Allgemeine Berichte | 22.04.2026

Warum wird in Bad Breisig einen Brunnenkönigin gewählt und wie kam es dazu?

Die Geschichte Brunnenkönigin der Quellenstadt Bad Breisig

Die derzeitige Brunnenkönigin Sophie I. mit ihrer Nachfolgerin Elisa I.

Bad Breisig. Seit vielen Jahren wählt Bad Breisig eine Brunnenkönigin zum Brunnenfest. Dieser Brauch ist seit 1979 bereits zur Tradition geworden und findet jährlich zu Christi Himmelfahrt statt. Bereits 23 Brunnenköniginnen wurden in der Quellenstadt bis heute gekrönt. Den ersten Höhepunkt dieses Festes bildet ihre feierliche Ankunft, in einer festlich dekorierten Kutsche, im Kurpark.

Hier aus dem Jahr 2016, die scheidende Brunnenkönigin (2014-2016) Maren I. und die damals designierte (2016-2018) Laura I.

Aber wieso wählt man eigentlich eine Brunnenkönigin und wie kam es dazu? Um das zu verstehen, müssen wir über 110 Jahre in der Zeit zurückgehen. Die Geschichte der Quellen in Bad Breisig begann also früher, als man zunächst glauben möchte.

Bereits in der zweiten Dekade des letzten Jahrhunderts hatte man auf dem „Bröhl“ in Niederbreisig einen Bohrturm errichtet und begann mit ersten Bohrversuchen zur Erschließung einer Heilquelle. Überliefert ist, dass man am 12. April 1914 in einer Tiefe von 604 Metern auf eine Kohlensäurehaltige Mineralquelle stieß: Plötzlich schoss eine 12 Meter hohe Wasserfontäne steil aus der Erde. Die erste Heilquelle war geboren. Sie wurde am 29. Juni 1927 als Heilquelle anerkannt. Im Laufe der Jahre wurden bis 1959 noch fünf weitere Mineralquellen in Bad Breisig erbohrt.

Der ehemalige Luftkurort Niederbreisig wurde bald zu einer Kurstadt und ein anerkanntes Heilbad. Die damals zuerst erbohrte Thermalquelle Geyer Sprudel speist mit seinem 34°C warmen Wasser bis heute die Römer-Therme. Das Bad Breisiger Thermalbad mit Saunalandschaft und Fitnessstudio.

Langsam entwickelte sich Bad Breisig zu einem beliebten Kur- und Erholungsort. Immer mehr Gäste besuchten diese an Quellen reiche Stadt. Die ihrer günstigen Lage im Rheintal wegen auch damals schon leicht mit Auto und Bahn zu erreichen war. Schnell wurde eine Quelle zum Trinkbrunnen gefasst. Dieser fand seinen Platz zunächst im Park vor dem beliebten Thermalbad. Heute kann man den Brunnen im Gebäude des Bades finden.

Bald wurde deutlich, dass eine Quellenstadt von einer solchen touristischen Bekanntheit auch jemanden braucht, der seine wirtschaftlichen und touristischen Interessen in würdiger Weise nach außen hin, auch über die Stadtgrenzen hinaus, als Botschafterin beispielsweise bei Veranstaltungen, würdig repräsentieren könnte.

Es wurde hin und her überlegt und man entschied, eine Königin müsste es mindestens sein. So wurde der Gedanke an eine Brunnenkönigin laut. Sie würde die Kur-Stadt, ihre Quellen und den Tourismus würdig vertreten. Jo Klerings und Hein Bergmann entwickelten damals die Idee, eine Brunnenkönigin als Repräsentantin für die Quellenstadt zu etablieren. Mit dem Brunnenfest soll jedes Jahr neu daran erinnert werden, dass ihr über die Grenzen der Stadt hinaus gehender Ruf auf seinem guten Thermalwasser beruht.

Bereits am 24. Mai 1979 wurde die erste Bad Breisiger Brunnenkönigin, Elke I (Elke Rubröder) gewählt. Zunächst war eine einjährige Amtszeit angedacht.

Schnell wurde klar, dass der Zeitraum von einem Jahr, zur Ausübung dieses Ehrenamtes, nicht ausreichte. Bereits seit der zweiten Regentschaft bekleideten die jeweiligen Königinnen in der Regel zwei Jahre in Folge, das Ehrenamt. Deren Krönung findet seither entsprechend zum Brunnenfest statt und wird durch die amtierenden Bürgermeisterinnen oder Bürgermeister sowie die jeweiligen Vorsitzenden der Werbegemeinschaft durchgeführt.

Elena I. (Elena Waditzer) machte eine Ausnahme und erklärte sich sogar bereit, vier Jahre lang, von 2018 bis 2022, während der „Coronazeit“ zu repräsentieren.

