Allgemeine Berichte | 29.11.2013

Vortrag des FrauenForums des Kreises Ahrweiler war gut besucht

„Die Frau im Märchen“

Das interessante Thema bot den Teilnehmerinnen viel Gelegenheit für Diskussionen.  privat

Bad Neuenahr. Im Rahmen des Frauenforums fand im Mehrgenerationenhaus Bad Neuenahr eine Veranstaltung zum Thema „Die Frau im Märchen“ statt. Das Frauenforum des Kreises Ahrweiler e.V. versteht sich als Ansprechpartner und Netzwerk für Frauen und bietet unter anderem themenbezogene Veranstaltungen an, wie auch diesen Vortrag. Dr. Susanna Smolenski und Vera Uhlemann stellten zunächst einen alten Mythos vor, der 1700 v. Chr. in Sumer auf Tontafeln geschrieben wurde, wahrscheinlich jedoch noch älter ist. Er handelt von der Göttin Inanna, „Königin des Himmels und der Erde“, die ihre dunkle Schwester Ereshkigal in der Unterwelt besucht. Während Inanna vor allem Liebe und Fruchtbarkeit symbolisiert, verkörpert Ereshkigal „die Königin der großen Tiefe“. Aggression in jeglicher Form, auch Zerstörung - diese jedoch als Wandlungsaspekt, damit Neues wachsen kann. Der Weg Inannas in die Tiefe ist ein großes Wagnis und Risiko für sie. Sie muss sieben Tore durchschreiten und an jedem Tor einen Teil ihrer Königswürde abgeben. Am letzten Tor angekommen, tötet Ereshkigal sie. Als sie nach drei Tagen nicht zurückkehrt, schickt der Gott Enki, „Gott des Wassers und der Weisheit“, zwei kleine Figuren, die er aus dem Schmutz unter seinen Fingernägeln erschaffen hat, in die Unterwelt. Diese Figuren tun nichts anderes, als Ereshkigal in ihren Klagen beizustehen und ihr Mitgefühl zu bekunden. So erreichen sie, dass Inanna wieder zum Leben erweckt und auf die Erde zurückkehren kann. Im Vortrag wird dargelegt, inwiefern dieser Mythos auch für heutige Frauen (auch Männer) von Bedeutung ist: sich mit abgewehrten und verdrängten Erinnerungen an belastende Ereignisse und den dazu gehörigen Gefühlen wie Schmerz, Trauer und Wut zu konfrontieren, ist das Ziel, sie zuzulassen und ihnen Mitgefühl entgegen zu bringen, in der Art wie dies die beiden kleinen Figuren Ereshkigal gegenüber gemacht haben. Es wird dargelegt, dass eine mutige Konfrontation mit abgewehrten Erinnerungen und Gefühlen nicht schwächt, sondern stärker macht. In einer lebhaften Diskussion mit zahlreichen Zuhörerinnen wurden weitere Aspekte entwickelt.

Lebhafte Diskussionen

Im zweiten Teil wurde das bekannte Märchen „Rumpelstilzchen“ in der ältesten Fassung der Gebrüder Grimm von 1812 beleuchtet. Üblicherweise wird das Rumpelstilzchen als Bösewicht dargestellt. Er will der Königin das Kind abnehmen. Doch waren die Zuhörerinnen eingeladen, das Märchen von einer anderen Seite zu betrachten als üblich. Der Fokus fiel auf den Müller, der mit seiner Tochter prahlt und sie an den goldgierigen König „verkauft“, der sogar der Müllerstochter droht, sie zu töten, wenn es ihr nicht gelinge, das Stroh in Gold zu verwandeln. Auffällig ist, dass in diesem Grimm-Märchen die Mutter, somit das weibliche Element, gänzlich fehlt und die Müllerstochter den beiden materialistisch eingestellten Männern ausgeliefert war - wenn nicht Rumpelstilzchen ihr geholfen hätte. Vielleicht sogar wollte es das Kind vorübergehend zu sich nehmen, bis die Königin nachgereift und in der Lage gewesen wäre, dem Kind eine gute Mutter zu sein und es zu schützen vor unberechtigten Leistungsanforderungen. Der Gedanke fand allgemein Zustimmung, dass eigentlich die Königin zu Rumpelstilzchen in die „Lehre“ hätte gehen können mit ihrem Kind und von ihm hätte lernen können, selber „Stroh zu Gold zu verwandeln“. Im übertragenen Sinne würde das heißen, dass die Königin in die materialistische, kalte, lieblose Welt ihres Vaters und Ehemannes hätte Kreativität und Liebe bringen können. In der Diskussion warfen die Zuhörerinnen zahlreiche eigene kreative Ideen ein.

Zum Ende hat Vera Uhlemann das jüdische Märchen „Die Wahrheit und das Märchen“ vorgetragen, das die Zuhörerinnen anrührte und begeisterte und einen schönen Abschluss dieser Veranstaltung darstellte.

Das interessante Thema bot den Teilnehmerinnen viel Gelegenheit für Diskussionen. Foto: privat

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