Drittklässler der Schule am Zehnthof zu Besuch
Die „Dritten“ besuchen das Odendorfer Zehnthaus
Swisttal-Odendorf. Auch in diesem Jahr statteten die Drittklässler der Schule am Zehnthof dem Odendorfer Zehnthaus kurz vor den Sommerferien ihren schon traditionellen Besuch ab. Empfangen wurden sie von Klaus Peter Scholz, dem Kulturwart des Vereins. Gleich zu Beginn stellte er ihnen eine Aufgabe. An der Westseite des Zehnthauses mussten sie die die halbmetergroßen Eisenlettern entziffern. Gemeinsam kam man schnell zu einem Ergebnis. Es sind die Zahlen 1 - 7 - 2 – 6. Sie stehen für das Jahr 1726. In diesem Jahr war das Zehnthaus erbaut worden. Bevor es ins Zehnthaus hineinging, galt es noch, den Text auf der draußen angebrachten Metalltafel vorzulesen, denn sie erklärt, dass der Kartäuserorden St. Alban aus Trier 1481 den dort befindlichen Blankenheimer Hof gekauft und 1726 das Zehnthaus erbaut hat. Das Zehnthaus ist also fast 300 Jahre alt, es ist ein Denkmal. „Aber wozu hatte man überhaupt das Zehnthaus gebaut?“, fragen die Kinder, „und was ist denn ein Zehnt?“ „Der Zehnt,“ erläuterte Scholz, „war eine zehnprozentige Steuer in Form von Geld oder Naturalien, die man an die weltlichen oder kirchlichen Landeigentümer, in unserem Fall an den Kartäuserorden, bezahlen musste. Die Güter, die die Landpächter ablieferten, wurden dann im Zehnthaus gelagert, bevor sie auf dem Markt verkauft wurden. Das Geld, das man so eingenommen hatte, ging dann an den Kartäuserorden nach Trier.“ „Als es keine Pflicht zur Zehntabgabe mehr gab“, fuhr Scholz fort, „wurde das Zehnthaus Privathaus, Poststelle und dann Mietshaus. 1971 kaufte die Gemeinde Swisttal das Gebäude. Der Verein Zehnthaus hat dieses Denkmal mit Unterstützung der Gemeinde restauriert. Heute steht es den Bürgern für private Feiern, aber auch für kulturelle Veranstaltungen zur Verfügung.“ Natürlich umfasste die Besichtigung auch Orte, die Besuchern sonst nicht ohne Weiteres zugänglich sind, wie den Speicher. Aber es ging noch unheimlicher: als nächstes folgte der Abstieg in das dunkle Kellergewölbe. Wurden hier etwa Gefangene eingesperrt? „Nein,“ beruhigt Scholz die jungen Besucher,“ in dem kühlen Keller wurden früher lediglich die leicht verderblichen Waren gelagert.““ Einigen war dennoch die Erleichterung anzumerken, als sie wieder aus dem Keller aufgestiegen waren.
