Nachweihnachtliche Stimmung beim „Konzert an der Krippe“
Die Chöre besangen die „stille Zeit“ beim Konzert in der katholischen Kirche
Dierdorf. Während andernorts bereits das karnevalistische Treiben begonnen hat, hatten die Besucher des Konzerts „Oh du stille Zeit“ in der katholischen Kirche in Dierdorf am Sonntagabend Gelegenheit, sich noch einmal in eine besinnliche, weihnachtliche Stimmung versetzen zu lassen. „Weihnachtskonzert an der Krippe“ nannte der Kirchenchor seine Veranstaltung, bei der am Programm mitwirktende neue Chor „Zeitgeist“ und der neu gegründete Kinderchor der Pfarreiengemeinschaften Dierdorf-Großmaischeid.
Unübersehbar stand sie dort neben den Stufen zum Altarraum, die Namensgeberin des Konzerts, die biblische Krippe mit dem Jesuskind, Maria und Josef, dem Ochsen und dem Esel, den drei Heiligen aus dem Morgenland und ihrem Kamel. Thematisch tauchte die Geschichte von der Geburt Jesu in den Vorträgen von Heide Ertelt und Pfarrer Thomas Corsten wieder auf.
Und auch in den Liedern der Gruppen und der Solistin Marita Heuse spielten die Weihnacht und die Könige eine große Rolle. Mit der Orgelsonate Nr. 4, zweiter Satz (Andante) von Joseph Rheinberger eröffnete der musikalische Leiter des Abends, Bernhard Bätzing, das Konzert in der gut besuchten Kirche. Unter Bätzings Leitung sang der gemischte Kirchenchor - 14 Frauen- und acht Männerstimmen - die Stücke „Oh du stille Zeit“, „Hymne an die Nacht“, „Übers Gebirg Maria geht“ und „Wie soll ich dich empfangen“, letzteres am Klavier begleitet von Bernhard Bätzing. Mit dem Zuspruch: „Deine Wünsche werden wahr, so gesegnet sei dein neues Jahr“ erinnerte Heide Ertelt an den größten Wunsch, den die Menschheit haben kann: Frieden in der Welt.
Der gemischte Chor „Zeitgeist“
Balladenartig, basierend auf einem Gedicht des Heiligen Franz von Assisi, trug anschließend der ebenfalls von Bernhard Bätzing geleitete gemischte Chor „Zeitgeist“ das Stück „Make me a Channel of Your Peace“ vor. Seine Modernität stellte „Zeitgeist“ unter Beweis mit dem swingig rübergebrachten „Das wünsch‘ ich dir“, bei dem verschiedenen Sänger Solopartien übernahmen, und dem gospelartigen „Amen“, bei dem zuerst der Chor und später die Konzertbesucher mitschnippsten, mitklatschten und mitsangen. „Wie soll man sich nicht fürchten, in dieser zeitweise furchterregenden Welt?“, fragte Pfarrer Corsten und nannte als Beispiel den aktuellen Lkw-Anschlag in Jerusalem.
Die Begriffe Vertrauen und Hoffnung spielten in seiner Antwort eine große Rolle, und der Satz: „Gewalt und Gegengewalt sind nie die Lösung der Probleme!“
Die Geschichte der Heiligen Drei Könige
Wie die Tradition entstand, an Weihnachten besinnliche Lieder zu singen, erklärte Heide Ertelt mit der Geschichte von den Heiligen Drei Königen, die im Stall an der Krippe, das neugeborene Baby im Arm, leise anfingen zu singen im Angesicht des großen Friedens, der sich dort ausbreitete. Ähnlich war es beim Vortrag der Sopranistin Marita Heuse, die in Opernmanier das Lied „Die Könige“ von Peter Cornelius zu Gehör brachte.
Zwar hatte Pfarrer Corsten am Anfang des Konzerts darum gebeten, jeweils am Ende eines Liedzyklus‘ der Akteure zu applaudieren. Im Fall der nun auftretenden Mädchen des neu gegründeten Kinderchores konnten sich die Zuhörer an diese Anweisung nicht halten: Bereits das erste Lied der kleinen, aus acht Stimmen bestehenden Gesangsformation, wurde mit kräftigem Beifall belohnt.
Beim schwungvollen „Feliz Navidad“ von José Feliciano machten die Kinder zu ihrem schönen Gesang noch tanzende Bewegungen. Nach dem gemeinsam gesungenen „Night of Silence“ endete ein schöner, nachweihnachtlicher Abend in Dierdorf und die Konzertbesucher traten aus der Kirche heraus auf den immer noch weihnachtlich beleuchteten und beschneiten Marktplatz der Stadt mit dem guten Gefühl, dass Frieden möglich ist, wenn man nur daran glaubt.
