Girls’ Day bei der Bundespolizei in Swisttal
Die Plätze waren heiß begehrt
108 Mädchen erhielten Einblick in die Polizeiarbeit
Swisttal. Jahrzehntelang waren Berufe innerhalb der Bundespolizei eine fast reine Männerdomäne. Damit sich dieses Bild weiterhin wandelt, hat die Bundespolizei die Anzahl der Plätze für den Girls’ Day nochmals erhöht. So waren erstmals 108 Mädchen eingeladen, während ihres Girls’ Day bei der Bundespolizei hereinzuschnuppern. Auch Handwerk, IT-Branche und Betriebe mit den Schwerpunkten Naturwissenschaften und Technik, in denen sogenannte typische Männerberufe vorherrschen, öffneten ihre Türen gezielt für interessierte Mädchen. Das Angebot richtete sich bundesweit an Schülerinnen ab der fünften Klasse und zielt auf die Förderung von Mädchen in ehemaligen Männerberufen.
Typische Männerberufe verstärkt für Mädchen öffnen
Um möglichst viele Mädchen zu erreichen und ihnen die Perspektiven aufzuzeigen, wird in den Schulen intensiv für diesen Tag geworben. Unentschlossene finden im Internet eine Liste mit Berufen, anhand derer sie einen ersten Eindruck von den vielfältigen Möglichkeiten erhalten. Die Kinder werden angeleitet, unabhängig von ihrem Geschlecht nach den individuellen Interessen ihren Platz für diesen Tag zu finden und sich zu bewerben. Viele Unternehmen und Institutionen bieten ein besonderes Programm an, das einen umfassenden Einblick in die Struktur, die Aufgaben und beruflichen Möglichkeiten eröffnet. So ist es auch im Ausbildungszentrum der Bundespolizei.
Am 28. April ging für viele Schülerinnen von weiterführenden Schulen ein Traum in Erfüllung. Im Bundespolizeiaus- und -fortbildungszentrum Swistal gewährte man den Mädchen von 8 bis 15 Uhr einen Einblick in die Ausbildung und die Arbeit der Polizei. Der Dienststellenleiter Polizeidirektor Carsten Westerkamp begrüßte sie im großen Speisesaal, und es wurden die Aufgaben vorgestellt, für die die Bundespolizei zuständig ist.
Sport, Kriminaltechnik und Politik gehören zur Ausbildung
Die Fachleute erklärten ebenfalls, welche Voraussetzungen eine Bewerberin für diese Arbeit mitbringen muss und wie das Auswahlverfahren vonstattengeht. Außerdem informierten junge Polizeianwärter über die Inhalte, die Interessentinnen in einer eventuellen Ausbildung erwarten würden. Nicht nur die Einsätze werden in den Lehrjahren trainiert. Auch Selbstverteidigung und eine grundlegende Sportausbildung gehören zu einer sinnvollen Basis für diesen Beruf. Nicht zuletzt liegt ein Schwerpunkt auf der Kriminaltechnik, besonders auf den Techniken der Spurensicherung. Die Ausbildung an den Einsatzmitteln und Situationstraining sowie die Vermittlung der Grundrechte und eine breite politische Bildung runden die Ausbildung zu einem sinnvollen Paket ab.
Die trockene Theorie wurde hauptsächlich im Rahmen eines Mitmachprogramms vermittelt. Je zwölf Schülerinnen folgten einer Polizeischülerin zu neun verschiedenen Stationen, an denen die Mädchen die Themen und Schwerpunkte teilweise hautnah erfahren konnten. Sie durften unter anderem ihre eigenen Fingerabdrücke fixieren, lernten Spurensicherungstechniken kennen und durften selbst ausprobieren, wie eine Verkehrskontrolle durchgeführt wird.
Die Mädchen übten hautnah Standardsituationen der Polizeiarbeit, wie beispielsweise eine Verkehrskontrolle.
