Allgemeine Berichte | 01.12.2015

Arbeitsgemeinschaft Bahnen und Bergbau (AGBB) e.V. Bad Ems vorgestellt

„Die Buben“ aus dem Emser Untergrund

Tipp für Kurzentschlossene: An diesem Freitag, 4. Dezember, startet um fünf Uhr der Barbaramarsch. Dabei wird der Weg der Bergleute aus der Umgebung zur Frühschicht in den Emser Gruben nachempfunden. Doch während auf die Bergleute einstmals eine Zwölfstundenschicht wartete, haben die Wanderer an diesem Morgen lediglich ein „Bergmannsfrühstück“ vor sich. Die Teilnahme ist kostenlos - um Spenden wird gebeten.Girmann/AGBB

Bad Ems. 1986 wurde die „Arbeitsgemeinschaft Bahnen und Bergbau e.V. Bad Ems“ (AGBB) gegründet. Doch die Vereinsgeschichte reicht noch weiter zurück: Bereits acht Jahre zuvor hatten die ersten Aktiven begonnen, sich in einer losen Gruppe mit der Bad Emser Bergbaugeschichte zu befassen und von 1983 bis 1986 war die Gruppe als Abteilung im „Verein für Geschichte, Denkmal- und Landschaftspflege“ (VGDL) aktiv. Damals wie heute beschäftigt sich der Verein mit der Geschichte des Bergbaus in Bad Ems.

2.000 Jahre Bergbau- geschichte in Bad Ems

Mehr als zwei Jahrtausende hat der Bergbau die Geschichte von Bad Ems entscheidend mitgeprägt - auch wenn im Bewusstsein der Menschen heute der Kurbetrieb die entscheidende Rolle spielen mag. Der Verein betreibt das Emser Bergbaumuseum und veranstaltet in der wärmeren Jahreszeit Wanderungen auf den Spuren des Bergbaus. Mit dem Barbaramarsch am Festtag der Schutzheiligen der Bergleute greift der Verein Traditionen auf.

Von Anfang an führt der Bad Emser Frank Girmann als Vorsitzender die Gruppe an, doch auch sein Stellvertreter Manfred Bingel und Beisitzer Christian Gasterstädt sind „Urgesteine“ der AGBB. In den Anfangstagen der Gruppe führten die Aktivitäten des Vereins beim Wagenbau zum Blumenkorso und die aktive Erforschung der damals noch zugänglichen Stollen der verschiedenen Bad Emser Gruben aufgrund der jungen Zusammensetzung zur freundlichen Umschreibung „die Buben“ aus dem Untergrund. Dass „die Buben“ aber ganz schnell ernsthaft anerkannt waren und einen wichtigen Beitrag zum Erhalt historischer Fakten lieferten, ist der beharrlichen, engagierten Arbeit von Girmann und seinen Mitstreitern, gepaart mit einem hohen persönlichen Einsatz, zu verdanken. Heute gehören dem AGBB-Vorstand Frank Girmann als Vorsitzender; Manfred Bingel als 2.Vorsitzender; Katharina Besant als Kassiererin; Klaus Griese als Schriftführer sowie Walter Kirch, Christian Gasterstädt, Andreas Pahl, Timo Besant und Thomas Emmerich als Beisitzer an.

Emser Bergbaumuseum

Wichtigste Errungenschaft des Vereins: das Emser Bergbaumuseum, das es seit Mai 1996 gibt. Das ehemalige Steigerhaus der Emser Bleihütte, also eines der letzten Originalgebäude aus der Bergbauzeit wurde von Girmann privat erworben und musste, bevor überhaupt an einen Museumsbetrieb zu denken war, grundlegend saniert und umgestaltet werden. Dies geschah mit großem Arbeitseinsatz und Feingefühl für die sehr gut erhaltene historische Bausubstanz des 1853 erbauten Bruchsteingebäudes. Nun präsentiert sich das Parterregeschoss als Ausstellungsfläche für die reichhaltigen Sammlungen des Vereins, die ständig weiter wächst - genau wie das Museum und die Außenanlagen. Dort finden sich eine Gleisanlage mit verschiedenen Fahrzeugen aus dem Gruben- und Feldbahnbereich des Rhein-Lahn-Kreises und weitere bergbauhistorische Großgeräte.

Dem Emser Bergbaumuseum ist das „Emser Bergbauarchiv“ angeschlossen. Es verfügt über Bestände der Montangeschichte des Rhein-Lahn-Kreises und des Wirkungskreises der Stolberger Zink AG, die bis 1945 die Emser Gruben und bis 1959 die Aufbereitung auf der Insel Silberau betrieben hat. Die Sammlung gliedert sich in Grubenrisse, also Planzeichnungen des weitverzweigten Stollen- und Schachtsystems, die dank einer Schenkung an den Verein übergingen, Akten, technische Zeichnungen, Bildarchiv und Bibliothek.

Besonders bemerkenswert ist das „Mineralogische Kabinett“ im Bergbaumuseum. Es zeigt die ganze Pracht und Schönheit der heimischen Mineralien und Erze. Hier sind Stücke zu sehen, die alten Sammlungen entstammen. Hervorzuheben ist die Sammlung „Heinrich Zorn“, welche als bedeutendste und größte am Ort befindliche Mineraliensammlung geschlossen dem Museum im Jahre 1994 übereignet wurde und viele eindrucksvolle Exemplare des „Emser Tönnchens“ zeigt, eines Minerals, dass es nur in den Bad Emser Bergwerken zu finden gab, welches aber unter Sammlern und Kennern weltweit bekannt ist. Das Emser Bergbaumuseum ist von März bis Oktober jeweils sonntags von 14 bis 16 Uhr sowie nach Vereinbarung, in der Winterzeit nur nach Vereinbarung geöffnet.

Informationen zum Verein

Arbeitsgemeinschaft Bahnen und Bergbau (AGBB) e.V. Bad Ems, Emser Bergbaumuseum, Emser Hütte 13, 56130 Bad Ems. www.emser-bergbaumuseum.de und

frank.girmann@emser-bergbaumuseum.de. / Willi Willig

Das Emser Bergbaumuseum - hier zeigt der Vereine seine beeindruckende Sammlung.Willig

Das Emser Bergbaumuseum - hier zeigt der Vereine seine beeindruckende Sammlung.Foto: Willig

Tipp für Kurzentschlossene: An diesem Freitag, 4. Dezember, startet um fünf Uhr der Barbaramarsch. Dabei wird der Weg der Bergleute aus der Umgebung zur Frühschicht in den Emser Gruben nachempfunden. Doch während auf die Bergleute einstmals eine Zwölfstundenschicht wartete, haben die Wanderer an diesem Morgen lediglich ein „Bergmannsfrühstück“ vor sich. Die Teilnahme ist kostenlos - um Spenden wird gebeten.Foto: Girmann/AGBB

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