Der Vallendarer Bürgermeister Fred Pretz mimte auf der Laienspielbühne den Liebhaber
Die Komödie „Love Jogging“ begeisterte
Premiere beim Theaterkreis die Fröhlichen Geister in der alten Stadthalle - Ein totales Verwirrspiel
Vallendar. Was treibt einen Bürgermeister als Laienschauspieler auf die Bühne, hat der denn Zeit dafür? „Jein“, antwortete Fred Pretz, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Vallendar, der beim Theaterkreis die Fröhlichen Geister mitspielte, „nicht immer konnte ich zu den Proben und merkte, dass ich mich nach der Alltagshektik konzentrieren musste, um auf den Level zu kommen, um schauspielerisch etwas machen zu können.“
Hauptgrund fürs Mitmachen war aber, dass der Vallendarer Theaterkreis seit etwa 20 Jahren sämtliche Gelder an Schulen, Kindergärten oder für soziale Zwecke gibt.
Schon zum zweiten Mal stand deshalb der Bürgermeister als Laienschauspieler auf der Bühne, diesmal jedoch in einer herausragenden Rolle als Brian, auf dessen Verhalten als Liebhaber der Titel der Komödie von Derek Benfield „Love Jogging“ beruht.
Einige hundert Besucher sahen in der alten Vallendarer Stadthalle die Aufführungen des Theaterkreises Fröhliche Geister und waren total angetan von den Schauspielern sowie den zahlreichen lustigen und witzigen Szenen.
Jede mit Jedem so ist der Inhalt von „Love Jogging“ kurz und knapp zu beschreiben.
Doch so einfach ist das nicht, denn das Ganze ist ein urkomischer Reigen aus haarsträubenden Lügen und wildesten Verstrickungen, was unaufhaltsam auf eine mittelschwere Katastrophe zusteuert.
Ein Stück, Regie führte Silke Rühl, wie gemacht für den Vallendarer Theaterkreis: Rasant, spritzig – und wie gewohnt lustig.
Die fünf Akteure, für die Technik sorgten Ulla und Bernd Alex, Maske Jasmin Jagnow, Souffleusen Heide-Marie Seehaus und Monika Reinhard, Bühne Hans-Rudolf Schlich und Klaus Sellner, Pausenbuffet Christel Heß, Ulla Alex und Bruni Löhning, Abendkasse Uwe Seehaus, bieten einen sportlichen Schlagabtausch.
Dabei geht es weniger um körperliche Ertüchtigung im eigentlichen Sinne, sondern um diverse Seitensprünge, die außerordentliche geistige Höchstleistungen erfordern.
George (Theaterkreisvorsitzender Konrad Weber) stellt seinem Freund Brian (Bürgermeister Fred Pretz) seine Wohnung für regelmäßig, mittwochs stattfindende „Schäferstündchen“ mit Freundin Wendy (Natalie Kammerhoff, toll als naive, junge, hübsche Geliebte) zur Verfügung.
Brians Ehefrau Hilary (Irmgard Teschke, die nicht mit Reizen geizte), ist im guten Glauben, dass ihr Gatte seinem Hobby joggen nachgeht und nutzt daher die Zeit, ihr Liebesleben mit George aufzufrischen.
Diese Doppelliebschaften liefen allerdings mit der verfrühten Heimkehr von Georges Ehefrau Jessica (Marlies Kirst, Geschäftsfrau mit Geheimnis) am Mittwoch völlig aus dem Ruder.
Denn wie üblich waren Brian und Wendy in der Wohnung und wollten gemütlich selbst zubereitetes Ochsenschwanzragout essen, bevor es zur Sache gehen sollte.
Ein Versteckspiel und merkwürdige Ausreden waren die Folge.
Aber auch George hat sein Geheimnis: Anstatt Kegeln zu gehen, trifft er sich während der Zeit, in der Brian beschäftigt ist, mit Hilary in deren Wohnung, während Jessica in Amerika weilt.
Nach ihrer Rückkehr beschwört Jessica mit großem Eifer und ohne zu ahnen was wirklich vorgeht, unabsichtlich eine Fülle peinlicher und lächerlicher Situationen herauf, die durch Georges, Hilarys und Brians Ablenkungsversuche noch turbulenter und komischer gemacht werden. Und da ja die Ehepaare befreundet sind, ist es nicht so verwunderlich, wenn einer in der anderen Wohnung ist.
Lediglich einige Beweise wie Krawatte und Hose von George mussten schnell verschwinden. Und Wendy wird kurzerhand zur betreuenden DRK-Helferin für Brians Jogging erklärt.
Der Showdown kommt dann bei einem Abendessen, zu dem Jessica alle Beteiligten eingeladen hat.
Und dann ist es vorbei mit der Lügerei und es heißt „Butter bei den Fisch“.
Da ja Jede mit Jedem fremdgeht, bleiben die üblichen Ehefrauszenen aus. Einziges Problem ist Wendy.
Und als nach der allgemeinen Generalbeichte Jessica alleine ist, säuselte sie am Telefon mit ihrem Liebhaber.
Viele Unterbrechungen durch Applaus des Premierenpublikums bestätigten die Situationskomik dieses kurzweiligen und unterhaltsamen Abends.
HEP
