Allgemeine Berichte | 21.03.2023

Unternehmertreffen der Verbandsgemeinde Bad Breisig

Der wirtschaftliche Standort Bad Breisig wird zukunftsfähiger

V.l: Prof.Dr. Holger Reinemann, Projektleiter DigiMIT; Angela Lunowa, Wirtschaftsförderin Bad Breisig,; Simone Ulrich, Lea Daiz und Hendrick Solscheid von DigiMIT; Bürgermeister Marcel Caspers. Foto: AKR

Bad Breisig. Stichworte wie Fachkräftemangel, Lieferschwierigkeiten, Digitalisierung, ökologische Transformation, Nachhaltigkeit, Energiekrise u.a. bestimmen die Nachrichten im Wirtschaftsstandort Deutschland. Durch die Folgen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Kriegs sind Unternehmen, aber auch Länder und Kommunen gezwungen, sich Gedanken über Energieeinsparungen, Standortsicherung, Vernetzung und Zukunftsfähigkeit zu machen.

Unter dieser Prämisse lud die Verbandsgemeinde Bad Breisig, federführend die Wirtschaftsförderin Angela Lunowa zum 6. Unternehmertreffen ein. Dieses Treffen hatte zuletzt 2016 stattgefunden, und nun, mit neuer Stadtspitze und neuer Abteilungsleiterin, will die Verbandsgemeinde die wirtschaftliche Dynamik beschleunigen und die lokalen Unternehmen dabei unterstützen, die Notwendigkeit von Digitalisierung und Nachhaltigkeit umzusetzen.

VertreterInnen von ca. 100 Unternehmen hatten sich angemeldet und fanden den Weg zu einer außergewöhnlichen „Location“, dem bunt illuminierten Lokschuppen der Brohltalbahn in Brohl-Lützing. Ein Güterwagon diente als Rednertribüne, und an den Seiten waren verschiedene Informationsstände aufgebaut. Für das leibliche Wohl und das äußerst wohlschmeckende Fingerfood sorgte Christian Koch vom Seniorenheim „Kleine Perle am Rhein“ aus Bad Breisig.

Den Abend eröffnete der Hausherr, Stefan Raab von der Brohltalbahn, Er stellte die Bahn vor und berichtete, dass die Züge nicht nur touristische Ausflugsfahrten machen, sondern auch Güter transportieren. Außerdem bietet die Brohltalbahn-Betriebsgesellschaft auch Werkstattdienstleistungen an. Herr Raab bot anschließend eine Führung durch das Bahngelände an, die eifrig genutzt wurde.

Bürgermeister Marcel Caspers begrüßte das Auditorium und betonte, dass Standortsicherung und Standortstärkung zu den wichtigsten politischen Zielen der Verbandsgemeinde Bad Breisig gehören. Dazu ist bereits Einiges in die Wege geleitet worden:

Der Bahnhof Bad Breisig und das Bahnhofumfeld wird z.Zt. erneuert und modernisiert. Der Glasfaserausbau hat begonnen, sodass bis 2025 die gesamte VG und die beteiligten Unternehmen auf schnelles und modernes Internet zurückgreifen können und damit digital zukunftsfähig werden (Stichwort „Internet der Dinge“). Die Römertherme als attraktiver Standortfaktor wird z.Zt. für zwölf Millionen Euro saniert und modernisiert. Eine Klimaschutzmanagerin ist eingestellt worden. Die Kreiswirtschaftsförderung kooperiert gut mit der VG. Marcel Caspers möchte die regionale Vernetzung intensivieren und beendete seine Rede mit dem Satz: „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen“.

Professor Dr. Reinemann von der Hochschule Koblenz versuchte, mit seinem Fachvortrag Impulse zur Digitalisierung für den Mittelstand zu setzen. Und er wies auf eine Digitalisierungslücke gerade beim Mittelstand hin: Während im Jahr 2021 65% der größeren Unternehmen abgeschlossene Digitalisierungsprojekte vorweisen konnten, waren es bei kleinen Unternehmen lediglich 27%.

