Christlicher Hospizverein Cochem-Zell
„Die Bitterkeit liegt in der Furcht vor dem Tod, nicht im Tod“
Cochem-Zell. Mit diesem Zitat des griechischen Philosophen Sokrates umriss Psychotherapeutin Pia Euterneuer in ihrem Vortrag die Aufgabe, der sich die Mitglieder des Christlichen Hospizvereins Cochem-Zell stellen. Sie möchten den Sterbenden und ihren Angehörigen die Angst nehmen vor dem Unvermeidlichen.
In der Patientenbegleitung sind zur Zeit 27 Ehrenamtliche aktiv, wie der 1. Vorsitzende Pfarrer Thomas Werner in seinem Jahresbericht erläuterte. Sie haben in diesem Jahr bereits 61 Begleitungen abgeschlossen, was eine deutliche Steigerung gegenüber dem vergangenen Jahr bedeutet, in dem insgesamt 40 Begleitungen durchgeführt wurden.
Diese deutliche Steigerung hatte zur Folge, dass die hauptamtliche Unterstützung um eine halbe Stelle erweitert wurde. Zwei ausgebildete Fachkräfte von der Fachstelle für ambulante Hospizarbeit des Caritasverbandes aus dem Hilfezentrum in Treis-Karden, Silvia Louboutin und Beate Fatzaun, koordinieren die Einsätze der Ehrenamtlichen. Zurzeit werden 20 Patienten und ihre Angehörigen begleitet. Das bedeutet, wie es Silvia Louboutin formulierte, dass die Hospizarbeit in unserem Landkreis angekommen ist.
Aktuell läuft außerdem ein Hospizhelferkurs mit sieben Damen, der im Dezember zu Ende sein wird.
Gemeinsam arbeiten Hospizfachkräfte und Ehrenamtliche daran, ihre Arbeit der Öffentlichkeit vorzustellen, zum Beispiel mit Ständen beim Klostermarkt in Martental, in der Klosterkirche in Beilstein und am Welthospiztag, dem 8. Oktober, in Kaisersesch und Zell.
Außerdem besucht der Vorsitzende, Pfarrer Thomas Werner, Schulen und ist bei diesen Gesprächen immer wieder erstaunt über das Interesse und die Offenheit, mit der Kinder und Jugendliche über dieses Thema sprechen. Diese Offenheit geht leider im Laufe des Erwachsenwerdens bei den meisten Menschen verloren. Auch dies sieht der Hospizverein als Aufgabe, das Sterben als Thema in die Öffentlichkeit zurückzubringen. Nur die Ängste, über die man spricht, kann man bewältigen.
Dabei, den Tod von Angehörigen zu bewältigen, hilft seit vielen Jahren auch der Trauergesprächskreis, den Irmgard Blätter und Ewa Piechotta im „pro Seniore“ in Cochem anbieten.
Der Haushaltsplan für das Jahr 2017 wurde von Hans Stoecker vorgestellt und fand ebenso wie die Entlastung des Vorstandes die Zustimmung der Versammlung.
Regelmäßige Gruppentreffen von Haupt- und Ehrenamtlichen sowie gemeinsame Fortbildungen werden auch im kommenden Jahr durchgeführt ebenso wie die Supervisionen, die ab Januar 2017 von Pia Euterneuer übernommen werden, um den Ehrenamtlichen die Möglichkeit zu bieten, über evtl. auftretende Probleme zu sprechen.
Wer Interesse an einer Mitarbeit hat oder daran, den Verein durch seine Mitgliedschaft zu unterstützen, findet Infos unter www.christlicher-hospizverein-cochem-zell.de.
