Weihnachtsklänge im Merler Dom
„Die Brücke“ präsentiert Weihnachtskonzert
Merl. Seit nunmehr zehn Jahren ist das Weihnachtskonzert des Chores „Die Brücke“ in Merl eine feste Institution. So auch am vergangenen Sonntag, als es weder freie Sitz- noch Stehplätze im restlos vollen Merler Dom gab. Längst hat es sich herumgesprochen, dass der Chor unter der Leitung von Claudia Nachtsheim stets ein buntes und neues Weihnachtsprogramm auf die Bühne stellt, wobei auf einen guten Mix von altbewährten und neuen Liedern geachtet wird.
So ging es auch mit dem Lied „Heilige Nacht“ von Johann-Friedrich Reichardt aus dem 18. Jahrhundert los, eine geistliche Einstimmung zu Beginn.
Eher nur mundartlich bekannt dagegen die Volkswaise aus Tirol „Es wird schon gleich dunkel“. Begleitet von Klaus Desch auf dem Klavier überzeugte Claudia Nachtsheim auch als Solistin beim Wiegenlied „Schlafe, mein Liebster“ aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach.
Aber in einem internationalen Programm darf natürlich auch die Mundart nicht zu kurz kommen, wobei Johannes Seifert hier den Part des Erzählers übernahm. Denn Dialekt ist eine Kultursprache und keine Sprache ist so melodisch wie das Kölsche. Und so hatte sich der Chor das Stück „Engel jitt et emmer widder“ vorgenommen, welches einem Weihnachtslied aus Frankreich entstammt. Den Text hatten vor mehr als 20 Jahren die Höhner überarbeitet und es wurde daraus ein Danklied für all diejenigen, die sich im Alltag engagieren. Da wird der Krankenschwester genauso gedankt wie dem Beamten, der trotz Vorschrift unbürokratisch hilft. Und im Refrain heißt es dann „Gloria, allen die da helfen“.
„De Kripp es leer“
Und Johannes Seifert hatte auch eine spezielle Krippengeschichte auf Lager „De Kripp es leer“. Man stelle sich die Aufregung vor, am Heiligen Abend kommen der Pfarrer und der Küster in die Kirche und das Jesuskind fehlt aus der Krippe.
Da ist die Aufregung natürlich groß. So lange jedenfalls, bis ein kleiner Junge in die Kirche kommt und das Christuskind mitbringt. Und er erklärt in schönstem kölschen Dialekt, dass das Christkind ihm einen Roller gebracht habe und da hätte er aus Dankbarkeit dieses doch mal drei Runden auf dem Block mitnehmen müssen.
Gelebte Weihnacht eben.
Auch beim letzten Song wurde es wieder sehr sentimental. Denn das vielleicht schönste und auch aktuellste Weihnachtslied der Moderne kommt immer noch von John Lennon „Happy X-mas“. Die Zeile „War is over, if you want“ könnte aktueller nicht sein. Zum Abschluss des Konzertes wurde dann gemeinsam gesungen, „O, du fröhliche“, „Alle Jahre wieder“ und „Stille Nacht, heilige Nacht“ wahrlich natürlich mit viel Inbrunst in der Stimme und für die Künstler gab es verdient sehr viel Applaus für dieses sehr kurzweilige Konzert.
STF