Die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Simone Ulrich und Lea Daiz sowie Hendrik Solscheid stellten anschließend das Projekt „DigiMIT²“ vor, das in Kooperation mit dem Land RLP und der Hochschule kostenlose Unterstützung bei der digitalen Entwicklung von Unternehmen anbietet: Qualifikation von Mitarbeitern, Vernetzung, Entwicklung und Innovation, und Transfer ins digitale Zeitalter. Es existiert ein „DigiTruck“, mit dem Unternehmen angefahren werden können, um konkrete Unterstützung zu erhalten. Simone Ulrich, Leiterin Vernetzung bei DigiMIT, erläuterte die Möglichkeiten der neuen Software „ChatGPT“ für Unternehmen, und Lea Daiz, Leiterin Innovation bei DigiMIT (sowie u.a. auch Fußballerin beim SC Bad Neuenahr) führte eine VR-Brille („virtuelle Realität“) vor, mit der Fabrikarbeitsplätze virtuell betreten werden können und womit z.B. Azubis angelernt werden können. Das attraktive Unterstützungsangebot sollten gerade kleinere Unternehmen, die vor der schwierigen Aufgabe der Digitalisierung stehen, unbedingt anfordern und dazu die Wirtschaftsförderung der VG kontaktieren.

Im Mittelpunkt des nächsten Fachvortrags von Dr. Gregor Weber/Ecoistics institute standen die Themen „Nachhaltigkeit“ und „Energieeffizienz“. Dr. Weber verdeutlichte, dass Energieeffizienz ein Wettbewerbsvorteil ist, und benannte einige Effizienz-Potentiale bei Unternehmen, z.B. 70% bei Beleuchtung und IT-Systemen, 50% bei Druckluft, 30% bei der Wärmeversorgung. Allein in Deutschland existieren knapp 2000 Förderprogramme allein im Energiesektor, die zu wenig bekannt sind. Dabei werden durch die öffentliche Hand bis zu 80% der Kosten für Energieberatung und Maßnahmen-Umsetzung übernommen. Gerade in der heutigen Zeit mit explodierenden Energiekosten sollten sich Unternehmen unbedingt energetisch beraten und fördern lassen.

Nach einer musikalischen Pause folgte der letzte Fachvortrag von Dr. Heinz Rethage, der über den Fachkräftemangel sprach: 12% der Stellen sind nicht besetzt; ¼ der Azubis bricht die Lehre ab; 60.000 suchen erfoglos nach einem Ausbildungsplatz; 10% der 18- bis 24-Jährigen gehen keiner Ausbildung oder Beschäftigung nach. Der Referent stellte die neu entwickelte App „AzubMe“ vor, mit der eine Berufsausbildung bei jungen Menschen wieder populär gemacht werden soll, sowie junge Menschen und Ausbildungsbetriebe zusammengebracht werden können. Für SchülerInnen gibt es eine mobile App ähnlich einer Dating-App, während für Ausbildungsbetriebe ein Web-Dashboard existiert. Damit erübrigen sich Bewerbungs- und Motivationsschreiben, sondern die Schüler können ihre Profile mit wirklich wichtigen Angaben in fokussierter Form anlegen und im Vorfeld per Chat den Ausbildungsbetrieb kontaktieren. Dr. Rethage berichtete über sehr positive Erfahrungen im Raum Koblenz bei drei beteiligten Schulen und ca. 80 Unternehmen branchenübergreifend.

Damit endete ein sehr innovatives und hervorragend organisiertes Unternehmertreffen mit viel Input und konkreten Hilfsangeboten für die Gäste. Nähere Informationen können bei der kommunalen Wirtschaftsförderung Bad Breisig, http://www.bad-breisig.de/wirtschaft, wirtschaftsfoerderung@bad-breisig.de, 02633/4568-114, 0170/9530959 angefordert werden.

Bürgermeister Marcel Caspers und der Gastgeber Stefan Raab von der Brohltalbahn.

Bürgermeister Marcel Caspers und der Gastgeber Stefan Raab von der Brohltalbahn.

Ein Güterwagon als Rednertribüne: Stefan Raab bei seiner Begrüßungsrede.

Ein Güterwagon als Rednertribüne: Stefan Raab bei seiner Begrüßungsrede.

V.l: Prof.Dr. Holger Reinemann, Projektleiter DigiMIT; Angela Lunowa, Wirtschaftsförderin Bad Breisig,; Simone Ulrich, Lea Daiz und Hendrick Solscheid von DigiMIT; Bürgermeister Marcel Caspers. Foto: AKR

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