Allgemeine Berichte | 22.11.2016

Andino feierte 40-jähriges Bühnenjubiläum

Deutschlands einziger „Zauberphilosoph“

Deutschlands einziger „Zauberphilosoph“

Koblenz. Er hat das Studium der Theologie, Pädagogik, Psychologie, Politikwissenschaft und Philosophie abgeschlossen und steht als Andino nun schon seit vierzig Jahren auf der Bühne. Dr. Andreas Michel, wie sein bürgerlicher Name ist, ist im März 1961 geboren und verzaubert sein Publikum seit 1976. Er schenkt ihm Illusionen und lehrt es dabei in einer unterhaltsamen Show einige Grundgedanken der Philosophie. Das brachte ihm den Ruf ein, Deutschlands einziger „Zauberphilosoph“ zu sein.

Philosophie des Zauberns

Vor dreißig Jahren wurde aus dem Hobby Zauberei ein Beruf. Nach 1991, als er im Fach Philosophie promoviert wurde, verband er erstmals das Zaubern mit der Philosophie, machte sich als Zauberphilosoph selbstständig und schrieb 1994, angeregt durch eine Vortrags-Anfrage der Schopenhauer-Stiftung in Frankfurt, das Buch „Philosophie des Zauberns“. So nannte er auch sein zweites abendfüllendes Soloprogramm. Abendfüllende Bühnen-Premiere feierte er 1992 im Koblenzer „Café Hahn“ mit „Alles nur Illusion – eine Komödie der möglichen Unmöglichkeiten“.

Sein 40-jähriges Bühnenjubiläum gestaltete Andino Ende Oktober dieses Jahres in der „Kulturfabrik Koblenz“ mit einer Zaubergala, bei der sich auch zaubernde Freunde und Schüler einbrachten. Es war, wie schon oft zuvor, eine Benefizveranstaltung zugunsten des „Rechtshilfefonds für asylsuchende Ausländer“ des Diakonischen Werks, das Andino auf diese Weise im Laufe der Jahre mit einem fünfstelligen Euro-Betrag unterstützen konnte.

Zusammen mit der Flüchtlingshilfe will er in zwei Jahren eine neue Gala auf die Beine stellen, in die er ein kleines Gitarrenfestival einbaut. Doch jetzt zehrt er noch von der gerade gelaufenen Jubiläumsgala, die speziell für ihn etwas sehr Besonderes war. Nachdem er eine Woche zuvor in der „FILharmonie“ Filderstadt zum zweiten Mal in seiner Karriere als „Künstler des Jahres“ mit dem Goldenen Künstler-Magazin ausgezeichnet worden war, ehrte ihn bei der Gala in Koblenz der „Magische Zirkel von Deutschland“ in Würdigung seiner Verdienste um die Zauberkunst und aus Anlass seines Bühnenjubiläums mit dem „Goldenen MZvD-Abzeichen mit Brillanten“. Diese Auszeichnung als sichtbares Zeichen der Wertschätzung seiner Arbeit ist ihm besonders wichtig, denn über den Magischen Zirkel, genauer durch eine Annonce des 1965 gegründeten Ortszirkels Koblenz, dem Andino zwölf Jahre lang vorstand, erhielt er als 13-Jähriger seine Eintrittskarte in die magische Szene.

Nach wie vor fühlt er sich deshalb dem Magischen Zirkel sehr verbunden. Er verfasst Artikel für dessen monatlich erscheinende Zeitschrift „Magie“, ebenso wie für andere Fachzeitschriften, in denen er mit Serien und Kolumnen, meist historischer und theoretischer Natur, immer wieder von sich „lesen macht“. Sein Schreibtalent hat er, beginnend mit seiner philosophischen Dissertation „Denken in der Krise“ im Jahr 1991 in Folge mit dem Verfassen und Herausgeben etlicher Bücher unter Beweis gestellt. Mit „Tanz der Hände“ schrieb er 1996 ein Buch, das Zauberkunststücke und die Gestaltung von Zauberworkshops lehrt. Sein letztes Werk „Die philosophische Zauberleiter“, eine zauberhafte Reise durch die Geschichte des Denkens, stammt aus dem Jahr 2010.

