Verein für Geschichte und Kunst des Mittelreihns zu Koblenz e.V. gegr. 1883
Die Apollinariskirche: Einblicke in Bau- und Kunstgeschichte
Dienstag, 5. November , 18 Uhr bis 19:30 Uhr (Eintritt frei) Landeshauptarchiv Koblenz (Karmeliterstraße 1-3, 56068 Koblenz) Referent: Herr Dr. Erhard Wacker,
Remagen. Die neugotische Wallfahrtskirche St. Apollinaris kann als der bedeutendste Kirchenneubau des 19. Jahrhunderts im Rheinland bezeichnet werden. Nachdem Franz Egon Graf von Fürstenberg-Stammheim die ehemalige Propstei der Benediktiner auf dem Apollinarisberg bei Remagen erworben hatte, ließ er dort von 1839-1857 aus privaten Mitteln diese Kirche errichten. Der Bauherr war nicht nur sehr vermögend, sondern auch ein akribischer Buchhalter. Daher kann der Referent Dr. Erhard Wacker aus Remagen auf tausende Seiten von Dokumenten zur Baugeschichte in den verschiedensten Archiven zurückgreifen. Ein Beispiel: Für jeden Tag liegen Namen und Funktion aller Beschäftigten vor, teilweise bis zu hundertzwanzig Personen; ebenso ausführliche Dokumente sind für das verwendete Material vorhanden.
Architekt war der Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner, der auch bei der Ausstattung großzügig planen konnte, z. B. mit farbigen Bodenfliesen aus England und Stoffen aus Frankreich.
Außerdem wandte er sich auch technisch Neuem zu, wie es in den sechzehn Meter hohen gusseisernen Turmhelmen zum Ausdruck kommt. Durch die vielen Handwerker und Künstler, die auch am Kölner Dom tätig waren, entstand keine Kleinstadtkirche, sondern ein überregional beachteter Kirchenbau. Das große Interesse entstand natürlich auch durch die Ausmalung, die die berühmte Künstlergruppe der Nazarener (Ernst Deger, Franz Ittenbach, Andreas und Carl Müller). Für ihr künstlerisches Werk war die Kirche eigens geschaffen worden: wenige Fenster – viel Wandfläche für die Fresken. Erläutert werden im Vortrag die inhaltliche und christliche Konzeption der Fresken, geschaffen durch die religiös geprägte Gruppe.
Bereits vor der Einweihung der Kirche besuchten mehrfach Angehörige deutscher Königsfamilien das Gotteshaus.
Der knapp einstündige PowerPoint Vortrag wird mit vielen Bildern illustriert, um den Zuhörern einen intensiven Eindruck zu ermöglichen.
