Allgemeine Berichte | 17.06.2016

Kath. KiTa St. Medard

Die Natur braucht die Biene

Kindergarten besucht den Bendorfer Imker Siegfried Gäthke

Nachdem die Bienen durch Rauch abgelenkt waren, konnten die Kinder sie gefahrlos berühren. ptivat

Bendorf. Die Kinder der Kath. KiTa St. Medard in der Bahnhofstraße 28 haben sich mehrere Wochen mit dem Leben der Bienen beschäftigt. Anfang Juni besuchten sie Siegfried Gäthke, um die Arbeit des Imkers kennenzulernen und erstaunliche Dinge über die summenden Frühlingsboten, die in großen Familienverbänden leben, zu erfahren. Zu Beginn ihrer Entdeckungsreise wurden die Kinder darauf aufmerksam gemacht, dass Bienen nur stechen, wenn sie sich bedroht fühlen. Ansonsten sind sie friedliebende Tiere, die nicht für sich selber sorgen, sondern immer nur für ihr gesamtes Volk arbeiten. Die Hauptbiene in einem Bienenstock ist die Königin. Sie ist größer als die anderen und legt täglich bis zu 2000 Eier. Das ist eine große Leistung. Aber auch die weiblichen Arbeiterbienen sind fleißig, so berichtet der Bendorfer Imker mit seiner Jahrzehnte langen praktischen Erfahrung. Sie putzen die Waben und den Stock, pflegen die Brut, versorgen die Königin mit allem was sie braucht, machen Honig, holen Wasser, sammeln Nektar, stampfen die Pollen, bestäuben Pflanzen und Bäume, bauen, bewachen, kundschaften aus und dienen sogar als Ventilator. Die männlichen Bienen werden Drohnen genannt und sind zuständig für die Befruchtung der Königin, damit sie die vielen Eier legen kann.

Können alle Bienen stechen?

„Stechen die auch?“, fragte ein Junge. Siegfried Gäthke lächelt und holte daraufhin seinen Smoker: „Schaut mal Kinder, das ist ein Rauchgefäß. Wir machen jetzt erst einmal Qualm und danach zeige ich euch die Drohnen.“ Die Kinder durften der Reihe nach den Qualm verpusten. Plötzlich sind alle still, schauen gespannt, was der kluge Honigmacher macht, der gleichzeitig auch Dozent für werdende Imkerkolleginnen und -kollegen an der Volkshochschule in Bendorf ist.

Während er einen Bienenkasten öffnet und langsam eine Wabe herauszieht, die mit emsigen Bienen gefüllt ist, erklärt er den Kindern, dass der Qualm die Bienen ablenkt. „Die Insekten denken, der Wald brennt. Deshalb füllen sie ihre Honigblase mit Süßstoff, um möglichst viel Nahrung zu retten. Und genau das macht sie träge“. Siegfried Gäthke weiß genau, welche Bienen Drohnen sind und nimmt sie zwischen seine Finger. Einige mutige Kinder lassen sie sich auf ihre Hand setzen und sehen, dass Drohnen nicht stechen, sie haben keinen Stachel. Die Bienen sind wirklich eine fleißige Gemeinschaft, in der Ordnungen und Regeln gelten.

Anschließend zeigt der Bienenkenner den Kindern noch seinen Schaukasten. Er ist sozusagen ein Fenster ins Bienenvolk. Ohne mit den Bienen in Berührung zu kommen, können hier die Abläufe des Volkes beobachtet und studiert werden. Die Königin wird sofort von ein paar Mädchen entdeckt. Sie fällt durch einen blauen Punkt auf dem Rücken auf. Die farbliche Markierung gibt Auskunft über das Alter der Königin.

Bienen sind wichtige Nutztiere

Danach dürfen alle Kinder und deren Begleiterinnen vom leckeren feincremig gerührten Honig aus eigener Produktion probieren. Siegfried Gäthke weist darauf hin, welch wichtige Bedeutung die Biene für den Menschen hat.

Damit sich der Satz von Albert Einstein „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben“ nicht bewahrheitet, setzt sich der Imkermeister und der von ihm gegründete Bendorfer Imkerverein dafür ein, dass mehr Obstbäume, Wildblumen, Hecken und Sträucher gepflanzt werden und dass Insekten-Hotels im Garten, auf dem Balkon oder in freier Natur aufgestellt werden. Was viele Menschen nicht wissen: Nach Rind und Schwein ist die Biene das drittwichtigste Nutztier in Deutschland.

Für die Kinder war es ein gelungener, lehrreicher Ausflug. Sie wissen nun, welch wichtigen Beitrag Herr Gäthke und die vielen Imker, die sich für das Leben der Bienen einsetzen, leisten. Weitere sehr interessante Informationen zu Bienen in Bendorf gibt es unter www.bzv-bendorf.de.

Nachdem die Bienen durch Rauch abgelenkt waren, konnten die Kinder sie gefahrlos berühren. Foto: ptivat

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