Kinder und Erwachsene unterrichtet er in Zauberworkshops

Andino zaubert und schreibt nicht nur, sondern unterrichtet darüber hinaus. In Workshops können am Zaubern interessierte Kinder und Erwachsene die hohe Kunst der Illusionen lernen. Im Januar starten die neuen Kurse im Seminarraum seines Hauses auf der Karthause. Was dabei herumkommen kann, war gerade erst auf der Jubiläumsgala zu erleben. Sein Schüler, der 14-jährige Malte Frisch, führte dort als jüngster Teilnehmer den ältesten Trick, das „Becherspiel“, vor.

Den Seminarraum in seinem Haus nutzt Andreas Michel außerdem für den von ihm geleiteten wöchentlichen philosophischen Gesprächskreis, den er „Club Philo“ getauft hat. Außer Haus engagiert er sich für die Philosophie in Zusammenarbeit mit verschiedenen Volkshochschulen mit dem Angebot von „Zauberphilosophischen Vorlesungen“ und „Philosophischen Sommernächten“, in denen er zum Nachdenken über Gott und die Welt anregt.

Auf der Showbühne ist Andino sowohl mit seinen ersten beiden Soloprogrammen „Philozauber“ und „Reallusion“ als auch mit dem aktuellen „Die Macht der Täuschung“ oder einer „Best Of“-Darbietung zu erleben. In „Die Macht der Täuschung“ setzt er sich als Zauberer und Philosoph mit der Frage nach dem Übersinnlichen auseinander. Trotz großer Routine und Erfahrung kann es vorkommen, erzählt er, dass ein Trick einmal nicht funktioniert. Angst davor habe er nicht, denn er wisse damit umzugehen. Viel eher befürchte er, dass ein „Zuschauer-Assistent“ ihm die „Tour vermasselt“.

Ist das Publikum im Laufe der Jahre anspruchsvoller geworden? Andino verneint das. Gerade die Kombination des Zauberns mit der Philosophie beschere ihm in letzter Zeit sogar manchmal die Rückmeldung, dass das Publikum nicht folgen könne und seine Ausführungen als anstrengend empfinde, die vor wenigen Jahren noch als einfach nur spannend empfunden wurden. Dabei will er in erster Linie unterhalten. Wenn darüber hinaus ein oder zwei philosophische Gedanken hängenbleiben, dann freut ihn das.

Die Jugend stehe dieser Form der Zaubershow meist offener gegenüber. Selbst Studenten des Fachs Philosophie kämen manchmal gezielt in seine Vorstellungen, um etwas über Philosophie zu lernen. Auch Schulen laden ihn gerne ein, damit er mit seiner Kunst den Schülern auf eine smarte Art Appetit auf Philosophie mache.

Einen etwas erweiterten Personenkreis spricht Andino an mit den im Duo mit Musikern dargebrachten Programmen „Saiten-“, „Tasten-“ und „Sangeszauber“, die er vor rund zehn Jahren entwickelte. Nachdem das Soloprogramm „Die Macht der Täuschung“ nun schon fast zwei Jahre alt ist, gibt es bei Andino bereits die ersten gedanklichen Ansätze für sein nächstes und letztes Programm, wie er sagt. Denn „mit 60 Jahren sollte ich mein Repertoire mal zusammen haben“. Die Bühnenfigur „Andino“, mit der man durchaus alt werden könne, wird sich kaum verändern, maximal ihre Weste und Melone ablegen, sagt er. Das Programm „Scheinspiele“ soll 2020 Bühnenreife erlangen. Darin wird sich der Illusionskünstler mit der über Jahrtausende reichenden Geschichte der Zauberkunst befassen.

Andino auf der Bühne am Montag, 30. Januar in Koblenz

Freunde der Illusionskunst, die Andino einmal wieder auf einer Bühne in Koblenz erleben wollen, müssen sich bis Montag, 30. Januar 2017 gedulden. Um 19 Uhr tritt er dann mit „Der Macht der Täuschung“ im Pfarrheim Herz-Jesu auf Einladung der Kath. Hochschulgemeinde auf.

BSB

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