Nur die hübschesten jungen Damen aus Bad Breisig üben dieses Amt aus. Als Botschafterinnen der Stadt werben sie charmant und kenntnisreich für diese. Mit dem Brunnenfest, das mit viel Musik, Ständen, Attraktionen und Veranstaltungen jährlich eines der festlichen Highlights der Stadt darstellt, beginnt ihre Regentschaft.

Die Königinnen sind ein Gewinn für die Stadt und bereichern mit Ihrem Ehrenamt die Breisiger Kulturlandschaft. Die Brunnenköniginnen spielen ebenso eine wichtige Rolle währen der kulinarischen Woche. Seither konnten sie bereits zahlreiche Persönlichkeiten aus Nah und Fern, aus Wirtschaft und Politik, zu Rittern der „Kulinarischen Runde“ schlagen.

Brunnenkönigin Laura die I. „schlug“ Hans Josef Bracht im Jahr 2017 an Bord der MS Stadt Vallendar zum Ritter der kulinarischen Tafelrunde. Herr Bracht war damals Vizepräsident des Rheinland-Pfälzischen Landtages.

Aber unsere Regentinnen werben für unsere Quellenstadt auch über deren Stadtgrenze hinaus: Laura I. (Laura Herter) zu Beispiel repräsentierte von 2016 bis 2018 nicht nur die Stadt Bad Breisig, sondern wurde im gleichen Jahr sogar zur Miss Rheinland-Pfalz gewählt.

Die erste „Ritterin der culinarischen Tafelrunde zu Bad Breisig“ wurde im Jahr 1993 übrigens Frau Dr. Angela Merkel. Damals noch Bundesministerin für Frauen und Jugend. Sie war später Bundeskanzlerin der Bunderepublik Deutschland, von 2005 bis 2021.

Erst im Jahr 2018 wurde die zweite Frau „Ritterin“ und somit Schirmherrin der Bad Breisiger Tafelrunde. Es war die heutige Präsidentin des deutschen Bundestages, Frau Julia Klöckner. Damals war sie Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft.

Viele berühmte Persönlichkeiten wurden bis heute von unseren Brunnenköniginnen zu Ritterinnen und Rittern der Tafelrunde gekürt und trugen und tragen dazu bei, unsere schöne Stadt noch bekannter und beliebter zu machen.

Aber die Brunnenköniginnen hatten auch mit nicht ganz alltäglichen Herausforderungen zu kämpfen: So musste die Krone der Regentinnen sogar einmal nachgearbeitet werden, da sie sich nicht gut im Haar befestigen ließ. Seither ist der Tragekomfort aber viel besser und es gibt keine Beschwerden mehr.

Ein ganz besonderes Highlight war die Karnevals-Session 2015 Maren I. (Maren Kraus) wurde anders als normal üblich während des Karnevalsumzuges nicht mit einem Cabrio gefahren, sondern kürte ihrem Stande angemessen den Prinzenwagen. Sie konnte somit die Lücke, die durch das Fehlen des Prinzenpaares entstanden war, ausfüllen.

Im Jahr 2002 wurde Mireille Hulke zur Brunnenkönigin Mireille I. gewählt. Für sie war ebenfalls mit der Wahl ein Traum in Erfüllung gegangen. Sie berichtete damals bei der Eröffnung des Jubiläumsfestes im Kurpark, dass sich gleichzeitig mit ihrer Wahl ein Kreis schloss. Denn achtzehn Jahre zuvor wurde sie in der Musikmuschel im Kurpark getauft.

Die derzeitige Brunnenkönigin (2024-2026) Sophie I., trat in die Fußstapfen ihrer Mutter Claudia, die von 1992 bis 1994 ebenfalls dieses Amt bekleidete. Sie trägt stolz das Kleid, das ihre Mutter bereits während ihrer Regentschaft getragen hat.

Unsere charmanten Brunnenköniginnen bringen ganz viel Glanz in unsere Quellenstadt. Sie bereichern unsere Festlichkeiten und machen unsere Stadt zu etwas ganz Besonderem.

Besonders hervorzuheben sind dabei der glanzvolle und begeisterte Einsatz sowie das uneigennützige Engagement der Frauen, die viel Zeit und Geld (z.B. für Kleidung und Friseuren) in ihre ehrenamtliche Tätigkeit investieren, wofür sie sich der Anerkennung und dem Dank aller Breisiger Bürgerinnen und Bürger gewiss sein können. Die Königinnen suchen sich Ihre Kleider übrigens selbst aus, die sie während ihrer Regentschaft tragen.

Die derzeitige Brunnenkönigin Sophie I. mit ihrer Nachfolgerin Elisa I. Foto: Picasa

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