25 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Swisttal und Quesnoy-sur-Deûle
Deutsch-französisches Traumpaar feiert Silberhochzeit und ist lebendig wie nie zuvor
Stilvolles Konzert mit der Philharmonie de Quesnoy-sur-Deûle als Auftakt und Festakt als Abschluss der Feierlichkeiten
Swisttal. Eine Silberhochzeit der besonderen Art feierten am Wochenende die Gemeinde Swisttal und ihre französische Partnerstadt Quesnoy-sur-Deûle, im Norden Frankreichs in der Nähe von Lille gelegen. Seit 25 Jahren gibt es diese Städtepartnerschaft, und sie ist so lebendig wie nie zuvor.
Nach wildem Zusammenleben geheiratet
Mitbegründer Wilfried Hein hatte einst von einem „Liebesroman“ zwischen den Menschen beider Gemeinden gesprochen, die nach langem „wilden Zusammenleben“ schließlich geheiratet hätten. Mit über 60 Gästen aus der Partnerstadt, untergebracht bei 39 Swisttaler Familien aus fast allen Ortsteilen, wurde diese „Liebesbeziehung eines Traumpaares“ gebührend gefeiert.
Zu einer gelungenen Silberhochzeit gehört stilvolle Musik, dafür war die Philharmonie de Quesnoy-sur-Deûle zuständig. In der Aula der Georg-von-Boeselager-Schule in Heimerzheim begeisterten die drei Dutzend Musiker im Alter von 13 bis 73 Jahren unter der Leitung ihrer drei Dirigenten Caroline Blondel, Marie Verschawe und Michel Dewiere die Zuhörer mit einem abwechslungsreichen Potpourri beliebter Musikstücke in einer großen Bandbreite von Klassik bis Pop. Als Zeichen der Verbundenheit gab es dabei eine deutsch-französische Co-Produktion zwischen der seit mittlerweile 190 Jahren bestehenden Philharmonie und der Musikschule Meckenheim-Rheinbach-Swisttal, bei der die Kinder deutscher Gastgeberfamilien gemeinsam mit den französischen Gästen musizierten.
Zu Fuß, mit dem Fahrrad und dem Kanu
In einem Rückblick erinnerte die Vorsitzende des Partnerschaftsvereines, Monika Wolf-Umhauer, an die Anfänge der deutsch-französischen Freundschaft. Am 6. Oktober 1990 in Quesnoy sur Deûle und am 27. Oktober in Swisttal unterzeichneten der damalige Swisttaler Bürgermeister Wilfried Hein und sein französischer Amtskollege Roger Lefebvre in feierlichen Festakten die Partnerschaftsurkunden. Im 355 Kilometer entfernten Quesnoy gibt es seitdem eine „Rue de Buschhoven“ und seit 1992 in Buschhoven den Quesnoy-sur-Deûle-Platz. Doch da lief die Partnerschaft schon seit zwei Jahrzehnten über private Kontakte, die der Sportverein Hertha Buschhoven und der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Buschhoven geknüpft hatten.
Auf Anregung des damaligen Hertha-Jugendtrainers Peter Bois waren die jungen Fußballer damals in den Norden Frankreichs gefahren, um dort einen Soldatenfriedhof zu pflegen. In der Freizeit knüpfte gab es die ersten Begegnungen beim Fußball.
Daneben entwickelten die Musiker der Feuerwehr in Buschhoven sowie dem Spielmannszug von Quesnoy freundschaftliche Beziehungen mit ersten Konzerten im Jahr 1974. Mittlerweile gab es unzählige gegenseitige Besuche, die immer wieder mit denkwürdigen Ereignissen verknüpft wurden, so Wolf-Umhauer. So wurde die Strecke zwischen den beiden Partnergemeinden zu Fuß als Staffellauf, mit dem Fahrrad und sogar mit dem Kanu zurückgelegt. Im September 2006 nahm sich der neu gegründete „Verein zur Förderung der Partnerschaft zwischen Quesnoy-sur-Deûle-Swisttal“ der Sache an und stellte die Partnerschaft mit der Ausdehnung auf die gesamte Gemeinde Swisttal auf eine breitere Basis.
Frauen haben mittlerweile das Kommando übernommen
An der Spitze der 61-köpfigen Delegation, die zur Jubiläumsfeier aus Frankreich angereist war, stand die französische Bürgermeisterin Rose Marie Hallynck mit ihren drei Beigeordneten Gerard Guibert, Christian Biche und Catherine Mille, die zugleich Vorsitzende des französischen Partnerschaftsvereins ist. „Die Männer haben die Partnerschaft begründet, aber mittlerweile haben die Frauen das Kommando übernommen“, schmunzelte denn auch Hallynck bei ihrer Rede anlässlich des Festaktes im Ludendorfer Rathaus. Sie versprach, gemeinsam mit ihrer neu gewählten Amtskollegin Petra Kalkbrenner die Partnerschaft auch in den nächsten Jahrzehnten erfolgreich weiterzuführen. Die Partnerschaft basiere auf den Ideen der Toleranz, der Freiheit und des gegenseitigen Respekts. „Unsere beiden Gemeinden bekennen sich zu den demokratischen Werten unserer Heimatländer, und die gegenwärtige Entwicklung zeigt uns täglich aufs Neue, wie sehr diese Werte verteidigt werden müssen.“
Kernstück und Motor des einigen Europa
Auch Kalkbrenner betonte den ideellen Wert der deutsch-französischen Städtepartnerschaft als Kernstück und Motor des einigen Europa. Bis heute werde die Partnerschaft immer wieder mit Leben gefüllt, und regelmäßige gegenseitige Besuche vertieften die Freundschaft. Das sei auch den beiden Partnerschaftsvereinen zu verdanken, die mit großem ehrenamtlichen Engagement und vielen persönlichen Begegnungen der Partnerschaft lebten. Nachdem die beiden Bürgermeisterinnen und die beiden Vorsitzenden der Partnerschaftsvereine mit ihren Unterschriften die Partnerschaften noch einmal erneuert hatten, überreichte Kalkbrenner zwölf Kölschgläser mit eingraviertem Gemeindewappen nebst einem Pittermännchen, im Gegenzug hatte Hallynck eine Flasche mit 25 Jahre alten Armagnac mitgebracht, bevor mit Sekt auf das Partnerschaftsjubiläum angestoßen wurde. -Jost-
Mit ihrer Unterschrift besiegelten die beiden Vorsitzenden der Partnerschaftsvereine, Monika Wolf-Umhauer und Catherine Mille (vorn) sowie die beiden Bürgermeisterinnen Petra Kalkbrenner und Rose Marie Hallynck (hinten) die Städtepartnerschaft zwischen Swisttal und Quesnoy-sur-Deûle.
