin und arbeitet seit Jahren als Dozentin und Referentin unter anderem für Volkshochschulen, kirchliche Einrichtungen und Hospize. Als ehrenamtliche Hospizbegleiterin war sie jahrelang in einem stationären Hospiz tätig. Bei diesem Hintergrund jahrelanger eigener Erfahrungen war Frau Döring eine überaus kompetente Referentin. Jeder Mensch erleidet im Laufe seines Lebens seelische Verletzungen, die als unsichtbare Lebenswunden sein Leben begleiten und überschatten können. Künstler beispielsweise stellen sich diesem Seelenschmerz und verarbeiten ihn in ihren musikalischen oder literarischen Werken.

In ihren Ausführungen zeigte Frau Döring die Komplexität unsichtbarer Lebenswunden auf. So werden in ihren Beratungen am häufigsten diese Begriffe thematisiert: abgelehnt, verlassen, gedemütigt oder verraten worden sein. Unverarbeitete seelische Wunden können jederzeit durch nichtige Anlässe unkontrolliert aufbrechen. Um das zu vermeiden und eine echte Selbstheilung zu ermöglichen, ist es unausweichlich, sich selbst und seine Lebenswunden zu erkennen. Dazu sollte die Resilienz, die seelische Widerstandsfähigkeit, trainiert werden. Hilfreich dabei sind: das Selbstbewusstsein stärken, Verantwortung für sein Handeln übernehmen, Umgang mit Stress, Gemeinschaft in einem intakten Umfeld. Jeder Mensch verfügt über ein gewisses Maß seelischer Schutzfaktoren, die es aufzuspüren gilt, um die seelische Selbstheilung zu ermöglichen. Natürlich gibt es aber auch Grenzen einer Selbstheilung. In diesen Fällen ist professionelle Hilfe erforderlich. Mit dem bekannten Gedicht von Charlie Chaplin beendete sie ihre Ausführungen. Das Gedicht beginnt jeweils mit der Zeile „Als ich mich selbst zu lieben begann“. Angeblich hat er sich das Gedicht zu seinem 70. Geburtstag geschrieben. Die wundervollen Worte zeigen deutlich, wie wichtig es ist, positiv zu denken und seinem Herzen zu folgen.

Der Vortrag schloss mit einer lebhaften Diskussion. Frau Döring vertritt die These, dass jeder Mensch einen wunden Punkt mit sich herumträgt. Unter den Anwesenden waren einige bereit, diesen in aller Öffentlichkeit auch auszusprechen.

Bernhard Ickenroth und Dorothee Döring.Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Andi-RLP: Hallo Herr oder Frau Bastian, Sie haben Recht, die Kommentarantwort von mir war falsch ausgedrückt. Das Wort "vertrauensvoll" steht natürlich im Bericht. Jedoch habe nicht ich den vertrauensvollen Abstimmungsprozess...
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Elke Zeise: Nur Schade das man als Nachbarin keine Information bekommt ob der Täter noch in U Haft ist oder wieder auf freiem Fuß ist. Habe Angst die Wohnung zu verlassen
Image Anzeige
Ausverkauf
Maibaumstellen Heimersheim
Titel-Eckfeld - Bestellung Nr. 4300003863
Titelanzeige
Innovatives rund um Andernach
Empfohlene Artikel
Die Stadt Andernach beteiligt sich auch in diesem Jahr an der bundesweiten Aktion „Mähfreier Mai“ und setzt damit ein weiteres Zeichen für eine nachhaltige und naturnahe Stadtentwicklung.Foto: Stadtverwaltung Andernach / Regina Unruh
19

Andernach. Die Stadt Andernach beteiligt sich auch in diesem Jahr an der bundesweiten Aktion „Mähfreier Mai“ und setzt damit ein weiteres Zeichen für eine nachhaltige und naturnahe Stadtentwicklung. Gleichzeitig verfolgt die Stadt einen ganzheitlichen Ansatz in der Grünflächenpflege.

Weiterlesen

Die Kreisverwaltung in Koblenz. Foto: ROB
43

Kreis MYK. Im Mai 2026 findet im Kreis Mayen-Koblenz die Bundeswehrübung „Gelber Merkur 2026“ unter der Leitung der Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum statt. Der Zeitraum dieser Übung erstreckt sich vom 8. bis 22. Mai, und die Aktivitäten sind nicht nur auf Standort- oder Truppenübungsplätze beschränkt. Die beteiligten Kräfte bewegen sich auch im öffentlichen Raum, was dazu führen kann, dass Schussgeräusche durch den Einsatz von Platzpatronen wahrnehmbar sind.

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: ROB
16

Remagen. Das Dienstgebiet der Polizeiinspektion Remagen umfasst die Städte Remagen und Sinzig sowie die Verbandsgemeinden Bad Breisig und größtenteils Brohltal. Auf einer Fläche von rund 200 Quadratkilometern werden mehr als 61.000 Einwohner betreut. Das Straßennetz beinhaltet neben innerörtlichen Verkehrsflächen etwa 60 Kilometer Bundesstraßen, über 100 Kilometer Landesstraßen sowie rund 60 Kilometer Kreisstraßen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Nadine Kreuser.  Foto: privat
6

In Ahrweiler gehört es fest dazu: das Maibaumstellen. Gemeinsam werden die großen geschmückten Bäume aufgerichtet – mit viel Vorbereitung, Muskelkraft und Gemeinschaftssinn. Gleichzeitig sieht man in diesen Tagen vor vielen Häusern kleinere Maibäume stehen. Sie werden meist ganz persönlich aufgestellt: als Zeichen der Zuneigung, der Verbundenheit oder einfach, um einem Menschen zu zeigen: Ich denke an dich.

Weiterlesen

Symbolbild.
23

Pkw touchiert Kind an einer Bushaltestelle

21.04.:Kind bei Unfall in Marienfels verletzt

Marienfels. Am Dienstag, dem 21. April 2026, kam es gegen 16:30 Uhr in der Römerstraße in Marienfels zu einem Verkehrsunfall an einer Bushaltestelle. Ein Kind wurde von einem vorbeifahrenden PKW leicht touchiert und erlitt dabei leichte Verletzungen.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag 2025
Anlagenmechaniker
Dauerauftrag 2026
Werksverkauf Anhausen
Titelanzeige
Maibaumstellen Heimersheim
Maifest in Gönnersdorf
Handwerker im Außendienst
Tank leer?
Gesundheit im Blick
Gesundheit im Blick // Anzeige Kinder
Minijob
SB Wahlen
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr