Brexbachtalbahn e.V. erneuert Brücke über den Masselbach
Die Brückenbauer der Brexbachtalbahn
Ransbach-Baumbach. Brücken verbinden, Brücken kann man schlagen, goldene Brücken bauen oder Brücken hinter sich abbrechen. Das Bauwerk muss für viele Metaphern herhalten und immer beinhalten sie das Bewusstsein darüber, dass dem Verbinden und Überqueren erst eine Trennung vorausgeht. Brücke sind also nicht nur eine funktionale Konstruktion, sondern immer auch ein gedankliches Bild, das in der heutigen Zeit eine besondere Rolle spielt - gesellschaftlich wie infrastrukturell. Denn das Land ist in vielen Bereichen gespalten, zahlreiche Brücken als Sinnbild dafür sanierungsbedürftig und Brückenbauer deshalb wichtiger denn je. Es gilt, Hand anzulegen und nicht nur untereinander wieder Brücken statt Mauern zu bauen, sondern auch vorhandene und wertvolle Brückenbauwerke stand -und betriebssicher zu halten.
Handfest zur Sache und im wahrsten Sinne des Wortes heiß her ging es in den letzten Monaten auf der Brücke der Brexbachtalbahn über den Masselbach in Höhe der Fohr-Brauerei. In Eigenleistung des Vereins Brexbachtalbahn e.V. wurden hier professionell und mit Hilfe von Fachfirmen die Abdichtungen der beidseitigen Gehwege komplett erneuert und alle wasserwirtschaftlichen Baumaßnahmen abgeschlossen.
„Alles, was wir selbst machen können, wird von uns erledigt“, erklärten Adolf Bongartz, 1. Vorsitzender des Vereins und Geschäftsführer Armin Brast, im Hauptberuf Bauingenieur. Dieses Vorgehen habe sich auch an anderen Stellen der Strecke bewährt. So wurden sämtliche Mauerwerke von Bachunterführungen und Durchlässen zwischen Ransbach-Baumbach und Ebernhahn, beim Klärwerk Faulbach und in Grenzau erneuert bzw. ausgebessert. Auch am Haltepunkt Abtei und einigen Tunnelportalen wurden die Stützmauer frei -und trocken gelegt und fachmännisch ausgebessert.
Sämtliche Bauwerke sind damit für die nächsten Jahre betriebssicher, wie Fachleute nach einer ersten Brücken- und Bauwerksbesichtigung bestätigen, der eine offizielle Bauwerksprüfung folgen wird. Nach Vorlage der Prüfberichte kann dann die Abnahme des oberen Streckenteils erfolgen.
Seit 2007 hat der Verein in nunmehr fast 13 Jahren ca. 180.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden an der Bahnstrecke geleistet. Legt man nur den Mindestlohn zugrunde, kann man sich leicht ausrechnen, wie wertvoll diese Arbeiten in Zeiten von Klimawandel, Mobilitätswende und touristischer Entwicklung der Region und für die Gesellschaft allgemein sind. Denn nur dadurch hat die wertvolle Schienenverbindung weiterhin Bestand und kann Brücken bauen zwischen gestern, heute und morgen, zwischen Rhein und Sayn, zwischen den Generationen, den Kommunen, vielen touristischen Attraktionen und zwischen dem Ballungsraum Koblenz-Neuwied, dem ICE-Bahnhof in Montabaur und dem Naturpark Westerwald-Nassau mit seinen vielen Wanderwegen.
Pressemitteilung
Brexbachtalbahn e.V.
