Schützenfest in Linz
Die Räänbröder erfüllen alle Erwartungen
Linz. Schon am Vormittag schwitzte die Abordnung der Schützenjugend, die sich bereit erklärt hatte, unter dem wachsamen Blick von Brudermeister Uwe Prassel die Fronleichnamsprozession mit Himmel und Fahne zu begleiten. Die Kühle des Schießstandes in der ehemaligen Marienkirche kam den Wettkämpfern durchaus zurecht – weniger jedoch der gewaltige Wolkenbruch, dem erfahrene Gäste mit Regenschirmen trotzten, die sich sogar unter dem Dach der Festzelte als nützlich erwiesen. Dennoch blieb genug Gelegenheit, bei Sonnenschein Kaffee und selbstgebackene Kuchen und Torten zu genießen und Erfrischung bei kühlen Getränken zu erhaschen. Auch der Grillstand hielt allen Wetterlagen stand. Dennoch musste auch die Proklamation der diesjährigen Würdenträger dicht gedrängt unter den Zeltdächern erfolgen.
Beim Bürgerpreisschießen bewiesen eindeutig die Frauen ein goldenes Händchen. Dahlia Paffhausen, Johanna Vorn Hüls und Martina Höhngen konnten sich jede einen Pokal nach Hause tragen. Aus den eigenen Reihen konnten sich freuen: Alexander Kleinlein (Jugendscheiben-Prinz), Michaela Tietze (Wanderteller ehemaliger Könige), Martin Krings (Scheibenkönig).
Beim Vogelschießen gelang es Sonja Kleinlein, bei erstmaliger Teilnahme, den Kopf zu holen, Moritz Thiel errang den linken Flügel. Besonders erwähnt sei der rechte Flügel als wohlverdienter erstmaliger Erfolg bei langjähriger Teilnahme von Jörg Kahlert. Den Schweif errang der scheinbar nie leer ausgehende scheidende Könige Holger Tietze. Bis zur Siegerehrung war es dem nun neuen König Marcel Höhngen nicht so ganz gelungen, sein Glück im Gesicht zu verbergen. Wer ihn kennt, hatte schon einen heißen Verdacht. Die Peripherien des Jungschützenvogels teilten Sven Klapdohr, Alexander Kleinlein, Sarah Kleinlein (die als Zwillinge gleichzeitig ihren 18. Geburtstag feierten) und Jan Krautscheid untereinander auf. Den Rumpf und die Prinzenwürde errang schließlich Jan Krautscheid, der scheinbar siegessicher bereits mit einer Ehrendame zum Fest erschienen war.
Und die Überraschung des Tages: die Schützen erreichte eine Erinnerung mittels E-Mail inklusive Foto sowie eine Geldspende. Vor 50 Jahren war Franz Keimann das Glück hold und er wurde Jungschützenprinz in seiner Heimatstadt.
Erwartungsvoll harren die Schützen nun ihrem Königsball entgegen, der am Samstag, 26. August in der Linzer Stadthalle gefeiert werden soll und zu dem jeder herzlich willkommen geheißen wird.
Die legendären Regenbrüder unter dem schützenden Regendach.
Preisträger des Königsschießens 1963: 2.v.r. Franz Keimann als Jungschützenprinz. Foto: Archiv/F. Keimann)
