Sabine und Jan Peters führten mit Unterstützung des Eine-Welt-Ladens durch die faire Stadt Remagen
Die Bewerbung für die Fair-Trade-Stadt Remagen ist so gut wie geschafft
Gedanken der Nachhaltigkeit weiter in den Handel und bei der Bevölkerung verankern
Remagen. Fair einkaufen – was alles kann das bedeuten? Wie entscheide ich mich beim Einkaufen? Wo bekomme ich in Remagen faire Waren? Diesen Fragen widmete sich der erste Stadtrundgang von Sabine und Jan Peters, unterstützt von Silke Olesen und Walburga Greiner vom Eine-Welt-Laden am vergangenen Samstag anlässlich der Fairen Woche 2020. Letztliches Ziel war und ist es, die Idee des fairen Handels weiter zu verbreiten und die jeweils eigene Rolle bezüglich des fairen Handels zu überdenken.
Die, coronabedingt kleine, Gruppe von zehn Teilnehmern startete am Weltladen Remagen-Sinzig. Zunächst schauten sich die Teilnehmer einen Kurzfilm an, der das Ziel von Fairtrade erläuterte: Bessere Preise für Kleinbauernfamilien, sowie menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Beschäftigte auf Plantagen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Das Fairtrade-Siegel kennzeichnet Produkte, bei deren Herstellung bestimmte soziale, ökologische und ökonomische Kriterien eingehalten wurden.
Im Anschluss stellte Gudrun Fassbender den seit 1981 bestehenden Weltladen und die dort angebotenen fairen Waren vom Kaffee über Gewürze bis hin zum Kunsthandwerk vor. Besonders wies sie auf das rein ehrenamtliche Engagement der Mitarbeiterinnen und die Tatsache hin, dass der erwirtschaftete Gewinn zu 100 Prozent in soziale Projekte in aller Welt geht.
Weiter ging es dann zum Eckladen 1910, wo Inhaberin Kerstin Sievert weitere Aspekte zum Thema Faire Waren beleuchtete. Ob es nun um beständiges Spielzeug aus nachhaltigen und haltbaren Materialien oder traditionelle Waren wie Seifen auf Naturbasis oder Produkte ohne Palmöl ging, viele ihrer angebotenen Waren sind nachhaltig produziert.
Umweltaspekte spielen auch bei der nächsten Station eine zentrale Rolle. In Christines Unverpacktladen wird auf Verpackung, insbesondere von Plastik, verzichtet. Käufer können ausgewählte, nachhaltige Produkte in selbst mitgebrachten Gefäßen abfüllen. Müll aller Art soll so vermieden werden. Wichtig ist es Inhaberin Christine Lühmann-Wilshusen zudem, auch lokale Lebensmittelproduzenten nach Möglichkeit zu unterstützen.
Auch bei der nächsten Station, dem Kaffeehaus von Petra Pellenz, gibt es aus Überzeugung fairen Kaffee. Kaffee war von Beginn an eines der Hauptprodukte des Fairen Handels. Gemessen am Gesamtabsatz von Röstkaffee in Deutschland erreicht Kaffee aus Fairem Handel in 2019 einen Marktanteil von 6,7 Prozent. Mit Kaffee kam 1992 das erste Lebensmittel mit Fairtrade-Siegel in die Regale. Inzwischen tragen bundesweit mehr als 7000 Produkte das Fairtrade-Logo. Weltweit nehmen heute mehr als 1,6 Millionen Landwirte an Fairtrade-Programmen teil.
Zum Abschluss des Rundgangs führten Sabine und Jan Peters die Gruppe auf den Marktplatz. Im Austausch mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Führung wurden viele weitere Aspekte zum Thema Fair Einkaufen angesprochen: Nutzung von Second Hand Angeboten bei Kleidung, Geschirr und Möbeln, die Möglichkeiten der Reparatur wie im Remagener Reparaturcafé oder dem Schuhservice von Ebrahim Firoozi.
Volker Thehos, Beigeordneter der Stadt Remagen, erläuterte die Motivation der Stadt Remagen, sich zu Fairen Stadt Remagen zertifizieren zu lassen. Der Prozess wird bald abgeschlossen sein und mit dem Siegel der Fair Trade Town soll der Gedanke der Nachhaltigkeit weiter in den Handel und bei der Bevölkerung verankert werden.
Christoph Noebel, Inhaber der Galerie Artspace K2 und Vorstandsmitglied der Werbegemeinschaft „Remagen mag ich“, berichtete, dass vonseiten der Werbegemeinschaft die Idee der Fairen Stadt begrüßt wird. Auch er lebt mit seiner Produzentengalerie, den fairen Umgang mit den ausstellenden Künstlerinnen und Künstlern.
Faires Einkaufen in Remagen ist möglich
Zum Ende der Führung waren sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig: Faires Einkaufen in Remagen ist möglich und jede/r kann mit seinem Einkaufverhalten dazu beitragen, dass der Anteil fairer Waren zunimmt.
Eine weitere Führung wird am Samstag, 19. September ab 10.30 Uhr stattfinden. AB
